Schmiergeld für Überladung

Héctor Cristaldo ist Repräsentant des Verbandes der Agrarerzeuger (Unión de Gremios de la Producción – UGP) und beklagt sich über ein organisiertes Schema von Bestechungszahlungen, die notwendig sind, um Getreide innerhalb Paraguays zu transportieren. Die Mitglieder der UGP führen rund 500.000 Transportfahrten pro Jahr durch.

„Die Einnahmen landen nicht beim Staat, dies ist reine Bestechung. Es existiert ein komplett paralleles System zur Einnahme, alle Normen sind komplett ausgehölt, da genau die Leute, die für deren Umsetzung verantwortlich sind, dies erlauben“, machte sich Cristaldo in einem Interview mit Radio 780 AM Luft.

Es geht um Strafzahlungen, die bei Übergewicht der Fahrzeuge anfallen und zu großen Teilen eine Verantwortung für die schnelle Zerstörung der Rutas des Landes beitragen, Überladungen sind bei Getreide und Viehtransporten üblich.

Cristaldo beklagte auch mangelhafte Ausbildung und fehlende Werte als Grundlage für die Korruption: „Das Wertesystem steckt in einer Krise und es verwahrlost zusehends im Land, dies führt zu einer Haltung: Das Gesetz ist für alle, aber nicht für mich“.

Er bedauerte, dass jede Kontrollbehörde die Augen zumacht, wenn sich alles mit ein wenig Geld lösen lässt. Es sei ein Teufelskreis. Er berichtete, wie er bei einer Reise 22 Kontrollpunkte testete ohne dass dort irgendwelche Überladungen offiziell beanstandet wurden, allerdings werde dort täglich kassiert.

„Es gibt eine enorme institutionelle Schwäche. Wir wollen niemand anfeinden, aber hier verschwinden enorme Geldmengen auf den Rutas. Wir müssen anfangen darüber zu sprechen“, sagte er.

Quelle: Última Hora

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4 Kommentare zu “Schmiergeld für Überladung

  1. Das Gesetz ist nicht fuer alle da sondern nur um Auslaender zu schikanieren wie ich Heute wieder feststellen musste. Immer wieder ein seltsames Gefuehl wen man all die Luegner, Betrueger und Korrupten hier sieht.

  2. Schon lange spreche ich über dieses Thema in vielen Diskussionen.

    Hier wurden mit staatlichen Mitteln Infrastrukturen (mobile Messstationen) bereitgestellt, die !!!ausschließlich!!! dazu dienen die Taschen von korrupten sogenannten Beamten, um nicht zu sagen Mafiosi, zu füllen.

    Katastrophaler Nebeneffekt: Die sich wegen totaler Überladung der LKW´s nun teilweise schon wöchentlich verschlechternden Zustände auf den Rutas. Es dauert nicht mehr lange und der Verkehr kommt zum Erliegen.

    Als Belohnung dafür soll oder darf man dann zukünftig auch noch jeweils für ida y vuelta Peaje bezahlen, um die Taschen dieses Mal anderer behördlicher Mafiosi auch noch zu füllen. Wie das zukünftig alles noch funktionieren soll, ist mir schleierhaft.

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