Warum es noch immer keine deutschen Online Casinos gibt

Das Spielen im Online Casino verspricht schnellen Reichtum. Wer in einen Spielautomaten Geld investiert oder beim Roulette auf eine Zahl setzt, der möchte damit am liebsten Millionär werden. Komplett ausgeschlossen ist dies nicht. So hat der Brite Jon Heywood im Oktober 2015 den größten Jackpot in der Geschichte des Online-Glücksspiels gewonnen. Aus einem Einsatz von 25 Pence, also 30 Cent, machte Heywood 13,2 Millionen Pfund. Das sind umgerechnet etwa 15,85 Millionen Euro. Zahlreiche weitere Glücksspieler konnten mit ähnlich geringen Einzahlungen hohe Gewinne erzielen. Auch viele deutsche Besucher von Online Casinos haben im Laufe der Zeit ihre Konten mit Hilfe von Spielautomaten, Poker, Black Jack oder Roulette gefüllt. Dabei ist die Teilnahme an Glücksspielen in Deutschland eher undurchsichtig geregelt. Das ist auch der Grund, weshalb man deutsche Online Casinos bislang noch vergeblich sucht.

Der Anfang 2008 in Kraft getretene Glücksspielstaatsvertrag sollte den Umgang des deutschen Rechts mit Glücksspielen endgültig regeln. Allerdings beinhaltete der Vertrag ein staatliches Monopol auf Sportwetten. Daher lehnte der Europäische Gerichtshof im September 2010 den Glücksspielstaatsvertrag als rechtswidrig ab. Im Juli 2012 trat der Glücksspieländerungsstaatsvertrag in Kraft. Dieser war jedoch nur von 15 der 16 Bundesländer unterzeichnet worden. Schleswig-Holstein hatte darauf verzichtet, am Vertrag beteiligt zu sein. Stattdessen vergab das Bundesland eigene Glücksspiellizenzen. Bei der Landtagswahl im Mai 2012 kam es allerdings zu einem Regierungswechsel. Die Koalition aus CDU und FDP, die auf das Unterzeichnen des Glücksspieländerungsstaatsvertrags verzichtet hatte, wurde abgewählt. Die neue Regierung aus SPD, den Grünen und dem Südschleswigschen Wählerverband schloss sich im Januar 2013 dem Glücksspieländerungsstaatsvertrag an. Im Februar 2016 entschied der Europäische Gerichtshof erneut, dass der Vertrag nicht dem europäischen Recht entspricht.

Im März 2017 legte die Bundesregierung den 16 Ländern den Entwurf zum Zweiten Glücksspieländerungsstaatsvertrag vor. Damit dieser zur Anwendung kommen konnte, musste er von sämtlichen Bundesländern unterzeichnet werden. Allerdings hat Schleswig-Holstein seit der Landtagswahl im Mai 2017 wieder eine neue Regierung. Diese besteht aus der CDU, den Grünen und der FDP. Die Koalition hat bislang noch nicht darüber entschieden, ob sie dem Vertrag zustimmt. Auch Nordrhein-Westfalen hat noch keine Entscheidung getroffen. Daher ist der Zweite Glücksspieländerungsstaatsvertrag bislang noch in der Schwebe. Immerhin sieht der Entwurf vor, dass die Anbieter von Online Casinos in Deutschland eine Lizenz erwerben können.

Von der derzeitigen Gesetzeslücke sind deutsche Glücksspieler aber nicht betroffen. Sie können sich einfach bei ausländischen Casinos einen Account anlegen, ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen. Sie sollten jedoch unbedingt darauf achten, dass die Spielbank über eine Lizenz verfügt, die von der staatlichen Behörde eines EU-Landes ausgestellt wurde. Vor allem in Malta, Zypern und Gibraltar haben viele Online Casinos ihren Sitz. Die Lizenz stellt sicher, dass die Anbieter seriös sind und ihren Kunden die nötige Sicherheit bieten. Dazu gehört unter anderem, dass sie verschiedene Methoden zur Ein- und Auszahlung nutzen. Zu den Vorteilen von Online Casinos gehört auch die Möglichkeit, überall per Smartphone oder Tablet-Computer zu spielen. Reizvoll ist nicht zuletzt der Bonus, den zahlreiche Anbieter neuen Kunden gewähren. Sehr beliebt ist dabei etwa die Verdoppelung der ersten Einzahlung.