Die Legende von Karai und Jopara am 1. Oktober in Paraguay

Asunción: Für die Paraguayer ist heute ein besonderer Tag. Es geht um die Legende des mythologischen Wesens Karai und dem damit verbundenen Gericht Jopara.

Die Speise Jopara wird heute fast überall auf dem Tisch der Paraguayer zu finden sein. Vidal Domiguez Diaz, Restaurantbesitzer und Autor von Büchern über historische Gastronomie, erzählt etwas über diese Legenden.

„Eine Version ist, dass die Jesuiten unter den indigenen Völkern diese Legende verbreitet haben. Oktober, November und Dezember waren Zeiten von wenigen Ernten. Die Jesuiten kreierten eine Mythologie, damit die Indigenen mit Getreide oder andere Lebensmitteln sparsam umgehen, sodass zu dieser Zeit, in der es keine guten Ernten gibt, sie etwas zu essen haben. Der Indianer war es gewohnt zu essen und zwar so lange bis alles verbraucht war.

Die Jesuiten fingen an die Legende von Karai im Oktober zu erschaffen, ein Wesen, das sich den Häusern nähert und in die Fenster sieht. Wenn dort kein Topf mit Bohnen und weißer locro (Mais) auf dem Tisch steht kommt ein Fluch des Elends für die kommenden Monate. Aus diesem Grund haben die Jesuiten diese Legende geschaffen, damit die Indigenen genug Lebensmittel für die schlechten Zeiten zurücklegen“, erklärte Diaz die erste These.

„Die andere Version geht auf die Ankunft der Spanier im Jahr 1537 zurück. Schon damals kannten die Indigenen bereits den Eintopf mit Bohnen und locro. Er war ein Bestandteil ihrer Kulinarik und gehörte zur indigenen Küchentradition. Was die Spanier in unserem Land versuchten zu erreichen, ist Milch, Käse, Eier und etwas Gemüse populär zu machen, d.h, die Fusion dieser spanischen Einflüsse. Und was die Indigenen nicht hatten, war der Hintergrund, den die Jesuiten ihnen gaben; Geschichte, Legende … Und es war so typisch für Paraguay, der Karai im Oktober und am 1. Oktober, dass man Jopara isst. Jopara bedeutet Mischung, in diesem Fall locro (Mais) mit den Bohnen. Aber es gibt viele Variationen, mit Kürbis, Gemüse, Käse usw“, berichtete Diaz weiter.

Sowohl der Locro als auch die Bohnen werden am Vortag eingeweicht und am Morgen des 1. Oktobers ab 05:00 oder 06:00 Uhr morgens im Eisentopf auf einem Holz – oder Holzkohlefeuer gekocht damit der Eintopf mittags verzehrt werden kann. Der Jopara kann mit Fleisch oder Würste zubereitet werden. Eine andere Version ist Jopara mit Käse. Das Gericht wird mit Maniok oder Tortillas begleitet und man trinkt Bier dazu.

Wochenblatt / ABC Color

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2 Kommentare zu “Die Legende von Karai und Jopara am 1. Oktober in Paraguay

  1. War mir ja nicht sicher heute, aber dachte ich es mir, dass sonntags in Paragauy kein Müll noch Tierkadaver verbrannt wird, wohl nur Gemüse. Habe sicherheitshalber Fenster und Türen trotzdem verschlossen gehalten und mit nur mit Schuma-auf durchs Patio gerobbt, man kann ja nie wissen.
    Aus dem Artikel geht aber nicht hervor, warum man diese Speise mit Julio Igelsias auf 130 dB zu sich nehmen muss. Naja, mit Oropax und Pamir nur noch 90 dB. Was haben sich die Jesuiten nur dabei gedacht an die Indianer solche Empfehlungen abzugeben, zumal es damals glücklicherweise Julio Igesias gar noch nicht gab? Der wäre damals doch sofort auf dem Scheiterhaufen gelandet?
    Daher gehe ich davon aus, das man diese Speise mit Bongo-Bongo-Heya-Heya getrommle zu sich nehmen sollte, am besten um das selbst angezündete Feuerchen, um dem Nachbarn mittels Ohrenpfeifen und Rauchzeichen mitzuteilen, dass heute Jopara-Mampf-Tag ist. Sicher ist sicher, das sollte dann jeder Blinder und Gehörloser mitbekommen haben. Ist doch logisch man!

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