Viehzüchter wegen niedrigen Preisen enttäuscht

Asunción: Für Viehzüchter sind die aktuellen Zeiten nicht rosig. Neben suspendierten Schlachtbetrieben und einem niedrigen Weltmarktpreis für Fleisch zahlt man auch nichts mehr für Leder. Neue Exportmärkte müssen erschlossen werden.

Korni Pauls, der Präsident der paraguayischen Kammer der Fleischproduzenten, erklärte in einem Interview, dass die aktuelle Lage verschiedene Gründe hat.

“In Vergleich zum Vorjahr sind die Preise viel niedriger. Das Einzige was noch fehlt, ist, dass man die Schlachthäuser für das Rausfliegen von Olimpia aus der Libertadores beschuldigt. In letzter Zeit sind wir an allem Schuld. Wenn wir 12 Monate zurückblicken, hatten wir höhere Preise, die höchsten im Mercosur und niemand erinnert sich mehr daran. Dazu kam, dass sehr viel geschlachtet wurde und man quasi am Maximum arbeitete. Es ist wichtig das zu erklären, denn nicht nur in Paraguay passiert das“, sagte Pauls gegenüber Abc Color.

“In den letzten 15 Monaten verlor Leder total an Wert. Auch die Preise für Innereien gingen in den Keller. Die Gerbereien arbeiten auf dem Minimum. Vor einem Jahr bezahlte man bis zu 500.000 Guaranies pro Tierhaut“, sagte Pauls in Bezug auf die Situation.

“Heute kann man froh sein, wenn man 3 US-Dollar bekommt. In Argentinien bezahlt man 2,65 US-Dollar, in Brasilien 2,55 US-Dollar und in Uruguay 4,02 US-Dollar. 85% des ganzen Fleischs geht nach China, die den Weltmarktpreis gehörig mitbestimmen“, erklärte er im Vergleich zu anderen.

“Der Produzent muss verstehen, dass Paraguay neue Märkte wie China braucht, denn da gibt es viel Nachfrage bei hohem Preis por Tonne. Aus in die USA zu exportieren ist rentabel“, schloss Pauls ab.

Wochenblatt / Abc Color

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9 Kommentare zu “Viehzüchter wegen niedrigen Preisen enttäuscht

  1. Kuno Gansz von Otzberg

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    Ja die Viehzucht hat ab dem Jahr 2000 das Land stetig verteuert durch die hohen Viehpreise und fast gar keine Kosten die die Viehzucht hat. Besonders laufende Kosten (operative Kosten) hat die Viehzucht kaum. Einml das Land gekauft, im naechsten Jahr das Vieh verkauft und damit das ganze Land abbezahlt, so ergab es ab dann immer so bei 95%ige Bruttoneinnahmen bei in etwa nur 5% operative Kosten. Das hat alle Preise und Waren im Land verteuert, andere Wirtschaftssektoren aus dem Markt getrieben oder sind dabei die Tueren zu schliessen, dank dessen konnte man stetig den Mindestlohn anheben und auf Pump leben. Schluss mit Lustig ist jetzt! Vor allem arbeitsintensive Unternehmen haben unsagbar unter dem Gelegenheitspreis der Viehzucht gelitten und sind stetig unrentabler geworden bei gleichzeitiger Reduzierung von Arbeitskraeften (man tat alles schliesslich nur selber um so vielleicht ueber die Runden zu kommen). Gelegenheitskosten bzw Preise: man verdiente bei der Viehzucht weit mehr als in anderen arbeitsintensiven Sektoren, z.B. Milchwirtschaft da bei der Viehzucht die Kosten praktisch bei Null lagen und die Preise in Euro unsaeglich hoch waren, so dass die Arbeitnehmer von anderen Sektoren in die Viehzucht abdrifteten wo dann die anderen Sektoren die Preise anziehen mussten um die Arbeiter halten zu koennen welches die Marge stetig verringerte bis dass viele in Konkurs gingen oder alles praktisch unrentabel wurde. Zulieferersektoren der Viehzucht entstanden und zogen die Preise an da die Viehzuechter diese zahlen konnten (Zementtroege, Werkstaetten, Dienstleister, Tallers, Veterinarias, Farmacias, Ausstellungen, Autohaendler, Traktorfabrikanten, Maschinenbau, Luxussegment, Bauherren, Tingladistas, etc.) so dass sich andere Sektoren die Erzeugnisse der Viehzuchtzulieferer eigentlich nicht leisten konnten weil zu teuer aber trotzdem von diesen kaufen mussten und so an die Wand gestellt wurden. Fazit: wenn die Preise beim Vieh fallen, so hinterlaesst man nichts anderes als ein ueberteuertes Land das zu teuer ist fuer das Ausland – folglich fallen die Exporte.
    Leder? Nun, man mahle das Leder fein und mische es unter die Innereien (die vorrangig nach Russland gehen fuer die dortige Bierwurscht und Wienerwuerstchen), die Maschinen zur Wasserinjektion duerfte man schon haben, dann mische man Saeure in diesem Mix, schrecke es dann mit Lauge ab und schon hat man das „beste“ weiche Fleisch das man sich vorstellen kann.
    Mach dir mal ein sogenanntes „Southern fried Sandwich“: Bologna Wurstscheiben in Fett braten, salz und Kaes‘ drauf und aufs Brot als Sandwich. Du wirst merken dass die Wurst aus gewissen Schlachthoefen der Mennoniten ehemals 5 Zoll Durchmesser hatten und nach dem braten schrumpf der Schrumpfkopf auf etwa maximal 3 Zoll und zerbricht wie ein Kartoffelchip. Schmecken tut’s gut weil schoen knusprig nur eben – wenn da nicht rund 50% Wasser und sonstwas Schrumpfiges und Evaporierendes drinnen ist so kreise der Geier um die Kooperative. Augen, Innereien, Genitalien, Moese, Euter, Pischer und anderweitige „Nettigkeiten“ schrumpfen halt beim braten und loesen sich zum Teil in Nichts auf.
    Aber ja das Leder kann man ja chemisch zu Fleisch verwandeln und irgendwo hineinmischen.
    Will Kornies behaupten man stocke das Gammelfleisch auf und konsumiere es heute was man vor einem Jahr gekauft hat?
    Na verschenk das Leder dann doch mal.
    Mister Bendlin-Cartes hat ja eben fusioniert und so viel ich verstanden haben nimmt BWM das Leder fuer ihre teuro Sitze – aber ja, akkumuliert sich 85% des Reichtums auf eine Elite von 10.000 Personen, so kaufen die nicht jeden Tag einen neuen BMW wo der Rest der 15% Reichtums auf 7 Millionen Personen verteilt ist die sich keinen BMW leisten koennen obwohl sie liebendgerne einen kaufen wollten. In etwa da liegt der Hund begraben und das Rezept die Wirtschaft wieder aus dem Dreck zu ziehen. Es ist besser fuer die Wirtschaft wenn 250 Personen je 4 Rinder haetten als dass 1 Person 1000 Rinder hat denn 250 Personen konsumieren mehr als 1 Person selbst wenn der Einzelne jeden Tag ein Rind auffraesse. Das was den Mennoniten in Russland wiederfuhr geschah vor allem wegen oekonomische Ungleichgewichte.

