Twitter als Arbeitsvermittlung

Asunción: Mit 27 Jahren und einer kleinen Tochter befand sich Jessica Sanabria in einer schwierigen Situation, nachdem das Finanzinstitut, bei dem sie sieben Jahre lang gearbeitet hatte, sie Ende April über ihre Kündigung informierte. Jedoch half ihr eine Publikation auf Twitter bei der Arbeitsvermittlung.

„Es war ein massiver Einschnitt, es ist nicht nur mir passiert, es gab auch Kollegen aus anderen Positionen. Zwei andere Filialen waren ebenfalls geschlossen worden“, berichtete Sanabria.

Zu dieser Zeit beschloss die junge Mutter, erneut zu versuchen, ihre Beziehung zum Vater ihrer kleinen Tochter, Gianella, wieder aufzubauen und sie lebten zusammen. Um ihr neues Zuhause einzurichten, benutzte Sanabria das Geld, das sie für ihre Abfindung erhalten hatte, aber sie rechnete nicht mit der Realität, dass ihr Partner sich entschließen würde, sie wieder zu verlassen.

„Von da an begann meine Tortur, sagen wir im wirtschaftlichen Teil, weil ich nicht wusste, wie ich sie lösen oder was ich tun sollte. Ich schickte meinen Lebenslauf überall hin, aber ich bekam wegen der Pandemie nur Absagen“, erklärte sie.

Sabrina fing an mit ihrer Cousine an, Desserts und Süßigkeiten zuzubereiten, um etwas Geld zu verdienen. „Danach haben wir dafür gesorgt, dass der Vater meiner Tochter mir mindestens die Miete zahlt, da er mich aus dem Haus gebracht hat, in dem ich bequem mit meiner Mutter lebte. Aber später sagte er mir, dass er sich diese Kosten nicht mehr leisten könne und ich wusste wieder nicht, was ich tun sollte“, erinnerte sich die junge Frau.

Eine Freundin empfahl ihr, auf Twitter ihren Lebenslauf zu publizieren, da die Informationen auf diese Weise viele Menschen erreichen und ihr helfen könnten, einen Job zu finden.

„Meine Veröffentlichung erreichte fast 3.000 Kommentare. Eine Dame erzählte mir, dass sogar die Arbeitsministerin meinen Tweet gesehen habe und sie mit mir sprechen wollte, um eine Plattform fertigzustellen. Ich schickte meinen Lebenslauf, hatte ein virtuelles Interview, aber nichts passierte. Am nächsten Tag schrieb mir der kaufmännische Leiter eines Unternehmens und ich schickte ihm meinen Lebenslauf. Eine Woche später riefen sie mich an und ich hatte ein Vorstellungsgespräch. Einige Tage später wurde ich zu einem zweiten Treffen mit der Personalabteilung eingeladen und da sagten sie mir bereits, dass ich am 1. September anfangen kann“, sagte Sanabrina glücklich.

Die junge Mutter erwähnte, dass der Job im Bereich der Verwaltung sei und das Unternehmen landwirtschaftliche Produkte und Maschinen für die Agroindustrie sowie Viehwirtschaft verkauft.

„Meine Tochter ist jetzt bei ihrer Großmutter väterlicherseits geblieben. Da wir in Asunción, dem Marktgebiet 4, leben, liegt es in meiner Nähe. Sie sagte zu mir: ‘Mama, es wird sehr schwierig für mich, wenn du wieder zur Arbeit gehst, aber wir brauchen Geld, damit du meinen Geburtstag organisieren kannst‘. Sie ist sich bewusst, dass wir weniger Zeit gemeinsam verbringen können“, fügte die junge Mutter mit einem Lachen abschließend hinzu.

Wochenblatt / La Nación

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6 Kommentare zu “Twitter als Arbeitsvermittlung

    1. So etwas gibt’s doch bei Clasipar. Inzwischen hat sich das alles zu Facebook verlagert. Da gibt es unzählige Gruppen, in denen man sich anbieten kann oder in denen Arbeitgeber auch nach Leuten suchen.

  1. Eines von Zehntausenden Opfern von Jobverlust der Fake-Pandemie, beschlossen von einigen hochrangigen Damen und Herren, dessen Gehalt jeden Monat sicher auf das Konto kommt, aber die normalerweise einen Scheißdreck um die öffentliche Gesundheit geben. Aber wenn man keine Ahnung hat, wie der normale Paraguayer auf einem äußerst wackligen Wirtschaftssystem sein Geld verdienen muss, dann beschließt man das einfach – erst recht, wenn’s Geld der kriminellen, menschenverachtenden WHO gibt.

