Untersuchung: Paraguay wegen Verletzung der Rechte einer 10-jährigen angeklagt

Zwei Ärzte wurden von der Organisation amerikanischer Staaten (OEA) nach Paraguay gesandt, um die Situation des 10-jährigen Mädchens, welches von seinem Stiefvater vergewaltigt wurde und jetzt schwanger ist, zu untersuchen.

Weltweit hatten Organisationen Paraguay aufgefordert, eine Abtreibung vorzunehmen, teilweise mit der Begründung, das Leben der Mutter stehe in Gefahr. Das „Komitee zur Verteidigung von Frauenrechten in Lateinamerika und der Karibik“ (Cladem) hatte Paraguay bei der Menschenrechtskommission der OEA verklagt, die Rechte des Mädchens zu verletzen.

Die Mutter des Kindes hatte aus dem Gefängnis eine Abtreibung gefordert und die paraguayischen Ärzte wollten dem nicht nachkommen, das Kind selber wollte und will ihr Baby austragen, der Wille einer 10-jährigen ist aber unerheblich.

Die Ärzte Dr. Gualberto García Jones und Dr. Rafael José Cabrera (Bild) kamen zur Überprüfung der Lage nach Asunción und stellten am Mittwoch die vorläufigen Ergebnisse ihrer Ermittlungen der Presse vor. Nach ihrer Darstellung verläuft die Schwangerschaft, die sich mittlerweile in der 28. Woche befindet normal, das Mädchen befindet sich nach wie vor im Hospital und wird augenscheinlich angemessen betreut.

Die geforderte Zwangsabtreibung lehnten die beiden Ärzte kategorisch ab. Nach einem Treffen mit Mitgliedern des Außenministeriums und mehreren lokalen Ärzten und Rechtsanwälten, forderten sie die paraguayische Regierung unter Berufung auf internationale Menschenrechtsabkommen das Abtreibungsgesuch der Mutter abzulehnen. Es sei das Recht der Zehnjährigen die Schwangerschaft normal zu beenden.

Es handle sich zwar grundsätzlich wegen des Alters der Mutter um eine Risikoschwangerschaft, die aber bislang problemfrei verlaufe. Eine Abtreibung bringe eine größere Gefährdung mit sich als eine normale Beendigung der Schwangerschaft.

Im Hinblick auf Cladem sprachen sie, die Organisation habe falsch über den Gesundheitszustand der werdenden Mutter informiert. Cladem, Amnesty International und zahlreiche deutsche Zeitungen sprachen fälschlicherweise von einem „Todesrisiko“. Die behandelnden Ärzte haben nach Auskünften gegenüber der Untersuchungskommission zu jeder Zeit vor einem Abbruch der Schwangerschaft gewarnt, im Gegensatz zu den Darstellungen von Cladem.

„Die Manipulation der Fakten ist derart skandalös, dass wir nun eine formelle Anzeige bei der Menschenrechtskommission gegen Cladem erwägen“, sagte García. Er sprach auch von Indizien, die Mutter der Zehnjährigen, die kein Spanisch spricht und einen niedrigen Bildungsstand besitzt, habe einen Antrag auf Abbruch der Schwangerschaft unterschrieben, ohne den Inhalt gekannt zu haben.

García sprach von einem „ideologischen und politischen Spiel“ und aktiven Versuchen Mutter und Großmutter zu manipulieren, um den Enkel zu töten. Im Hinblick auf die Vergewaltigung sprach er von einem tragischen Ereignis, das nicht nur in Paraguay passiere und durch eine Abtreibung nicht besser werde.

Er zitierte außerdem Untersuchungen, nach denen der Missbrauch bei Vergewaltigungsfällen nach Abtreibungen oft wie zuvor weiter geht und ausserdem ein „Post-Abtreibungs-Syndrom“, welches eine hohe Selbstmordrate provoziere. Die OEA forderte Paraguay auf, das Strafmaß für Vergewaltigung zu erhöhen, das aktuell bei bis zu drei Jahren Gefängnis oder Geldstrafe liegt. Da auf Viehdiebstahl bis zu zehn Jahren Haft steht, schrieb eine Kollegin von Paraguay.com am vergangenen Wochenende, dass Kühe in Paraguay mehr Wert haben als Kinder.

Am 31. Mai war der internationale Tag des Kampfes gegen Missbrauch und Ausbeutung von Minderjährigen. Auch in mehreren Städten Paraguays fanden an diesem Tag Veranstaltungen und Märsche statt. In Asunción trugen Jugendliche in Anspielung auf ein Zitat des Staatspräsidenten ein Schild mit der Aufschrift „Mein Körper, mein Gebiet. Braucht und missbraucht mich nicht“ (Mi cuerpo, mi territorio. Ni usen, ni abusen). Bei einem Umzug in Villa Elisa forderte der Bürgermeister die Todesstrafe für Kindermissbrauch.

Quellen: Última Hora, Paraguay.com

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