  2. Die Viezüchter scheinen von den ökonomischen Marktregeln wohl null Ahnung zu haben.
    Das Angebot bestimmt den Preis. Wenn man dann selbst ein Überangebot, weil man den Rachen nicht voll genug bekommen kann, produziert, darf man sich nicht wundern, wenn die Preise verfallen.
    Die Viehzüchter sind wohl dem globalistischem Märchen vom ewigen Wachstum aufgesessen.
    Außerdem frage ich mich, wie die klargekommen sind, als vor 10 Jahren die Inlandsfleichpreise bei der Hälfte der heutigen lagen.
    Ich halte das Ganze für Jammern auf hohem Niveau.

    1. welch ein großes Glück doch die Viehtreiber hier haben, das nun endlich Menschen hier her kommen, die was verstehen. Welch ein Segen!

        1. lumilu hat immer Recht – da musst du nicht nachfragen.
          Allerdings deine Bemerkung, dass die Fleischpreise vor 10 Jahren nur halb so hoch waren – schon einmal was von Inflation gehört? Rechne mal die damligen Preise mit der offiziell angegeben Inflation bis heute aus – und du wirst sehen, deine Rechnung ergibt ziemlich exakt die heutigen Fleischpreise.

    2. Vor 10 Jahren waren 1000 Guarani genau das was heute 2000 Guarani sind!

      oder gibt es Paraguay etwa nur 2% Inflation pro Jahr?

