Tacumbú wegen Überfüllung geschlossen

Angesichts der großen Anzahl von Haftinsassen im Gefängnis Tacumbú wird Justizministerin Carla Bacigalupo keine weiteren Straftäter in die Haftanstalt einweisen lassen. Insgesamt sitzen zurzeit rund 4.030 Straftäter hinter Gitter, die Justizvollzugsanstalt ist aber nur für 1.600 Personen ausgelegt.

Es ist das zweite Mal, dass die Behörden einen Aufnahmestopp in Tacumbú verhängen, bereits 2013 kam es zu der gleichen Maßnahme, zu dieser Zeit befanden sich 4.000 Insassen in der Haftanstalt. „Die Situation ist alarmierend. Wir haben eine bestehende Strafprozessordnung, wenn das System belegt ist, dürfen keine Leute mehr zugeführt werden“, sagte Bacigalupo gegenüber dem Radiosender 1080 AM.

Der Stein kam ins Rollen als während des Fußballspiels zwischen Cerro Porteño und Olimpia mehrere Fußballfans verhaftete wurden und nun von einem Richter in Untersuchungshaft eingewiesen werden sollten. Bacigalupo weigerte sich die Entscheidung zu kommentieren, 43 Fans hätten nach Ansicht des Richters gegen die öffentliche Sicherheit und Ordnung verstoßen. „Das Ereignis an sich ist alarmierend. Wenn pro Fußballspiel 40 Jugendliche in Untersuchungshaft kommen, dann stellt sich die Frage wie gesund so ein Spiel ist“, betonte die Ministerin. Sie fügte an, es müsste eine bessere Prävention erfolgen, vor allem Alkoholtests und eine Durchsuchung auf Betäubungsmittel. „Wir haben gegenüber den Bürgern eine Verantwortung, deshalb darf so etwas nicht noch einmal passieren“, sagte Bacigalupo.

Quellen: La Nación, Ultima Hora