Traum von Olympia: Warum dieses Ausnahmetalent Deutschland den Rücken kehrte

Ratingen: Er kam in Asunción zur Welt, wuchs in Deutschland auf und begann bereits im Alter von sechs Jahren mit der Leichtathletik. Heute ist Romeo Alexander Männel Jara U20-Südamerikameister, Inhaber historischer Nationalrekorde und träumt davon, Paraguay bei den Olympischen Spielen zu vertreten.

Wie wird aus einem Jungen, der in Deutschland aufgewachsen ist, ein Südamerikameister im Trikot Paraguays? Für Jara liegt die Antwort auf der Hand: Es liegt an seinen Wurzeln.

Jara wurde 2006 in Asunción geboren, wuchs jedoch in Deutschland auf – dem Land, das ihn von klein auf sportlich formte. Im Alter von sechs Jahren entdeckte er die Leichtathletik für sich und baute dort Schritt für Schritt seine sportliche Karriere auf. Dennoch blieb Paraguay als Teil seiner Familiengeschichte stets präsent.

Als die Entscheidung anstand, für welches Land er international an den Start gehen wollte, wählte er Paraguay. „Nicht weil es der einfachste Weg war, sondern weil es mein Weg war“, fasst der Athlet diesen Entschluss zusammen, der ein völlig neues Kapitel in seiner Karriere aufschlug.

Seitdem startet Jara unter paraguayischer Flagge – und die Erfolge ließen nicht lange auf sich warten: Er krönte sich zum U20-Südamerikameister und stellte historische Bestmarken für die heimische Leichtathletik auf.

Meilensteine und Rekorde nach Jahrzehnten gebrochen

Zu seinen größten Erfolgen gehört es, der erste Paraguayer überhaupt zu sein, der im Stabhochsprung die Fünf-Meter-Marke knackte – eine nationale Bestleistung, die zuvor 35 Jahre lang unangetastet geblieben war. Zudem stellte er einen neuen nationalen Rekord im Zehnkampf auf und löste damit eine Marke ab, die seit 44 Jahren Bestand hatte.

Trotz dieser Meilensteine sieht der Athlet seine Karriere erst am Anfang. Sein nächstes großes Ziel ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen im Trikot Paraguays. „Ich möchte weitere Rekorde brechen, Medaillen holen und die Tür für diejenigen öffnen, die nach mir kommen“, betont er.

Seit er sich für das Südamerika-Land entschieden hat, ist auch die Bindung zu seiner Heimat enger geworden. Jara reist immer häufiger nach Paraguay, wo nach wie vor ein Teil seiner Familie lebt, um die Verbindung zu seinem Geburtsort weiter zu stärken.

Über Medaillen und Rekorde hinaus verfolgt der Sportler ein Ziel, das über seine eigenen Ergebnisse hinausreicht: Er möchte Vorbild für die nächste Generation sein. „Wenn meine Geschichte jemanden dazu bringt, größer zu träumen, war alles doppelt so viel wert“, erklärt er.

Der Weg zu den Olympischen Spielen ist noch lang, aber Jara hat sein Ziel klar vor Augen: Weiter wachsen, die eigenen Grenzen verschieben und die Farben Paraguays immer höher hinaus tragen.

Wochenblatt / La Nación

CC
CC
Werbung

Bitte achten Sie darauf, dass Ihre Kommentare themenbezogen sind. Die Verantwortung für den Inhalt liegt allein bei den Verfassern, die sachlich und klar formulieren sollten. Kommentare müssen in korrekter und verständlicher deutscher Sprache verfasst werden. Beleidigungen, Schimpfwörter, rassistische Äußerungen sowie Drohungen oder Einschüchterungen werden nicht toleriert und entfernt. Auch unterschwellige Beleidigungen oder übertrieben rohe und geistlose Beiträge sind unzulässig. Externe Links sind unerwüscht und werden gelöscht. Beachten Sie, dass die Kommentarfunktion keine garantierte oder dauerhafte Dienstleistung ist. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung oder Speicherung von Kommentaren. Die Entscheidung über die Löschung oder Sperrung von Beiträgen oder Nutzern die dagegen verstoßen obliegt dem Betreiber.

Kommentar hinzufügen