Trotz Warnungen werden Hausmittel gegen Covid-19 verwendet

Asunción: Ärzte warnen vor den Gefahren der Selbstmedikation, aber viele Menschen wenden sich imme rmehr traditionellen Hausmitteln zu, um sich vor Covid-19 zu schützen.

Trotz der Tatsache, dass es immer noch keine Behandlung oder Impfung gegen Covid-19 gibt, wenden sich viele Menschen der Naturmedizin und den alten Rezepten von Großmüttern zu.

Enrique aus Caacupé hatte alle Symptome der Krankheit: „Ich hatte zwei Tage Fieber und nach der Einnahme von Paracetamol ging es mir nicht besser. Also trank ich Honig mit heißem Zitronensaft und dann einen Zuckerrohrschnaps“, berichtete er. Auch nachts atmete er heißen Eukalyptusdampf ein und trank Orchata, dessen Mixtur seine Mutter mit Melonensamen für ihn zubereitet hatte.

Am dritten Tag fühlte er sich besser und wollte wieder arbeiten, aber sein Chef machte ihm klar, dass er ihn nach seiner Rückkehr nach Hause schicken würde, weil er die Quarantäne abschließen sollte.

Ebenso verließen sich Rita aus Luque und ihr Ehemann zu jeder Zeit auf Hausmittel, nachdem sie positiv auf Covid-19 getestet wurden.

„Wir haben Kamille, Zitrone, Orangenblätter und Eukalyptus gekocht und dann diesen heißen Tee getrunken”, sagten sie und behaupten, dass die Krankheit sie dadurch nicht sehr schwer getroffen habe.

Alcides aus Ciudad del Este hat auf Facebook ein Video hochgeladen, in dem er ausführlich darlegte, wie er die Krankheit besiegt hat. Er folgte der Fieberbehandlung seiner verstorbenen Großmutter, die eine empirische Ärztin war.

„So sehr viele Ärzte das, was ich sage, nicht mögen, sie hat gesagt, dass man schwitzen muss, um bald zu heilen und ein feuchtes Tuch auf die Stirn legen soll”, sagte er. Schließlich betonte er, dass “egal wie viel Wissenschaft eine Sache aussagt, wir müssen bedenken, dass wir in Paraguay sind”.

In Alto Paraná gibt es eine Zunahme der Selbstmedikation, warnte Dr. Hugo Kunzle, Direktor der Gesundheitsregion.

„Bei Vorliegen von Symptomen bitten wir Sie dringend, sich mit Ihrem Hausarzt oder Ihren Krankenhäusern zu beraten”, sagte er.

Er wies darauf hin, dass aus diesem Grund die Zahl der schwerkranken Patienten, die in die Krankenhäuser kommen, zunehme und damit die Möglichkeit steige, dass sie direkt auf die Intensivstation kommen, wo die Heilungschancen geringer seien.

Wochenblatt / Extra / Facebook

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Europakongress

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5 Kommentare zu “Trotz Warnungen werden Hausmittel gegen Covid-19 verwendet

  1. Heilpflanzen werden im Volksmund nicht umsonst so betitelt. Es gibt genügend Pflanzen die auch eine antivirale Wirkung haben und SARS-CoV-2 ist eben ein Virus. Wer im Frühstadium einer Krankheit die richtigen Pflanzen zu sich nimmt, kann einem schlimmen Krankheitsverlauf umgehen.
    Ich hab’ aber auch schon die Erfahrung gemacht, dass man um einen Krankenhausaufenthalt nicht drum rumkommt, wenn man damit zu lange wartet. Damals wollte ich es Tortur ohne irgendwelche Hilfe überstehen und musste dann leider in die Notaufnahme. Passiert mir einmal, aber kein zweites mal.
    Wer sich Natur-basiert behandelt oder behandeln lässt, der weiß, dass er früh und bei kleinen Anzeichen schon zu handeln hat. Wer sich in der Apotheke Medikamente holt, der kann meist warten, bis es den Höhepunkt erreicht, aber bei der Naturheilkunde geht das meist nicht. Dafür nimmt man durch die Pflanzen weniger Giftstoffe zu sich. Beides hat Vor- & Nachteile, wie alles im Leben.
    Es gefällt denen, die in der Apotheke ihre Medikamente verkaufen natürlich nicht, wenn deren potenzielle Kunden sich zu Hause selbst und kostenlos mit Naturheilmitteln versorgen; aber ich bevorzuge ebenfalls Naturmedizin und kann diese auch nur empfehlen, wenn es sich eben um eine vorausschauende Person handelt.

  2. Atheisten schlafen besser

    Von:
    Klaus Ungerer

    2. Sep 2020
    Schlagworte:

    Atheisten Studie Kolumne

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    © pixabay.com (Pixabay License)

    Wer nicht glaubt, bekommt mehr Schlaf. Sagt jetzt eine Studie aus
    den USA. Was hat Gott sich denn dabei nun wieder gedacht?
    Atheisten schlafen besser. Zu diesem Ergebnis ist jetzt eine Studie in den USA gekommen. 73 Prozent aller Atheisten und Agnostiker bekommen mindestens sieben Stunden Schlaf in der Nacht, hingegen nur 63 Prozent der Katholiken und nur 55 Prozent der Baptisten. Muslime, die ja mancherorts frühmorgens aus dem Bett gerufen werden, werden im Abstract nicht erwähnt, oder vielleicht waren sie zu schlecht gelaunt oder zu müde, um an der Studie teilzunehmen.

  3. “Er wies darauf hin, dass aus diesem Grund die Zahl der schwerkranken Patienten, die in die Krankenhäuser kommen, zunehme und damit die Möglichkeit steige, dass sie direkt auf die Intensivstation kommen, wo die Heilungschancen geringer seien.”
    Kann Dr. Hugo Kunzle diesen Satz wissenschaftlich oder statistisch belegegen?
    Ich glaube eher nicht.

  4. Jeremia Ritter von Ochs vor dem Berg

    Der Gebrauch von Naturheilkraeutern duerfte der Pharmaindustrie herzlich egal sein. Das merken die nicht mal in ihren Bilanzen.
    Im Extremfall rauchen solche Naturfreaks umso mehr Pot, Marihuana und Crack so dass sie wiederum deswegen zu pharmazeutischen Medikamenten greifen. Im schlimmstenfall sind die Leute eben eher tot wo sich wiederum die Rentenkasse freut die ja sicherlich Investor bei den Pharmaunternehmen ist.
    Der Effekt von Naturheilkraeutern wird m.E. von @Jelly sehr genau und richtig beschrieben – sehr ausgewogen. Wirtschaftlich fallen Naturheilkraeuter eher kaum ins Gewicht und nehmen der Pharmaindustrie kaum Einnahmen weg.
    Naturheilkraeuter sind eher verbunden mit fernoestlichen Religionen und haben meist einen Placeboeffekt – zwar wirksam aber sehr schwach bis nur eigebildet wirksam und so kommt im Extremfall wieder das “richtige” Medikamente zum zuge soschnell der Vorzeigeheige erst mal im Krankenhaus gelandet ist.
    Die moderne Medizin ist was gutes und Naturheiler haben eher was mit Schamanismus zu tun wessen die Armen und die Unterschicht verfallen sind – weil sie eben meist nicht gebildet sind und durchaus dumm.
    Die meisten der in Paraguay eingewanderten Leute aus DACh duerften in der alten Heimat der sogenannten Unterschicht angehoert haben – die sind meist so manchem Hokus-Pokus verfallen und die Gruetze im Kopf ist durchaus matschig.

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