Polizei verkauft Lebensmittel für ihre Kommissariate

San Lorenzo: Eine Gruppe Polizisten verkauft kleinen Geschäften und privaten Haushalten Fleisch, Nudeln, Reis, Speiseöl, Brot und Gemüse welche eigentlich für die Verteilung unter den Kommissariaten in der Provinz Central bestimmt waren. Die verteilende Gruppe, die aus Unteroffizieren besteht, fährt in einem Geländewagen der Institution herum, um besagte Produkte an Mann zu bringen, zeigten Geschäftsleuten der Zone an.

In der schriftlichen anzeige wurde der Polizist Bernal Caballero angezeigt, weil er Lebensmittel für Polizeireviere an Geschäfte der Zone veräußert hat. Die Anzeige wurde von den Geschäftsleuten Severiano Núñez Paiva (65) und Antonia Rojas (45) aus San Lorenzo eingebracht.

Laut den Daten ist der Verantwortliche für die Verteilung der Unteroffizier David Bernal Caballero. Er ist auch Chauffeur des Kommissars Antonio Velázquez, welcher in der Zentrale der Nationalpolizei eingesetzt ist.

Bernal Caballero benutzt zur Verteilung der Produkte einen weißen Mitsubishi L 200 der ebenfalls der Nationalpolizei gehört. Jeden Montag oder Dienstag, je nachdem wie er Zeit hat verteilt er die Lebensmittel.

Die Denunzianten sind sich darüber einig, dass die Polizei die Produkte Haus für Haus und Block für Block anbietet.

„Der Unteroffizier agiert immer sehr selbstbewusst und überheblich weil er den Schutz von wichtigen Polizeichefs genießt“, kommentiert Antonia Rojas.

Laut der Frau verkauft der Polizist Rindfleisch der ersten Güteklasse zwischen 20.000 und 23.000 Guaranies pro Kilogramm, Rippchen für 13.000 Guaranies, „Trébol” Milch für 40.000 Guaranies pro Paket, Speiseöl für 15.000 Guaranies pro Liter und Mehl für 3.500 Guaranies pro Kilo. Des Weiteren kommen noch Obst Gemüse und Backwaren zu verschiedenen Preisen hinzu, die er eigentlich unter den Revieren verteilt werden müssten.

Sie verdächtigen, dass Bernal Caballero Teil einer illegalen Organisation innerhalb der Polizei ist die wöchentlich Millionen verdient indem sie Waren aus dem Logistikbereich der Polizei an Privathaushalte abgibt.

„Wir entschieden uns die Anzeige zu machen weil die Polizei wirklich alle was sie an Lebensmittel hat verkauft. Die Polizisten in den Kommissariaten sehen sich gezwungen Essen schlechtester Qualität zu sich zu nehmen weil keine Rationen bei ihnen ankommen“, sagte Antonia Rojas.

Der Unteroffizier der Polizei, Bernal Caballero, wurde auch wegen Äußerung von Morddrohungen beim 1. Polizeirevier der Stadt San Lorenzo angezeigt, bestätigen andere interne Quellen.

Im vergangenen März denunzierte der damalige Innenminister Rafael Fillizola das Abzweigen von Fleisch und anderen Lebensmitteln, die für die Kommissariate gedacht waren. Im gleichen Monat sollte ein Staatsanwalt untersuchen, wie es dazu kam. Rafael Filizzola bestätigte, dass nur sechs oder sieben Reviere stichprobenartig überprüft wurden mit einem Gesamtschaden von rund 600 Millionen Guaranies. Diverse Verantwortliche wurden entlassen aber die große mafiaartige Art und Weise ein „Zubrot“ zu verdienen ging weiter.

(Wochenblatt / Abc)

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2 Kommentare zu “Polizei verkauft Lebensmittel für ihre Kommissariate

  1. Ohne, dass Wissen oberen Polizeioffiziere ist das gar nicht möglich. Scheint meistens auch übliche Praxis zu sein. Mehr aber noch das zugewiesene monatliche finanzielle Budget wird zweckentfremdet. —- Wie sieht es in den anderen staatlichen Institutionen aus?
    Doch Halt, nicht nur in Paraguay ist das der Fall, in vielen südamerikanischen Ländern ist das gängige Praxis.

    Üb immer Treu und Redlichkeit möchte da man singen!
    Natürlich wollen wir kein deutsches Paraguay aber immerhin nach den Vorstellungen der vielen ehrlichen Paraguayer.

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