Vorbereitungen laufen: Paraguay drohen monatelange Starkregen durch El Niño

Asunción: Das Klimaprognosezentrum der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) hat das El-Niño-Szenario für die kommenden Monate auf ein praktisch dominierendes Signal hochgestuft: Die offiziellen Wahrscheinlichkeiten für Juni zeigen eine Chance von 97 % bis 100 % für das Auftreten von El Niño im Zeitraum vom Trimester Mai-Juni-Juli bis hin zu November-Dezember-Januar.

Die MetSul (Meteorologiebehörde des Südens) berichtete ebenfalls, dass das Klimazentrum NOAA den Beginn der Episode 2026-2027 angekündigt hat, da die ozeanischen und atmosphärischen Signale im äquatorialen Pazifik bereits gekoppelt sind. Für Paraguay, und insbesondere für den Süden und Südosten des Landes, erfordert dies erhöhte Aufmerksamkeit: El Niño erhöht in der Regel die Wahrscheinlichkeit von überdurchschnittlichen Regenfällen, häufigen Stürmen und Starkregenereignissen.

Das offizielle Signal: El Niño etabliert sich und könnte sich intensivieren

Die offiziellen Grafiken der Institution NOAA zeigen ein sehr eindeutiges Szenario: El Niño wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 97 % für Mai-Juni-Juli, 99 % für Juni-Juli-August und 100 % zwischen August-September-Oktober, September-Oktober-November, Oktober-November-Dezember sowie November-Dezember-Januar prognostiziert. Zudem erfolgt die Überwachung anhand des relativen Niño 3.4/RONI-Index, der die Anomalien der Meerestemperatur im zentralen und östlichen Pazifik bewertet.

Parallel dazu zeigen die beigefügten Modellkarten eine deutliche Intensivierung: Das ECMWF (Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage) korrigierte seine Prognose von einem Höchstwert nahe +3,1 °C im April auf einen Spitzenwert von nahe +3,6 °C in der Juni-Aktualisierung, während das CFSv2-Modell der NOAA einen ausgeprägten Erwärmungstrend zum Frühling und Frühsommer hin beibehält.

Was das für Paraguay und Itapúa bedeuten kann

In Paraguay bedeutet El Niño nicht, dass es jeden Tag regnet. Es erhöht jedoch die Wahrscheinlichkeit für feuchtere Perioden, aktivere Wetterfronten, häufiger auftretende Stürme und großflächige Wettersysteme, die erhebliche Niederschlagsmengen hinterlassen können. Die Saisonkarten des ECMWF für August bis Dezember zeigen ein Signal für überdurchschnittliche Regenfälle über dem zentralen Osten Argentiniens, Uruguay, dem Süden Brasiliens und Teilen des Südens/Südostens von Paraguay – der Region, in der sich das Departement Itapúa befindet. Das Zeitfenster mit der größten Aufmerksamkeit sollte Ende des Winters beginnen und sich im Frühling verstärken, insbesondere zwischen September und Dezember, wenn die Sturmhäufigkeit in unserer Region normalerweise ohnehin zunimmt.

Risiko von schweren Stürmen, Hochwasser und Überschwemmungen

Mit einem aktiven El Niño drohen Paraguay häufigere, teils schwere bis heftige Stürme mit Starkregen in kurzer Zeit, Sturmböen, starker Blitzaktivität und vereinzeltem Hagelschlag. Das Risiko beschränkt sich nicht nur auf Flussüberschwemmungen: Es kann auch zu Sturzbächen im urbanen Raum, Bodenübersättigung, dem Überlaufen von Bächen, unpassierbaren Landwegen und Problemen in Vierteln mit unzureichender Entwässerung kommen.

Itapúa, Misiones, Ñeembucú, Alto Paraná, Caazapá und die Gebiete nahe dem Paraná-Fluss müssen die Entwicklung der Sturmsysteme besonders aufmerksam verfolgen. Regionale Präzedenzfälle zeigen, dass El-Niño-Ereignisse in Paraguay mit erheblichen Niederschlagsanteilen, insbesondere im November und Dezember, sowie mit Hochwasser der Flüsse Paraguay und Paraná verbunden waren.

Wie wir uns auf die kommenden Monate vorbereiten können

-Bürger: Dachrinnen, Höfe und häusliche Abflüsse sauber halten; keinen Müll in Bäche, Wasserläufe oder Kanäle werfen; wichtige Dokumente in wasserdichten Taschen aufbewahren; Taschenlampen, sicheres Trinkwasser, Basismedikamente und einen familiären Notfallplan bereithalten. Bei Stürmen das Überqueren von überschwemmten Straßen, niedrigen Brücken oder reißenden Bächen unbedingt vermeiden.

-Gemeinden: Es ist von entscheidender Bedeutung, die Reinigung von Gullys, Abflüssen und Flusskanälen zu verstärken, insbesondere in den am meisten gefährdeten Vierteln. In Encarnación führt die Stadtverwaltung bereits Reinigungsarbeiten an den Entwässerungskanälen durch – eine Schlüsselmaßnahme, um das Risiko von Sturzbächen und städtischen Überschwemmungen bei Starkregen zu verringern.

-Staat: Der Staat arbeitet bereits an Notfallplänen für den potenziellen Anstieg von Regenfällen und Überschwemmungen infolge von El Niño. Diese Maßnahmen müssen eine permanente Überwachung von Flüssen und Bächen, die Koordination mit Gemeinden, Gouvernements, Feuerwehren und Rettungsorganisationen, die Einrichtung temporärer Notunterkünfte sowie eine klare Kommunikation von Warnungen an die Bevölkerung umfassen.

Wochenblatt / Meteorologia Encarnación / Beitragsbild Archiv / X

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