Scheinarbeit in Fernando de la Mora

Wie die Zeitung ABC Color berichtete gab die Stadtverwaltung von Fernando de la Mora 479 Millionen Guaranies für die Pflasterung von etwa einem Kilometer Straße aus, ohne dass die Arbeiten jemals durchgeführt wurden.

Die Konstruktion wurde im Jahre 2013 unter der Nummer 03/2013 korrekt ausgeschrieben und von der Firma „DELTA SA de Mandatos“ gewonnen. Am 13. Dezember desselben Jahres wurden 100 Millionen PYG an das Unternehmen überwiesen und am 3. Februar 2014 nochmals 379 Millionen PYG.

Die komplette Auszahlung der Vertragssumme interpretierte die Firma scheinbar als Zeichen der Zufriedenheit mit dem Zustand der Straße als Sandweg, die Gemeinde hatte scheinbar doch kein Interesse mehr an einer Pflasterung und reklamierte bis heute auch nichts.

Diese Woche kam der Vorfall bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige, die nun den ehemaligen Stadtchef, die zuständigen Mitarbeiter der Bauverwaltung der Kommune und Repräsentanten der Firma befragen will und bat die Gemeinde um Aushändigung der Vertragsunterlagen.

Bürgermeister zur Zeit der Auftragsvergabe war Édgar Quintana, der vor einigen Monaten freiwillig zurücktrat, um so für eine dritte Amtszeit kandidieren zu können. Wenige Tage vor der Bürgermeisterwahl, ist diese Enthüllung besonders bitter für den Aspiranten.

Wahlunterstützung erhielt er allerdings allerdings durch den Staatspräsidenten, der am Dienstag bei der feierlichen Eröffnung einer Asphaltstraße in Fernando de la Mora teilnahm, die von Itaipú finanziert und in dieser Woche fertig wurde. Zahlreiche Mitarbeiter der Stadtverwaltung kamen ebenfalls in Farben ihrer Partei gekleidet zu der Einweihung und vergassen für den freudigen Moment ihre Arbeitspflichten.

Es gibt aber auch zahlreiche andere Mitarbeiter der Kommune, die nicht kamen und regelmäßig vor dem Gebäude der Stadtverwaltung demonstrieren, da sie seit vier Monaten keine Gehälter ausbezahlt bekommen.

Quelle: ABC Color, Paraguay.com