Telekom muss zahlen

Der Generalstaatsanwalt der Republik, Roberto Moreno, erklärte am 23. Dezember in einer Pressekonferenz, dass die deutsche Firma T-Systems International sich bereit erklärt hat, 474.000 € an die paraguayische Telefongesellschaft Copaco zu bezahlen.

„Es ist eine Vereinbarung erzielt worden, dies haben deutsche und paraguayische Juristen ausgehandelt, die Schulden werden in vollem Umfang beglichen“, sagte Moreno.

Der Rechtstreit über die strittige Summe hatte sich schon über mehrere Jahre hingezogen.
Die deutsche Firma sollte ein neues Abrechnungssystem installieren, konnte aber den ausgehandelten Vertrag nicht erfüllen.

Ein Schiedsgericht entschied auch schon zu Gunsten von Copaco. Parallel dazu wurde der paraguayische Honorarkonsul in Deutschland, Dr. Rainer Staubach, eingeschaltet. Er nahm eine führende Rolle bei den Vermittlungsgesprächen ein.

T-Systems, vertreten durch Ricardo Bensignor, bekam im Jahr 2005 von dem damaligen Leiter von Copaco, Omar Ramos, den Auftrag ein neues Abrechnungssystem innerhalb eines Jahres zu installieren. Das Auftragsvolumen belief sich auf über 1,7 Millionen Euro. Im Jahr 2007 kamen die deutschen Techniker nach Paraguay, erfüllten jedoch nicht die vertraglich ausgemachten Bedingungen, so die Version von Copaco.

Sie argumentierten weiter, dass speziell die ausgehandelten zeitlichen Fristen nicht eingehalten wurden. In den Rechtstreit schalteten sich auch Politiker ein, die Vertretern der Copaco beistanden, da dieses ein staatliches Unternehmen ist. Die Vertragsstrafe soll nächstes Jahr an die paraguayische Telefongesellschaft überwiesen werden.

Quelle: ABC Color, Foto: Wikimapia

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8 Kommentare zu “Telekom muss zahlen

  1. Meine private Verschwörungstheorie sagt super deal für die dt. Fa. 🙂
    Da sind vermutlich die 1,7Mio USD schon geflossen, einiges für PYer abgeleitet.
    474.000 USD zurück… und der kümmerliche Rest im eigenen Säckel gelassen.
    Ok, ein paar Spesen für die Techniker gehen auch noch ab. Aber unterm Strich
    wars sicher auskömmlich. Auch für die RAe…

    Und nun werden die 474.000 USD bei COPACO versickern…

  2. Da ist selbstverständlich einiges oberfaul! Ich kann mir nicht vorstellen, daß die deutsche Firma T-Systems International unter normalen Umständen nicht in der Lage gewesen wäre den Zeitplan einzuhalten. Somit ist davon auszugehen, daß sie entweder absichtlich blockiert wurde um später eine Konventionalstrafe kassieren zu können, oder das Ganze wurde in beiderseitigem Einverständnis so geplant. Außerderm bestand von Anfang an wohl garnicht die Absicht auf Realisierung des Vorhabens. Es ging nur darum, die Taschen zu füllen – von wem auch immer. An Tricks und Raffinessen sind die Paraguayer kaum zu übertreffen. Nur wenn es um solide Arbeit geht fangen die Probleme an.

    1. Musst du gucken hier:
      „Ursprünglich sollte das Mautsystem am 31. August 2003 starten.[2] Wegen gravierender technischer Probleme konnte Toll Collect diesen Termin und damit seine entsprechenden Verträge nicht einhalten. Der Start wurde zunächst auf den 2. November 2003 verschoben, später wurde auch dieser Termin gekippt. Im Februar 2004 einigten sich die Bundesregierung und die Anteilseigner von Toll Collect auf eine Einführung der LKW-Maut mit eingeschränkter Funktionalität zum 1. Januar 2005. Seit dem 1. Januar 2006 ist das Mautsystem im vollen Umfang funktionsfähig.[3]“

      Gesellschafter der Toll Collect sind die Deutsche Telekom AG und die Daimler Financial Services AG mit je 45 % der Geschäftsanteile, sowie die französische Cofiroute SA mit einem Anteil von 10 %. Toll Collect hat das System auch entwickelt und errichtet.

      (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/LKW-Maut_in_Deutschland)

      1. Der Vergleich hinkt ja wohl gewaltig – TollCollect funktionert seit 8 Jahren problemlos und spielt der Bundesregierung gewaltig Geld ein. Wer schon einmal Software für die öffentliche Hand entwickelt hat weiss wovon ich rede – bei TC wurden noch im letzten Moment die Spezifikationen seitens des Auftraggebers geändert – und damit konnten vor allem die Onboard Units definitiv nicht mehr im Zeitplan fertigwerden. Paraguay ist da eine ganz andere Nummer….

  3. Ein Honorarkonsul arbeitet ehrenamtlich (Honor = Ehre) und bekommt genau kein Honorar.

    Und nun?

    Er zahlt im Gegenteil alles für den Betrieb des Konsulats aus eigener Tasche. So ist es gedacht.
    Aber von Luft und Liebe lebt der sicher auch nicht. Eher schmückt sich ein Neureicher mit dem
    schicken Titel, damit kann man wohl noch mehr struntzen als mit Rolls, Rolex und Rennyacht… 🙂

    Zitat:
    Die Welt: Bitte, was ist ein Honorarkonsul?

    Seit 1963 regelt das „Wiener Übereinkommen über konsularische Beziehungen“ (WÜK), was ein Konsul ehrenhalber können muss und was er darf.

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