  2. Twitter dafür zu nutzen finde ich doch irgendwie cool. Von Facebook kenne ich das ja schon. Ich wünsche allen, die derzeit einen Job suchen, dass sie auch fündig werden. Gerade jetzt ist es nicht einfach eine Arbeitsstelle zu finden, die auch den Richtlinien des Staates entspricht (2.192.839,00 PYG monatlicher Mindestlohn (bei einer 48 Std.-Woche) + 5 bezahlte Urlaubswochen im Jahr). Da kommen dann noch ein paar mehr gesetzliche Vorschriften hinzu, aber viele Arbeitgeber halten sich da nicht dran. Inzwischen kenne ich viele Arbeitgeber hier die Überstunden nicht bezahlen, oder die Frauen weniger bezahlen, obwohl diese dieselbe Arbeit wie Männer leisten. Es kommt auch nicht selten vor, dass manche Arbeitgeber dir einen kompletten Tag gar nicht zahlen, weil du nicht einmal fünf Minuten zu spät gekommen bist. Die gesetzlich vorgeschriebene Mittagspause (1 Std.) ist ebenfalls oft nicht gegeben. Von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz fange ich lieber mal nicht an.
    Als Verkäufer*in musst du nicht selten eine bestimmte Menge an Geld, durch die Verkäufe in die Firma geholt haben, um überhaupt den Mindestlohn zu erhalten. Liegst du darunter hast du einen Monat umsonst gearbeitet. Die einzige Firma, die ich kenne, welche das halbwegs noch im Rahmen macht, zahlt monatlich den Mindestlohn, aber wenn du drei Monate in Folge nicht Waren im Gesamtwert von 100.000.000,00 PYG verkauft hast, fliegst du raus.
    Was die Kündigung angeht, sind viele Arbeitgeber hier ja auch mehr als nur Frech. Wer gekündigt wird, hat nicht oft das Glück die gesetzlich vorgegeben Abfindung zu erhalten. Meist musst du klagen oder aber ein Dokument unterschreiben, in dem du angibst selbst gekündigt zu haben und dadurch nur den monatlichen Mindestlohn bekommst. In Zeiten der Pandemie haben die Leute nicht das Geld um zu klagen; schon davor hatten es ja viele schon nicht. In dem Fall nehmen die Leute lieber einmal 2.192.839,00 PYG und hoffen schnell eine neue Arbeit zu finden.

    Viele vergessen auch, dass 2.192.839,00 PYG BRUTTO sind; wenn davon die Steuern und die Krankenversicherung abgezogen wird, bleiben einem ungefähr 1.900.000,00 PYG NETTO. Davon dann Miete, Strom, Wasser und Essen zu zahlen ist fast ein Unding. Klar kommt es darauf an wo man lebt; je nachdem schwanken die Kosten; aber wenn man bedenkt, dass viele wirklich eine 72 Std.-Woche haben, die Nachtschichten nicht besser vergütet werden (was sie müssten) und manchmal Tage, die man aus gesundheitlichen Gründen nicht da war abgezogen werden, dann ist das schon krass wenig. Zumal man in vielen Bereichen wirklich gezwungen wird 24/7 für den Arbeitgeber und Kunden erreichbar zu sein; nur werden Zeiten außerhalb der „offiziellen Arbeitszeit“ werden nicht bezahlt. Machst du es nicht, verlierst du jedoch deinen Job.

    Ich hör‘ lieber auf. Bei dem Thema kommt mir die Galle hoch.

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    » | „Danach haben wir dafür gesorgt, dass der Vater meiner Tochter mir mindestens die Miete zahlt, da er mich aus dem Haus gebracht hat, in dem ich bequem mit meiner Mutter lebte.
    Bitte? Es war ja trotzdem wohl die Entscheidung von ihr selbst mit dem Mann mitzugehen. Das klingt ja fast so, als hätte er sie dazu gezwungen von Zuhause auszuziehen. Das kann doch wohl nicht ihr ernst sein. Das ist lächerlich.

    » | ‘Mama, es wird sehr schwierig für mich, wenn du wieder zur Arbeit gehst, aber wir brauchen Geld, damit du meinen Geburtstag organisieren kannst‘.
    Da fehlen mir gerade jegliche Worte. Die Mama arbeitet also, um den Geburtstag zu organisieren? So schlecht kann’s den beiden wohl dann nicht gehen, wenn der Geburtstag an erster Stelle steht. Miete und Lebensmittel fände ich da weitaus wichtiger. Feiern sind schön, aber wenn man finanziell nicht gut steht, sollte man soviel sein um zu wissen, dass man auch mal verzichten muss.

  3. Gibst im goockl.com „empleo Paragauy“ ein, da gibt in der Zwischenzeit verschiedene lokale Jobportale.
    @Jelly treffend formuliert, hervorragend analysiert. Mit dem Mindestlohn kann man nicht leben. Außer man kann bei jemandem wohnen und essen. Das heißt mit dem Mindestlohn kann man bloß überleben, nicht aber leben. Außer man lebt wie die eingeborenen, die sind ja schon glücklich, wenn es ihnen für Streichholz, Shwuddi Iglesias CD 120 dB und Bierbücks reicht. Das reicht dann trotzdem für zwei Eier für die 14 Kinder. Pro Tag.

  4. Glaube nicht, dass diese story stimmt. In paraguay sind es noch frauen und alleinerziehende muttis. In europa werden in den artikeln diese durch refugees ersetzt. Globalisten verarschen eben global.

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