Tigo stoppt kostenloses Facebook

Vier große Anbieter beherrschen den digitalen Markt in Paraguay, einer der Größten davon ist Tigo. Dahinter steckt die Firma „Millicom International Cellular“, der Firmenhauptsitz ist in Luxemburg. Der Schwerpunkt, des 1990 gegründeten Unternehmens, ist das Mobilfunkgeschäft. Weiterhin werden Kabelfernsehen, Medienservices und Breitband Internet angeboten. Weltweit hat Millicom 45 Millionen Kunden, davon 2,8 Millionen in Paraguay. Der Inhaber, Hans-Holger Albrecht, gab im März 2013 bekannt, dass der jährliche Umsatz bis 2017 auf 9 Mrd. US Dollar verdoppelt werden soll.

Anfang Dezember 2013 kam es dann zu einer spektakulären Aktion die für Aufsehen in der gesamten internationalen Presse fand. Tigo und Facebook schlossen eine strategische Allianz und boten einen freien Zugang zu dem sozialen Netzwerk an. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Tigo wurde diese Kooperation aber damals schon als „zeitlich begrenzt“ beschrieben. Paraguay war das erste Land in Lateinamerika mit dieser Aktion. Ein Sprecher des Unternehmens hob die Vorteile dieser Kampagne hervor, damit die menschlichen Beziehungen zwischen Freunden und Familien gestärkt und geteilt werden können. Drei Wochen nach dem Beginn dieser Maßnahme legte ein Marketingsprecher die neuen Zahlen vor. „Man habe 180.000 neue Facebook Nutzer mit einem Mobilfunkgerät und 100.000 neue Internetnutzer gewonnen“ sagte Rodney Acevedo. Dies entspreche einem Wachstum von 8% gegenüber der sonst üblichen monatlichen Raten von 1,5%.

Mark Zuckerberg, Gründer von Facebook, betonte bei einem Vortrag in Barcelona im Februar 2014 ebenfalls die Vorteile dieser Zusammenarbeit. Er suche nach weiteren Betreibern die eine ähnliche Initiative durchführen.

Solche „kostenlose „Angebote führen oft in das Verderben und in der Tat hatte diese Kampagne auch ihre Schattenseiten. Das Internet brach phasenweise unter dem Ansturm der Nutzer zusammen, insbesondere am Abend konnten die Daten nur noch im Schneckentempo geladen werden. Dies führte zu massiven Reklamationen der regulären Internetnutzer die mit dem sozialen Netzwerk nichts zu tun haben wollten.

Anfang August dieses Jahr zog das Unternehmen die Reißleine und stellte die Aktion abrupt ein. Über Nacht verschwanden alle Werbeplakate mit der Aufschrift „Facebook gratis con Tigo“. Parallel dazu krempelte man die gesamte Preispolitik um. Facebook ist zwar nun auch noch gratis, aber nur bei einem Kauf oder Besitz eines Internetpaketes. Erstaunlicherweise gab es darüber keine Pressemitteilung. Einen Vorteil hatte dieser Schritt, das Internet ist schneller geworden.

(Wochenblatt / La Nación / ABC Color)

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