Strafzölle auf importierte Produkte aus Argentinien und Brasilien im Gespräch

Asunción: Nachdem die argentinische und brasilianische Währung stark abgewertet wurde, erwägt die Regierung Strafzölle auf Produkte einzuführen, die aus diesen Ländern nach Paraguay eingeführt werden.

Der stellvertretende Industrieminister Luis Llamosas sagte, die Regierung erwäge eine Einführung von “Gebühren, die die Einfuhr ausländischer Produkte regulieren würden, weil sie derzeit sehr billig sind“, aufgrund einer Abwertung der Währungen in Argentinien und Brasilien.

Llamosas betonte jedoch, dass die Anwendung dieser Art von Maßnahmen “davon abhänge, wie die Währungskrisen in den Nachbarländern gelöst werden“ und im Moment forderte er die Geschäftsleute lediglich auf, weiterhin Produkte aus Paraguay zu beziehen.

Er sagte weiter, “es gibt Mechanismen“, um die nationale Industrie zu “schützen“, aber er hoffe, sie nicht umsetzen zu müssen, sondern dass die “Verpflichtung und das Hauptaugenmerk“ der Exekutive auf der lokalen Industrie und deren Arbeitsplätze läge und sie “verteidigt“ werden.

Ziel von dem Ministerium für Industrie (MIC) ist es, den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit von Produkten aus Paraguay gegenüber denjenigen aus Argentinien und Brasilien zu bekämpfen, deren Währungen, der Peso und der Real, 2018 laut Angaben der Devisenmärkte um mehr als 50% bzw. 14% abgewertet wurden.

Der stellvertretende Minister räumte ein, dass billigere Produkte zu einer “Situation der Ungleichheit“ führen, die alle Bereiche der paraguayischen Industrie betreffe, insbesondere die Sektoren Karton und die Produktion von Eisenstangen

Er weist darauf hin, dass auch die Textilproduktion betroffen sei, die jedoch 2018 “einen Verkaufsrekord erzielte“ aufgrund der “Qualitäts- und Preisbedingungen“ des paraguayischen Produkts.

Um der regionalen Krise entgegenzuwirken sagte Llamosas weiter, das Land solle auf eine stärkere Industrialisierung setzen, im Sinne der Herstellung einiger Produkte, die Paraguay derzeit in Form von Rohstoffen verlassen, um ein “Exporteur von fertigen oder halbfertigen Produkten“ zu werden.

Die paraguayischen Exporte schlossen 2018 mit einem Plus von 3,2% und erzielten einen Umsatz von 13.821 Millionen Dollar.

Die Handelsbilanz wies damit einen Überschuss von 904 Millionen Dollar auf, der über den 480 Millionen USD lag, die im Vorjahr verzeichnet wurden, als sie im Vergleich zum Jahr 2016 um 65% zurückging.

Wochenblatt / Hoy / Ultima Hora

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2 Kommentare zu “Strafzölle auf importierte Produkte aus Argentinien und Brasilien im Gespräch

  1. Yeah, das ist die Lösung: Wenn was zu billig aus dem Ausland ist, gleich mal was draufpacken, hier in Form eines Strafzolles.
    Dazu noch das Theater um gekaufte Produkte übers Internet, auch mal gleich noch eine Steuer drauf und diese komische Lizenz.
    Das freut die heimische Schrottindustrie, da braucht man gar nicht erst in Gedanken zu kommen, wie man die heimischen Produkte optimiert bzw. konkurrenzfähig macht.

    Gibt es nicht eine Mercosur? Was machen die eigentlich den ganzen Tag?

  2. Jaa Philipp, genau das dacht ich auch gleich, nix Gescheites herstellen aber Produkte aus dem Ausland erschweren…

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