Radios aus dem Inland sollen Inhalte auf Wunsch der Regierung anpassen

Asunción: Bei einem gestrigen Treffen des Vizepräsidenten Juan Afara mit Vertretern von insgesamt 260 legalen Radiostationen des Inlandes, wurde freundlich vorgeschlagen, dass sie die Vorzüge und positiven Aktionen der Regierung hervorheben sollten.

Natürlich hat eine Regierung Recht darauf, dass ihre positiven Errungenschaften auch in der Presse Erwähnung finden. Allerdings wird ihnen sozusagen ein Maulkorb angelegt und nur mit Unterstützung geworben, wenn diese Sender sich treu daran halten. Wer demnach zu viel Zeit bzw. Platz der inner- oder überparteilichen Opposition gibt, hat Nachteile zu erwarten.

Der betagte Radio- und Fernsehmoderator Humberto Rubín erinnerte sich daran, wie sie ihn unter der Diktatur zensierten und offen attackierten. Das damalige Programm “La voz del coloradismo” – “Die Stimme der Colorados” wurde dafür permanent genutzt.

“Es war unglaublich wie sie jemand bedrohten ohne auch nur einen Namen zu nennen. Als jedoch mein Name oder der von Aldo Zuccolillo fiel, mussten wir uns vorbereiten, da uns klar war das etwas passieren wird“, sagte Rubín in einem Radiointerview.

Diese Erinnerungen kamen wieder hoch, nachdem die Regierung versucht ein ähnliches Werkzeug mit Hilfe der Sekretarits für Kommunikation (Sicom) und der Regulierungsbehörde für Telekommunikation (Conatel) erneut zu implementieren damit ausschliesslich positiv über sie berichtet wird.

“Das ist Terror, eine grosse Schande. Noch viel schlimmer, wenn man Eigentümer oder Journalist ist und jemand aus dem Ausland dich fragt, ob das stimmt ”, fügte Rubín hinzu.

Wochenblatt / Abc Color / Ñanduti

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7 Kommentare zu “Radios aus dem Inland sollen Inhalte auf Wunsch der Regierung anpassen

  1. ich meine schon das man das gute von der Regierung publizieren sollte. Vielwichtiger aber ist Neutral zu bleiben, weder das gute noch das schlechte übertreiben auch nicht auslassen.

  2. Man muß nichts beschönigen – das ist sanfter Druck und erst der Anfang! Wie aber steht es mit dem „Wochenblatt“? Wenn ich die vielen kritischen und negativen Meldungen, und erst recht deren Kommenatare lese, dann ist doch zu befürchten, daß unserem Wochenblatt eines Tages ein Besuch oder eine Einladung ins Haus steht. Alles fängt „harmlos“ und freundlich an.

    1. Logischerwese ist das so oder was glauben sie den wozu man dieses Blatt in meinem Fall missbraucht hat und weshalb hier einige Nichts mehr schreiben ?

  3. Gibt eh keine gescheiten Nachrichten-Sendungen mehr auf den PY-Sender die groesstenteils schon von der Familie Cartes uebernommen wurden. Fussball, billige uralte Filmchen und duemmliche Comedys verleiten dann nur noch zum Abschalten. Ich weiche dann lieber auf CNN-Español oder _international oder auf die argentinischen Sender aus. Der besten kritischen Diskussions-Sendung AAM hat man im Dezember mitten in der Sendung den Saft abgedreht und nun ist wie weg. Kommt aber am 5. Maerz um 20,30 Uhr auf einem anderen Kanal wieder, hoffentlich ohne Maulkorb und dann wird man sehen wie lange….. Paraguay schlittert, von den Colorados gewuenscht, in eine erneute Diktatur

  4. Tja, solche wieder hochkommende Erinnerungen gibt es aktuell auch in Europa…wir leben in interessanten Zeiten. Frueher beschimpfte man mich als Justizia, dann versuchte man aus mir eine Verbrecherin zu machen, unterstuetzt von selbstgerechten, geldgierigen Deppen die nicht einmal wissen worum es ueberhaupt geht.

    1. Liebe Monika, ich denke, Sie sprechen für die meisten hier wie in Rätseln. Nicht gerade sehr beruhigend aber auch nicht erhellend. Seit ich Ihre Kommentare lese, kann ich eigentlich rückblickend nicht unbedingt erkennen, daß Sie durch „besonders bissige Kritik“ aufgefallen wären. Doch Sie werden schon Ihre Gründe für die Zurückhaltung haben, dann sollte man Sie auch nicht weiter drängen. Schade.

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