  3. Kuno Gansz von Otzberg

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    @Herrman1
    Die Viehzuechter verkaufen NICHT Fleisch im Inland sondern es wird wie beim Merkantilismus zu anderen Reichen im Ausland verkauft. Im Merkantilismus bzw Mittelalter produzierte der Adel fuer den Adel im Ausland – man verkaufte halt unter sich als Reiche das Gute. Eben weil das Volk im Mittelalter keine Kaufkraft hatte. Die Gewuerze des reichen Handelsmannes Marco Polo gingen an die Fuersten und Koenige in England, Italien, Spanien, Deutschland, usw. wo wiederum die reichen Juden als Edelsteinschleifer diese fuer die Fuersten machten. Das Gros des Volkes blieb aussen vor von der Wirtschaft. Das Gold und Silber aus spanisch Amerika gehoerte dem spanischen Koenig der damit Produkte von anderen Adeligen und Koenige Europas kaufte.
    So auch die Viehzuechter allen voran die Mennoniten die das Fleisch „an die Reichen in aller Welt verkaufen“. Sowas nennt man dann „bessere Maerkte suchen“.
    Das Fleisch der Mennoniten ist nie billiger geworden im Inland sondern man exportierte dieses halt ins Ausland da wo die Reichen waren – ins arme Ausland ging nichts und die Eingeweide vor allem nach Russland. Rate mal warum die Eingeweide nach Russland gingen: weil die aermer sind als die Europaeer und daher nicht so viel zahlen konnten – daher bekamen sie nur noch den Abfall fuer teures Geld. Reich verkauft halt nicht nach Arm des Auslandes. Das ist der Grund warum man so gerne in den europaeischen und amerikanischen „Markt“ kommen will: da sind die Reichen die zahlen koennen. „Markt“ = reich verkauft an reich; arme Schlucker und Habenichtse bleiben aussen vor.
    Die expansive Wirtschaft ist so quasi vorbei, aller Wald gerodet ausser die Naturschutzzonen: daher stottert der Motor und man fliegt nur noch an Benzindampf.
    Da die Kosten der Viehzucht sich nur bei 5% belaufen (der Rest sind inflationaere Dienstleistungspreise), so koennte der Fleischpreis um 95% fallen um genau die laufenden Kosten zu decken. Selbst mit 80%ig geringerem Viehpreis wuerde kein Viehzuechter daran denken aufzugeben da er noch rund 15% Reingewinn machen wuerde wenn der Rest des Preisniveaus auf ein Normalniveau runtergebracht wuerde.
    Z.B. ein 100 PS Trekker koennte ja 100 Millionen Guaranies kosten und ein neuer fetter Toyota Hilux 50 Millionen Guaranies (und ein neuer BMW auch 50 Millionen nicht wahr Bendlin-Cartes Konglomerat?). Die Fleischpreise im Supermarkt waeren dann 5000 Gs pro Kg wo der Viehzuechter 1000 Gs/Kg bekommt. Dem Japsen, loco Europeo und americano de mierda verkauft man dann das Fleisch fuer 10000 Gs das Kg. Condor SACI und Perfecta bringen eine neue Einspritzpumpe fuer den Schmerzedes und „BMW mach mich arm und wuetend“ fuer 200.000 Guaranies. Ein neuer Motor der Vehikel kostet 3 Millionen Guaranies, eine Werkstattarbeitsstunde 8000 Guaranies, eine Bulldozerstunde auch 8000 Guaranies, usw. das nennt sich forcierte Deflation, wenn die „Hollaendische Krankheit“ zu sehr um sich gegriffen hat.
    Niemand im Land verdient mehr als 50% ueber dem Mindestgehalt (das nennt sich am Durchschnitt gewichtete Hoechstgrenze der Gehaelter).
    Dieses Rezept empfiehlt Mirabilis Dr Hans Werner Sinn gerade den ueberteuerten Suedlaendern der EU, welches ja alles Lateinerlaender sind – an der selben Krankheit krankelt Paraguay.
    Oder man faengt an mit Subventionen zu arbeiten wo der Fleischsektor, Maschinenunternehmer und Dienstleistungssektor andere Sektoren subventioniert wie z.B. den Milchsektor und andere arbeitsintensive Sektoren.
    Deswegen gerade erlaubte Stroessner nicht dass der USD Wechselkurs frei dem Markt ueberlassen wurde sondern fixierte den Wechselkurs – wohl u.a. wegen dem Itaipu Vetrag. Denn die Dinge ufern nun mal leicht aus und sind dann nachher nicht mehr zu kontrollieren.
    Dass die Preise nicht fallen bei Ueberangebot ist doch ein klares Zeichen dass die Preise nicht von Angebot und Nachfrage bestimmt werden sondern fixiert werden von einer ganz kleinen Gruppe an Elitisten und Reichen.
    Gerade Cencoprod, das ist die mennonitische Lederfabrik, versuchte in den vergangenen Jahrzehnten den lokalen Ledermarkt auzutrocknen denn nicht ein Lederstueck verkaufte man im Innland sonder es ging alles nach Italien fuer Mercedes, VW und BMW. Man hielt es nicht fuer noetig lokal zu verkaufen obzwar da eine riesige Nachfrage bestand. Sogar deren Wet Blue Leder waere zu viel zu gebrauchen im lokalen Markt – aber nein man wollte nur zu den Reichen das Leder verkaufen.Nur auf Umwege kommt man an Leder ran im Chaco wo der Lateiner einen kraeftigen Mark Up draufschlaegt wo mans doch direkt von der Mennonitenfabrik fuer billig haben koennte. So wird der Lederpreis kuenstlich hochgehalten wo die Ansprueche des hochnaesigen Mennoniten (Hochnaesigkeit kommt durch Ueberschuss an Reichtum durch die hohen Viehpreise) bis ins Nirvana geschnellt sind.
    Macht bayrische Lederhosen draus, oder echte Cowboyleggins, oder bezieht damit mal Sitze von Autos, Motorraeder, Trekker, usw fuer billig – so wie es frueher gemacht wurde wo noch jeder Mennonit sein eigenes Leder gerbte. Eine Lederdecke fuer den Winter waere sehr interessant und eine super Idee, Ledergardinen fuers Haus, Moebel bezogen mit Leder, Laptophuellen aus Leder, etc.
    Schmeisst das ueberschuessige Leder auf den lokalen Markt fuer billig, dann hat auch das gemeine Volk was davon. Macht euch eure eigenen Sachen aus Leder anstatt das miserable Gummizeug aus China zu kaufen – selber machen anstatt kaufen ist die Devise.

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