Strafvollzugsreform: Tacumbú nimmt künftig nur noch Untersuchungshäftlinge auf

Asunción: Der Vizeminister für Kriminalpolitik, Rubén Maciel, kündigte eine umfassende Umstrukturierung der Strafanstalt Tacumbú an. Das Gefängnis wird künftig ausschließlich Personen in Untersuchungshaft aufnehmen; verurteilte Häftlinge sollen schrittweise verlegt werden.

Die Maßnahme ist Teil einer Strategie zur Reduzierung der Überbelegung und zur Neuordnung des nationalen Strafvollzugssystems.

Derzeit beherbergt die Haftanstalt 2.123 Gefangene, von denen etwa 900 bereits verurteilt sind, während sich der Rest im Status der Beschuldigten befindet. Maciel erklärte, dass das Ziel darin bestehe, die Funktionalität des Gefängnisses grundlegend zu verändern. „Die Idee ist, den vorderen Teil der Anstalt in ein exklusives Zentrum für Untersuchungshäftlinge umzuwandeln“, so der Vizeminister.

Modernisierung nach modularem Vorbild

Der Plan sieht die Einführung eines modularen Modells vor, ähnlich wie in den neuen Gefängnissen von Minga Guasu und Emboscada. Dies soll eine bessere Klassifizierung und Verteilung der Insassen je nach ihrem Prozessstatus ermöglichen. Auf diese Weise sollen die Kontrolle optimiert, die Haftbedingungen verbessert und ein Kollaps des Systems verhindert werden.

Ein Signal für strukturelle Mängel

Der Vizeminister warnte zudem, dass der hohe Anteil an Personen in Untersuchungshaft auf strukturelle Fehler hindeute. „Eine exzessive Anzahl an Untersuchungshäftlingen in jedem Strafvollzugssystem ist ein Zeichen dafür, dass etwas nicht funktioniert“, stellte er fest. Ein ideales Gleichgewicht läge laut Maciel bei 70 % Verurteilten und 30 % Beschuldigten.

Abschließend versicherte er, dass man im Rahmen einer breiteren Reform daran arbeite, eine Rückkehr zu kritischen Zuständen der Überbelegung in Tacumbú zu verhindern und das Funktionieren des nationalen Strafvollzugs nachhaltig zu verbessern.

Wochenblatt / Megacadena / Beitragsbild Archiv

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