Regierung plant Staatsreform und massive Lohnkürzungen für Beamte

Asunción: Wer als Beamter meint mit einem blauen Auge davon zu kommen muss Optimist sein. Die Regierung plant neben Lohnkürzungen auch eine komplette Staatsreform, die anscheinend notwendig ist.

Den Regierungen ist spätestens jetzt bewußt geworden, wie sehr die Vetternwirtschaft und Korruption den Staat ausblutet, weswegen der Finanzminister Benigno López und Vizepräsident Hugo Velázquez heute eine Serie von Lohnkürzungen bei Beamten und Itaipú Angestellten ankündigten, die drei Monate anhalten soll und 52 Millionen US-Dollar Einsparungen bringen soll. Itaipú-Angestellte dürfen maximal 37 Millionen Guaranies monatlich verdienen. Der Rest wird weggekürzt.

Ebenso wurde eine Staatsreform angekündigt, was auf Entlassungen und Eliminierung aller Planilleros hinauslaufen dürfte. “Die Spielregeln werden nicht die selben sein“, sagte López.

Vizepräsident Velázquez, der über Wochen keinen Auftritt in den Medien hatte, gab Sachen bekannt, die weniger glaubwürdig wirken, wenn man bedenkt, dass solche Einschnitte noch niemals angekündigt oder umgesetzt wurden. Er sagte, „dass der Staatsapparat verkleinert werde und man abwägt wer was taugt und wer nicht. Die Regierung, die Judikative, die Legislative, Stadtverwaltungen, Gouverneursdistrikte, alles wird analysiert“.

Finanzminister Benigno López fügte hinzu, dass dies so schnell wie möglich passieren wird, denn die Weltwirtschaft wird ein Problem mit Liquidität haben. Einen genauen Überblick wird man dem Haushaltsplan für 2021 entnehmen können, der im September präsentiert werden wird.

Aktuell werden die finanziellen Hilfen für die suspendierten Arbeiter vorbereitet, die je nach Gehalt 50% Unterstützung bekommen sollen. Man geht davon aus, dass 40 – 60% der IPS Versicherten von Suspendierungen betroffen sein könnten. Die Hilfe ist mit Kurzarbeitsgeld vergleichbar.

Wochenblatt / Abc Color

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6 Kommentare zu “Regierung plant Staatsreform und massive Lohnkürzungen für Beamte

  1. Durchaus vorstellbar, dass für nur drei Monate der Lohn gekürzt wird – dann wird nächstes Jahr der Lohn halt nochmal erhöht. Oder im Wahljahr 2023 wird kräftig abgesahnt.

    Aber was Velazquez sagt, alle Planilleros zu entlassen, ist für die Tonne. Dieser Mann hat eine Horde von Leuten, seine komplette Familie als Planilleros anstellen lassen, offiziell haben die natürlich irgendeine erfundene Funktion.
    Ach Mensch, dieser Mann ist eine vollkommene Peinlichkeit, man muss nur sein strunzdoofes Eselgesicht sehen, dem würde ich nichtmal glauben, wenn er sagt 2 x 2 = 4.

  2. Short Circuit

    Lohnkürzungen wird seinem Family-Clan nicht wirklich weh tun. Verdienen ja monatlich ein 10 bis 1000-faches des normalen Bürgers.
    Wie will man herausfinden ob ein Paragauyer Leistung zeigt? Er hat sein Handwerk meist bei Papa zwei Wochen über die Schultern schauen gelernt. In der 7 bis 11 Schul vielleicht abgeschlossen wurde ihm dennoch viel abverlangt. So wird man mit ner Note 3 in der 7 bis 11 Schul vielleicht abgeschlossen es noch zum Arzt schaffen, vorausgesetzt Papa hat auch das nötige Kleingeld. Was bei einigen Korrupties kein Problem darstellen dürfte.
    Nicht zu vergessen, den Sozialen Frieden der Korrupties: Jeder war zufrieden abzusahnen.
    Viel besser wäre es die Gehälter zu belassen. Die sind ja „transparente“. Stattdessen den Amigos auf die Finger zu schauen, dass sie erstens überhaupt am Arbeitsplatz anwesend sind und nicht zu tief in die Kasse greifen.
    Man kann einem Paragauy schon den Lohn kürzen. Zuvor sollte man aber noch alles annageln, was man annageln kann. Oder zumindest mit einem Schloss versehen.

  3. Der erste Widerstand regt sich schon, Itaipu-Gewerkschafter und Funktionäre drohen mit Ausnutzung ihrer Machtposition bei Lohnkürzungen:
    Sie betonten, dass sie als Gewerkschaft die Verletzung der Bestimmungen des Tarifvertrags nicht zulassen und auf alle legalen Instanzen zurückgreifen und gegebenenfalls sogar das Kraftwerk abschalten werden, um ihre Rechte geltend zu machen. Itaipu-Funktionäre lehnen die Absichten der Exekutivgewalt ab, ihre Löhne zu senken.
    Obwohl die wenigsten eigentlich mehr als 37 Millionen pro Monat verdienen sollten.
    https://www.abc.com.py/nacionales/2020/03/31/sindicalistas-de-itaipu-amenazan-con-parar-la-hidroelectrica-si-tocan-sus-salarios/

  4. Uno Baron von Eyff

    Ich wuensche dem Praesidenten allen Erfolg in diesem Vorhaben.
    Die bei weitem beste Idee die jemand jemals gehabt hat.
    Hier kann man in der Tat sagen dass frueher oder spaeter der Big Bang kommt wenn man heute nichts tun wird und zwar genau das was er da will.
    Die Deckelung der Gehaelter im Oeffentlichen Dienst muss auch eine Deckelung der Gehaelter im Privatsektor mit sich ziehen. Man kann eben nicht so viel verdienen wie man will, denn ueberanstrengt fuehlt sich jeder nach laengerer Zeit in der Haengematte Terere trinken. Die Gehaltserwartungen sind hoechst subjektiver Natur.

  5. Der arme Herr Velázquez wollte halt auch mal wieder etwas gegenüber der Presse äussern. Lassen wir ihm seinen Spaß,
    ändern wird sich in diesem Land dennoch nichts!