Unternehmer will Missstände bei der Trinkwasserversorgung international anprangern

Asunción: Der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht und dies ist wohl dem Geschäftsmann Alberto Ortigoza Barrios passiert. Ihm platzte der Kragen wegen den ständigen Stromausfällen bei der ANDE und er will jetzt international dagegen vorgehen.

Barrios ist Unternehmer aus dem Wassersektor und prangerte an, dass er seit zwei Jahren unter ständigen Stromausfällen von dem Energiekonzern ANDE leide, die die Wasserversorgung von mehr als 100.000 Menschen in den Städten San Lorenzo, Fernando de la Mora und Luque betreffen. Diese Situation habe sich während der Pandemie noch verschlimmert, bei der die Menschen nicht einmal Wasser haben, um sich zu waschen und es gebe welche, die aus diesem Grund sogar gestorben seien, so Barrios weiter.

Laut Barrios sei er seit 40 Jahren für die Wasserversorgung mehrerer Städte im zentralen Departement zuständig, sei aber seit einiger Zeit neben der Überrechnung seines Energieverbrauchs auch Opfer der ständigen Stromausfälle durch die ANDE.

„Die Tatsache ist ernst, ich biete einen Service an, der Wasser für die Menschen bedeutet. Die ANDE bietet einen Energiedienst an, aber die ständigen Ausfälle bedeuten, dass, egal wie viele Schutzmaßnahmen wir an unseren Geräten anbringen, sie nicht funktionieren. Es sind sehr wichtige und teure Maschinen, die sich in den verschiedenen Tiefbrunnen oder Pumpen befinden und das bedeutet, dass meine Kunden nicht die lebenswichtige Flüssigkeit haben, für die sie bezahlen”, erklärte Barrios.

„Die Ansprüche muss ich als Unternehmer lösen, aber wir sind auf die ANDE angewiesen, die dieses Problem nicht in den Griff bekommt. Darüber hinaus führte der Wassermangel während der Pandemie zu einer Zunahme von Infektionen und Todesfällen, da viele Menschen nicht einmal Wasser zum Händewaschen hatten“, betonte Barrios weiter.

„Wenn wir die Situation nicht bald in den Griff bekommen und die gebührende Leistung erbracht wird, werde ich die Tatsache nicht nur vor Gericht anzeigen, sondern auch auf internationaler Ebene auf den Tisch bringen. Wir haben die zwei größten Wasserkraftwerke der Welt und trotzdem schaffen wir es als Paraguayer gemeinsam nicht, die Grundversorgung, wie den Zugang zu Trinkwasser, sicherzustellen“, fügte der Geschäftsmann abschließend an.

Wochenblatt / Hoy / Beitragsbild Archiv

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3 Kommentare zu “Unternehmer will Missstände bei der Trinkwasserversorgung international anprangern

  1. Der Mann hat grundsätzlich recht.
    Aber wie soll das funktionieren, in einem Land das mehr Planileros in den öffentlichen Einrichtungen hat als Mitarbeiter die auch wirklich etwas arbeiten?
    Die Gebühren die die ANDE einnimmt dienen in erster Linie dazu, die Unproduktiven zu bezahlen.
    So ist es im gesamten Staatsapparat. Solange sich hier nichts ändert, wird es bleiben wie es ist.
    Und die Chancen stehen schlecht für Veränderungen.

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  2. Ich ahne schon Kommentare wie “Is’ doch selber Schuld. Soll er doch Generatoren kaufen”.
    Er hat mit Sicherheit Generatoren, wahrscheinlich eine ganze Lagerhalle voll, aber irgendwann gehen die auch mal kaputt, muss ständig Diesel nachkaufen, darf anders als die Supermärkte eben nicht einfach so die Preise erhöhen und es platzt einem der Kragen, dass die Totalversager aus Ande einen Scheiß tun um die Situation zu verbessern. Jedes Mal die gleichen Versprechen, wenn ein neuer Chef am Start ist, jedes Mal passiert nichts. Dazu die gewürfelten Abrechnungssummen, unterirdischer Service und noch viel mehr Ärger.

    Ich drücke dem Unternehmer auf jeden Fall die Daumen, auch wenn ich nicht weiß was “international dagegen vorgehen” letzendlich bewirken soll.

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