Paraguays Landwirtschaft gerät mehr und mehr unter Kontrolle von Ausländern

Asunción: Das paraguayische Agrargeschäft wächst in Richtung Monokultur. Damit richten sich die Geschäftsleute an der Nachfrage nach Exporten für den internationalen Rohstoffmarkt. Benachbarte Länder durchlaufen derzeit die gleiche Entwicklungsphase. Es wird angenommen, dass die Hälfte der weltweiten Sojaproduktion aus dem laufenden Jahr von Brasilien, Paraguay und Argentinien stammt.

Insgesamt wird die Produktionsmenge auf 130 Millionen Tonnen für dieses Jahr geschätzt. Weltweit werden es 259 Millionen Tonnen sein. Davon produziert Brasilien mit 26,5% 69 Millionen Tonnen, 54 Millionen (20,9 %) entfallen auf Argentinien und 7 Millionen (2,7 %) auf Paraguay. Der Löwenanteil wird nach Asien und Europa exportiert. Davon exportiert Brasilien rund 60%, Argentinien 73,5% und Paraguay 77%. Die Industrialisierung ist nach wie vor schwach was zu einer unzureichende Umverteilung der Einnahmen führt sowie zu geringeren Einnahmen. Damit fällt es den Agrargeschäftsmännern schwer mehr Arbeitsplätze auf dem Land zu schaffen.

Die tiefen Landpreise Paraguays führten zur Zunahme der Agrargeschäftigkeit, welche mehr und mehr angeführt werden von brasilianischen, uruguayischen und argentinischen Unternehmern. Laut einer 2 Jahre alten Statistik des Landwirtschaftsministeriums sind mindestens 1/5 des Grundbesitzes in Händen der Ausländer. Sicherlich ist die tatsächliche Anzahl höher, wenn man alle Aktiengesellschaften einbezieht deren Besitzer keine Paraguayer sind. Die Ausbreitung von Soja und Co. führte zu einer extremen Rückdrängung der typisch paraguayischen Rinderzucht in die Chacoregion. Dadurch wurde aber auch die Abholzung für Weideflächen voran getrieben. Auf diese Art und Weise wird das anfällige Ökosystem der Chacoregion durch ein allgemeines Ungleichgewicht bei Fauna und Flora sowie starke negative Rückstöße innerhalb der einheimischen Gemeinschaften der westlichen Region bedroht.

Das Jahr 2010 wird ein Rekordjahr mit 7,5 Millionen Tonnen Sojaproduktion, im Gegenteil zum Vorjahr welches unter der Dürre weniger als die Hälfte zur Produktion führte. Im Jahr 2000 wurden noch 3 Millionen Tonnen von paraguayischen Großbauern produziert. Seitdem steigt die Zahl stetig.

Rund 40 % der paraguayischen Bevölkerung lebt auf dem Land. 1, 2 Millionen Personen sind im Landwirtschaftsbereich tätig. Sojaarbeiter, so die Statistik von 2008 gibt es fast 30.000, weniger als 3% der Landbevölkerung. Durch die Monokulturen der Sojapflanze werden nur wenige Arbeitsplätze geschaffen, sowohl während des Anbaus, durch den hohen Zusammenschluss des Ackerlandes, als auch bei den Aufgaben der Bereitstellung des technologischen Inputs, der Lagerung und des Exports. Die wichtigsten transnationalen Unternehmen sind: Cargill, mit 380 Angestellten im Land, ADM mit 450, Bünge, Luis Dreyfus und andere mit ähnlichen Beschäftigtenzahlen. In den Silos kann man nur während bestimmter Monate arbeiten. Es werden lediglich während der Sojaernte zwischen Dezember und März Arbeiter angestellt, die nicht älter als 30 Jahre alt sein dürfen, damit sie jung, kräftig und in guter körperlicher Verfassung sind, um die Arbeiten schnell zu erledigen.

Die Unternehmen mit dem größten Profit am Sojaanbau sind die ausländischen Konzerne, die die nötigen Sachen für die Produktion importieren und die Bohnen fast in vollem Umfang sowie die Nebenerzeugnisse, wie Öl und Mehl, wieder exportieren. Der größte ist der nordamerikanische Konzern Cargill, der 2008 ein Exportgeschäft im Wert von 1.268 US-Dollar hatte, gefolgt von ADM mit 487 Millionen, und Bünge mit 261 Millionen US-Dollar. Die Gewinnspanne dieser Unternehmen ist groß und liegt bei über 30 % ihres Umsatzes. Durch geringe Besteuerung seitens des Staates hat die Regierung wenig von den Rekordleistungen der Ausländer.

Die paraguayischen Agrargeschäfte beruhen auf die Erzeugung von Gen-Soja. Für eine Zukunft soll auch unter Druck auf die Behörden Gen-Mais sowie Gen-Baumwolle erzeugt werden. Damit steigt die Kontrolle der Unternehmen was wann und wo im Land produziert wird.

(Wochenblatt / www.baseis.org.py)

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