“Es ist katastrophal, niemand geht in Restaurants“

Asunción: Die Krise bei den Restaurants verschärft sich weiter. Niemand geht mehr in diese Räumlichkeiten, vor allem auch wegen den vielen Beschränkungen der Regierung aufgrund der Coronavirus Pandemie.

Der Präsident der paraguayischen Restaurantvereinigung, Oliver Gayet, sagte, dass die Situation für den Sektor aufgrund der durch die Covid-19-Pandemie ausgelösten Krise und der von der Regierung festgelegten Beschränkungen zunehmend komplizierter werde.

„Es ist katastrophal, niemand geht in die Restaurants, niemand reserviert einen Tisch. Wenn dies so weitergeht, werden mehrere Räumlichkeiten schließen und ihre Angestellten entlassen“, beklagte Gayet sich.

Er argumentierte, dass die Menschen die Botschaft des Gesundheitsministers Julio Mazzoleni “sehr gut verstanden“ hätten, dass diese zwei Wochen sehr schwierig sein würden, aber selbst, nachdem sie in Restaurants gehen dürfen, tue dies niemand.

Gayet erwähnte, dass die Vereinigung vor der Ausweitung der “sozialen Quarantäne“ Angst habe und vor allem davor, mit “so niedrigen“ Kundenzahlen fortzufahren. Er bestand darauf, dass einige, wenn dies so weitergehe, keine andere Wahl hätten, als ihre Lokale zu schließen.

„Nicht einmal beim Mittagessen gewinnt man Gäste, weil es eine Empfehlung gibt, nur im Büro zu essen, Essen mitzubringen und nicht in Restaurants zu gehen. Auf die eine oder andere Weise hat man keine gute Zeit“, fügte der Präsident des Verbands hinzu.

Gegenwärtig können in Asunción und im Departement Central von 05:00 Uhr bis 20:00 Uhr “normale“ Aktivitäten wie öffentliche Arbeiten, öffentliche Ämter, Bankgeschäfte und Reinigungsdienste durchgeführt werden.

Nicht wesentliche Unternehmen oder Geschäfte können von 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr geöffnet werden. Restaurants von Sonntag bis Donnerstag von 05:00 Uhr bis 23:00 Uhr und freitags und samstags von 05:00 Uhr bis 00:00 Uhr im Rahmen der “sozialen Quarantäne“, um die Verbreitung von Covid-19 einzudämmen.

Wochenblatt / ADN Paraguayo

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5 Kommentare zu ““Es ist katastrophal, niemand geht in Restaurants“

  1. Keine Restaurants aufzusuchen ist ein sinnvoller Gesundheitsschutz und im übrigen fehlen vielen die Mittel dazu. Wer ein Restaurant hat ist gut beraten es zu schliessen, das Personal zu entlassen und allenfalls einen ausser Haus Imbiss anzubieten. Das war aber bereits zu Beginn der Restriktionen absehbar, das sich das von den Politik Marionetten geschaffene Problem nicht kurzfristig aussitzen laest. Das einzige was in dem Sektor noch funktionieren kann ist eine Freiluft Bewirtung.

  2. Viele haben auch einfach nicht mehr das Geld, um eben in einem Restaurant zu essen. Die Bevölkerung weiß nicht, wie es künftig um ihren Arbeitsplatz oder um die Wirtschaft generell steht und da lebt man lieber billiger, kocht mehr Zuhause und achtet auf seine Einnahmen & Ausgaben.

  3. Abgesehen von den Auswirkungen der Corona-Quarantänemaßnahmen, war ein Sterben vieler Gastronomiebetriebe absehbar. Wenn ich zurück denke an die Zeit, als ich 2003 nach Paraguay kam, da gab es in ASU (und außerhalb ASU erst recht) nur sehr wenige Restaurants. Man wurde in diesen wenigen Restaurants freundlich bis herzlich empfangen, das Essen war meistens gut, reichlich und preiswert. Dann setzte plötzlich ein Boom von Neugründungen ein, überall entstanden Restaurants, die Portionen wurden langsam aber sicher kleiner und die Preise schossen in die Höhe. Auf diese Art und Weise hat sich die Branche langfristig das eigene Grab geschaufelt und Corona war nur noch der Zündfunke um das Ganze zur Explosion zu bringen. Und auch viele Zugewanderte glaubten, in Paraguay mit einem Restaurant reich werden zu können, weil sie sonst keine andere Idee hatten. Nun ist das eingesetzte Kapital weg und man steht am Abgrund. Tragisch für jeden Betroffenen, aber das Leben ist mitunter wirklich grausam. Ein Anlaß für mich, meinen lieben Landsleuten und Einwanderungsinteressierten folgenden Rat zu geben: Nur den wenigsten Einwanderern wird es gelingen in Paraguay „reich“ zu werden.Vielmehr ist harte Arbeit angesagt, mehr noch als im Heimatland. Nichts wird einem hier geschenkt, eher noch weggenommen. Es gibt von keiner Seite Unterstützung – eher das Gegenteil davon. Gut leben/überleben können Zugewanderte auf Dauer nur, wenn sie ein hohes Kapital mitbringen das sie sorgsam zusammen halten, oder über regelmäßige Einkünfte aus der Heimat verfügen, wie Rente, Zins- oder Mieteinkünfte. Ansonsten ist man in diesem Land „der Mops“!

  4. Dazu kommt noch, das ein großer Teil der Restaurants die Preise um gut 40-50 % angehoben haben, um die freibleibenden Plätze mit zu berechnen. Die Paar, die noch in ein Restaurant gehen, werden auch noch bestraft. Ganz zu Schweigen, von der fehlenden Freundlichkeit des Personals. Es mag natürlich ausnahmen geben, In einem Restaurant in ASU gibt es keine Speisekarten mehr. Diese muss man sich Per QR-Code herunter laden. Wenn man sein Handy nicht dabei hat, hast du halt Pech gehabt. Der Kellner zuckt dann nur mit der Schulter.
    Vielleicht lernen ja jetzt einmal auch diese Leute, was eigentlich Service bedeutet. Manchmal hat man das Gefühl, das man sich als Gast dafür bedanken muss, das dort gegessen und man großzügigerweise bedient wurde.

  5. Dazu kommt auch noch, dass die größeren Supermarktketten diverse Gerichte fertig gekocht oder gebraten zum Selbstzusammenstellen und Direktverzehr oder Mitnehmen anbieten. Dieselben finden sich in nahegelegenen Restaurants dann identisch zum drei- bis fünffachen Preis. Die meisten Restaurants haben nur eine geringe Auswahl, die eben genau der in den Supermärkten entspricht. Man kann sehen, dass einige Kunden größere Mengen davon in den Supermärkten einkaufen, wohl nur zum Zweck des Weiterverkaufs. Nicht verkauftes kann man ja einfrieren.
    Das einzige was noch relativ gut läuft sind McDonalds und Burgerking an der Autotheke. Schlangen wie vor der Pandemie oder länger. Die rstlichen lassen es sich nach Hause bringen.
    Also wer braucht die Restaurants noch. Es gibt nur wenig gute und Spezialrestaurants, die haben vielleicht eine Überlebenschance. 90% der Restaurants machen ohnehin im ersten Jahr nach Eröffnung Pleite oder mit oder ohne Corona.

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