Proteste von Schülern und Studenten

Im Zentrum von Asunción versammelten sich am Freitagmorgen tausende von Schülern und Studenten und demonstrierten für bessere Ausbildungsbedingungen und gegen die ausufernde Korruption. Schülergruppen marschierten vom Plaza de la Democracia bis zum Plaza de las Armas vor dem Kongress und vereinigten sich dort mit Studenten verschiedener Universitäten.

Die Hauptforderungen sind eine Verwendung von 7% des Bruttoinlandsproduktes für Ausbildungszwecke, eine bessere Lehrerausbildung, die Austeilung der vom Staat beschafften Unterrichtsmaterialien an alle Schüler, Mittagessen für Ganztagsschüler, bessere Infrastruktur, eine Pensionsregelung für Lehrer privater Schulen und Erlasse, beziehungsweise Rabatte auf Bustransporte.

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Die Demonstration wurde von Schülern und Lehrern öffentlicher und privater Schulen (colegios) organisiert, ausgelöst durch die Enthüllungen über Fälle von Korruption in der Nationalen Universität (UNA) schlossen sich Studenten verschiedener Universitäten an. Lernende an sieben verschiedenen Fakultäten der UNA schlossen sich zusammen und organisierten Busfahrten vom Campus in San Lorenzo ins Zentrum von Asunción.

Zu einem Zwischenfall kam es, als die Wachleute des Rektorats der UNA gemeinsam mit Studenten der Tiermedizin die Einfahrt der Busse auf das Gelände der Uni verhinderten. Die etwa 700 Studenten stiegen so außerhalb des Campus in die Fahrzeuge und gelangten eine Stunde später als gedacht ins Zentrum, wo sie sich mit Dozenten und weiteren Studierenden der Universidad Católica und der Nacional de Pilar trafen, letztere hatten mehrere hundert Kilometer Anfahrt auf sich genommen.

ABC Color zitiert einen der demonstrierenden Schüler: „Dies ist das Erwachen der jungen Generation, ein Erwachen gegenüber einer großen Verantwortung: Das Recht auf Demonstration, wie es die Verfassung garantiert. Wir wollen heute zeigen, dass die Bresche zwischen Privatschülern und denen öffentlicher Einrichtungen niemals existiert haben dürfte und von jetzt ab nicht mehr existieren wird.“

Die Polizei begleitete die Märsche und Veranstaltungen ohne Waffen und kündigte dies vorher über die Medien an, was zu einer friedlichen Stimmung beitrug. Viele Studierende forderten mit Transparenten den Rücktritt des Rektors der UNA, während am Donnerstag noch Studentenführer der Rechtsfakultät mit einem Schreiben die Beschäftigung von Dozenten ohne Aufgabe rechtfertigten.

In den letzten Tagen wurden beinahe täglich mehr Personen entdeckt, denen ein oder mehrere Dozentengehätler gezahlt werden, ohne dass diese Lehren oder jemals selbst studiert hätten. Während die Sekrätin des Rektors und 11 ihrer Verwandten ohne zu arbeiten monatlich über 50 Millionen Guaranies verdienten, beschwerten sich Professoren der Zahnmedizin, dass sie seit Jahren nur 500.000 Guaranies monatlich erhalten, da angelblich Finanzmittel fehlten.

Quelle: ABC Color

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5 Kommentare zu “Proteste von Schülern und Studenten

  1. Das waren lustige Proteste. Einige Tausend Schüler, Studenten und Lehrer haben für mehr Bildung protestiert und bei uns im Ort war deswegen schulfrei – auch eine Art für „mehr Bildung“ zu protestieren.

  2. Das ist ja wohl eine Frechheit im Senat sitzen neben den Senatoren noch die halbe Verwandschaft und kassiert ab ohne zu Arbeiten.
    An der Uni gibt es Beschäftigung von Dozenten ohne Aufgabe, bezahlte Urlauber. Alle Ausfindig machen,das Geld eintreiben was sie betrogen haben, einsperren als Betrüger.Und den Mitarbeitern,die Löhne richtig aus und nachzahlen.Geld ist schon da nur in den falschen Taschen! Räumt mit der Korruption auf und Fegt den Laden mit den Dratbesen aus!

  3. …aber Bildungsanforderungen muessen hoch sein….wenn sogar MINDERJAEHRIGE auf den Lohnlisten stehen. Und die die Lohn ohne Aufgabe erhalten….braucht man vielleicht mal……..als Stimmgeber bei Wahlen

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