Von Paraguay imprägniert?

Formosa: Paraguay als armes Land abzutun, bleibt jedem selbst überlassen. Zu sagen, dass Paraguay für die Armut der Provinz Formosa verantwortlich ist, könnte man als gewagt bezeichnen. Gibt es Gründe dafür?

Laut dem Journalist Carlos Reymundo Roberts, der in La Nación von Argentinien über das vermeintliche Problem berichtet, sind es die Wirtschaft und die Kultur, die Formosa von Paraguay angenommen hat. Seit 22 Jahren regiert von Gildo Insfrán wurde die Provinz Formosa zum Armenhaus Argentiniens, geleitet durch Korruption und Drogenhandel.

Dank der Grenzübertretungen von Argentiniern und Paraguayern in dem jeweiligen Nachbarland vermischte sich die Kultur dermaßen, dass kaum mehr ein Unterschied besteht. Paraguayer werden zudem als stark ausgeprägte Machos hingestellt, die diese Lebensart auch in Argentinien praktizieren. Familienangehörige auf der anderen Seite der Grenze sind keine Seltenheit.

Speziell die Provinz Formosa hat eine gute Beziehung zu Paraguay. Es gibt Austauschprogramme im Bereich Bildung und Gesundheitswesen. Clorinda beispielsweise lebt von Verkäufen seiner Waren an Paraguayer, darunter auch viel Schmuggelgut.

Die Tageszeitung La Nación schreibt, ähnlich wie in Paraguay, sehr positiv über die aktuelle Regierung. Die Beschuldigung von Insfrán, der bekennender Kirchner Anhänger ist, wundert demnach nicht.

Wochenblatt / La Nación AR

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2 Kommentare zu “Von Paraguay imprägniert?

  1. genau so ist es, Schröder. Es sind immer noch dieselben Leute bzw. dieselben Familien, nur eben jetzt die Enkel oder Urenkel der damaligan Paraguayer, die sich infolge der Grenzveränderung heute teilweise sogar sehr gerne Argentinier nennen. Es geht sogar noch weiter. Ich kannte einen jungen Mann aus Formosa, der in Asuncion Arbeit suchte, natürlich als Argentinier. Bei der Beschaffung seiner Einwanderungspapiere hatte dieser Junge grösste Probleme, da er immer wieder an Leute geriet, die sich ihm als Einwanderungshelfer anboten und ihm immer nur das Geld aus der Tasche zogen für nichts. Anlässlich eines persönlichen Gespräches mit ihm ergab sich, daß er zwar in Formosa geboren ist, seine Eltern allerdings beide Paraguayer waren, und beide geboren in Guarambaré, und sein Vater war sogar Soldat im Chaco-Krieg gegen Bolivien. Auf meinen Hinweis, er möge die Geburtspapiere seiner Eltern aus Guarambaré besorgen, könne er für sich die paraguayische Staatsangehörigkeit beantragen und brauche all die teuren Einwanderungspapiere überhaupt nicht, er könne dann direkt die Cédula (Personalausweis) beantragen als Paraguayer, Nun, gerade das wollte er nicht, aus falschem Stolz. Er hätte starke Minderwertigkeitskomplexe bekommen, wenn er nur daran dachte, evtl. Paraguayer zu werden. Denn er war ja bereits „Argentinier“ und das sei doch viel mehr, als „nur Paraguayer“ zu sein. Er hat darauf bestanden, Argentinier zu bleiben und musste natürlich die Bedingungen erfüllen, die von jedem Ausländer für die Erlangung einer Aufenthaltsgenehmigung gefordert werden. Er selbst erzählte mir, daß die ganzen Bewohner auf dem Land in Formosa ehemalige Paraguayer seien, aber keiner wolle wieder Paraguayer werden, denn immerhin seien doch jetzt alle Argentinier. Nun, diese Denkweise ist eigentlich kaum zu verstehen, ich verstehe es „ehrlich gesagt“ auch nicht. Ich hätte wahrlich die im Ausland wohnenden und dort geborenen Paraguayer für patriotischer gehalten, als solche eine Einstellung zu haben.

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