Tage nach dem Angriff auf Mennonit: Keine Solidarität zu erwarten

Santa Rosa de Aguaray: Der Vater des 25-jährigen Franz Heinrichs, der Opfer brutaler Gewalt wurde, sagte, dass der Täter Cornelio Hiebert von den Verwaltern der Kolonie Manitoba geschützt wird und auch die Behörden nichts unternehmen. Keiner zeigt sich ihnen gegenüber solidarisch.

Der zusammengeschlagene Mennonit liegt in einem öffentlichen Krankenhaus, wo die Familie seit Tagen hohe Kosten zu begleichen hat. Von ihren Glaubensgenossen haben sie jedoch keine Hilfe zu erwarten da der Täter der Sohn eines Hochrangigen ist und somit allen anderen die Hände gebunden sind. Inwiefern es christlich ist den Täter zu schützen, nachdem die Tat angekündigt wurde ist fragwürdig. Doch unter Gruppenzwang stehen die Mennoniten dennoch, da alle von der Kooperative abhängig sind, um selbst so weiterzuleben wie bisher.

Dem Bericht zufolge wurde Franz am ganzen Körper geschlagen und getreten und mit dem Kolben einer Schusswaffe im Gesicht getroffen, was zu Schnittverletzungen führte. Aufgrund der Schläge ist der Junge nicht in der Lage zu sprechen, aber nach Angaben der Polizei konnte die Identität des Angreifers dank der Zusammenarbeit mit anderen Siedlern ermittelt und von dem Opfer bestätigt werden. Der Angreifer ist als gewalttätig bekannt, aber die Hirten wenden das “Gesetz des Schweigens” an.

Der Staatsanwalt Néstor Narváez aus San Pedro untersucht die Schläge, die der Mann erlitten hat, und könnte den mutmaßlichen Angreifer wegen schwerer Körperverletzung anklagen. Narváez wird alle medizinischen Untersuchungen einholen und eine Aussage des Opfers aufnehmen müssen, sobald es sprechen kann, um den Strafprozess einzuleiten.

Franz wurde am Mittwoch operiert, sollte aber für eine rekonstruktive Operation im Gesicht nach Asunción verlegt werden. Der Vater von Franz sagte, der Angreifer seines Sohnes habe ihn bereits mehrfach bedroht. Er wusste nicht viel über die Schlägerei, sagte aber, dass sein Sohn anscheinend sah, wie Cornelio einige Mädchen angriff und versuchte, die Situation zu entschärfen und dabei verprügelt wurde.

Wochenblatt / Norte Digital Noticias

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4 Kommentare zu “Tage nach dem Angriff auf Mennonit: Keine Solidarität zu erwarten

    1. Du hast von mir einen Daumen hoch bekommen. Ich stimme Dir also zu.
      Aber ich frage mich natürlich, warum Du die Heuchler nennen darfst, aber wenn ich das tue, gehst Du auf mich los. Weil ich das mit dem glauben an Gott in Verbindung bringe?
      Aber es sind doch die Mennoniten, die ihren Wehrdienst verweigern und das mit ihrem Glauben begründen. Es sind also lediglich Fakten, die ich anspreche.
      Wie dem auch sei: Du hast hier Recht!

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      1. “Onkel Nick”, ich will Dir darauf antworten:
        1. Ich habe nicht behauptet, daß die Mennoniten in Manitoba Heuchler sind, sondern die Frage danach gestellt.
        2.Ich sprach in meinem Kommentar nicht die Mennoniten pauschal in ihrer Gesamtheit an, sondern speziell die Mennoniten in Manitoba, die als “besonders streng und orthodox gläubige” Mennoniten gelten, also Vorbild sein wollen innerhalb der mennonitischen Glaubensgemeinschaften. So wie sich aber in diesem Fall verhalten gegenüber dem Opfer als auch dem Täter, sehe ich eine große Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit, gemessen an der Bibel und den christlichen Werten.
        3. Und natürlich ist es ein großer Unterschied, ob Du als bekannter Christen-Kritiker (milde ausgedrückt) eine Kritik gegen Christen vorbringst (Deine Absicht die dahinter steckt ist ja klar), oder ob ich diese als offen bekennender Christ vorbringe.
        4. Ich will mit meiner Kritik fehlgeleitete Christen korrigieren und Unrecht und Heuchelei offen legen, denn es darf nichts unter den Teppich gekehrt werden, so wie das leider oftmals in den Kirchen der Fall ist. Wo Unrecht geschieht, muß das offen angesprochen werden, sonst wird sich nichts ändern. Außerdem schadet ein heuchlerisches Verhalten und falsche Unterwürfigkeit gegenüber den Gemeindeautoritäten dem Ansehen der Christen insgesamt und wird von Menschen wie Du nur zu pauschalen Verleumdungen bis hin zur Verächtlichmachung und Haßtiraden gegenüber ‘Christen und Gott mißbraucht. Siehe entsprechende Kommentare hier im Forum.
        Solange ich selbst aktives Gemeindemitglied in verschiedenen Kirchengemeinden war, sowohl in Deutschland als auch hier in PY, sparte ich nie an kritischem Hinterfragen und war nie einfach nur ein braver Mitläufer. Nur die Bibel darf für Christen alleiniger Maßstab aller Handlungen sein, nicht die Predigt und die Worte eines Pastors oder anderer Gemeindevorsteher die sich manchmal gerne eine Art Heiligenschein aufsetzen wollen. Vor Gott sind wir alle gleich, ein Pastor und andere Gemeindevorsteher sind auch nicht mehr – sie tragen nur mehr Verantwortung. Zumindest ist das meine Einstellung auf Grundlage der Bibel. Speziell in der katholischen Kirche wird das natürlich völlig anders gesehen – aber genau das ist nicht biblisch!

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  1. Wer im Gongo, Sambi oder Paragauy einen tätlichen Angriff auf Leib und Leben überlebt, der hat eben NICHT das Glück, dass die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnimmt. Leben doch noch alle. Es ist ja nix passiert. Das ist vielleicht in zivilisierten Ländern so. Ermittlungen seitens Staatsanwaltschaft werden erst dann aufgenommen, wenn es Tote gegeben hat. Werden gar explizit vom hiesig edukativen Basura-TV gerufen, um die Spuren zu übertrampeln. Der einzige Weg ist via Kindergartenpolizeirapport ohne Prüfung des Sachverhaltes vor Ort sich einen oder besser mehrere Anwälte zu leisten und Zivilklage mit ungewissem Ausgang zwischen sieben und dreißig Jahren beim Zivilgericht zu einzureichen. Dann kommt es nur noch darauf an, wer das bessere Geschichtchen parat hat, mehr Zeugen und Ritter Sport grün – die mit 100.000 Nüsschen – auftreiben kann.

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