Mythen und Wahrheiten über die Paraguayer

Asunción: Welche Mythen und Wahrheiten existieren über die Paraguayer? Ein Thema, zu dem der Schriftsteller und Professor Carlos Villagra Marsal mehr Auskunft geben kann.

„Abgesehen davon, dass wir Paraguayer biologisch Mestizen sind, haben wir Paraguayer eine große kulturelle Vielfalt, die von unseren Vorfahren stammt: Von der Fähigkeit, aus Situationen herauszukommen, bis hin zu großer Gastfreundschaft. Dennoch sollten wir zwischen einem dekadenten, ländlichen Paraguayer und dem Stadtbewohner unterscheiden, mit vielfältigen Veränderungen und Umständen“, erklärte Marsal.

Auf jeden Fall ist der typische Paraguayer ein zurückhaltender Mensch, der natürlich misstrauisch ist. Sogar mit Ausflüchten, um nicht angesprochen oder in irgendeiner Weise untersucht zu werden, wie es geschieht, wenn viele Ärzte Patienten ausfragen, die in ländliche Krankenhäuser gehen. Es steckt eine große List in jedem Paraguayer, um aus Situationen und Zwangslagen herauszukommen.

Nüchternheit ist auch ein Charakteristikum der Paraguayer aufgrund einer langen Tradition der Tugend. Andererseits erwähnt Marsal, dass es eine große Neigung zum Machtmissbrauch gebe. „Und auch in jüngster Zeit kennzeichnet den Paraguayer eine große Distanz zu den Gesetzen aus, zur Institutionalität und er hat große Schwierigkeiten bei der Konsensfindung“, sagt er.

Der Schriftsteller weist darauf hin, dass die 35 Jahre der Diktatur von Alfredo Stroessner das Verhalten der Paraguayer schwer belastet haben. „Vor Stroessner war man arm und zufrieden, eine Situation, auf die die Paraguayer der früheren roten und liberalen Regierungen stolz waren. Jetzt geht es darum, etwas zu bekommen, das legitim funktioniert, aber viele wollen einen anderen Vorteil haben, um ein öffentliches Amt zu übernehmen, für das sie verantwortlich sind“, warnt er.

Und die Apathie der Paraguayer? Es ist eine Geschichte, die von den spanischen Eroberern und später von den wirtschaftlichen Eroberern nach den gleichen Kriterien behandelt wurde. „In vielerlei Hinsicht sind auch wir Opfer des Imperialismus“, betont Marsal.

Ob die Paraguayer faul sind oder nicht arbeiten wollen, ist ein weiterer Mythos. „Der Paraguayer ist ein sehr fleißiger Mensch bei der Arbeit und der beste Beweis dafür ist derjenige, der ins Ausland geht, um zu arbeiten“, sagte er und fügte hinzu, “was der Paraguayer als Hindernisse vor sich hat, um seinen Fleiß zu demonstrieren, ist der Mangel an Möglichkeiten, der Mangel an Arbeitsquellen und die Lösung grundlegender Probleme wie Bildung und Gesundheit“, erklärt Marsal.

Die Gastfreundschaft ist eine der Tugenden, die vor allem auf dem Land unverändert geblieben ist: Dieser Geist der Projektion, wie er in Paraguay genannt wird, der Solidarität mit den Mitmenschen, wird ebenfalls bewahrt. Es ist nicht unüblich, eine kleine Estancia zu erreichen, die sich im Landesinneren befindet, wo man nur zu Fuß oder mit dem Pferd hinkommt und eine Einladung zum Essen oder sogar zur Übernachtung erhält.

Vom “Land der Freunde“ weist der Autor darauf hin, dass ein kollektives, von Vetternwirtschaft geführtes Gebilde der Institutionalisierung entgegensteht, erst recht eines Landes und fügt hinzu, dass die Vetternwirtschaft mit dem Regime von Alfredo Stroessner begonnen habe. „Paraguay war nicht so. Man muss sich die Liste wichtiger Personen, Abgeordneter und Senatoren aus früheren Jahren, sogar aus dem 19. Jahrhundert, ansehen, die es für ernst hielten, dass man einen Bruder in ein öffentliches Amt berufen sollte“.

Er betont, dass es in Paraguay Helden von heute gibt, kulturelle, wirtschaftliche und arbeitende Menschen, bescheiden, einfach, die, ohne irgendjemanden etwas zu fragen, die Grundlage unserer Nationalität erhalten und die wie das Fundament unserer Nationalität sind. „Menschen, die ihr Land lieben, die es besser sehen wollen und die etwas tun“.

Prof. Carlos Villagra Marsal, der sich selbst als “von Natur aus optimistisch“ betrachtet, ermutigt junge Menschen in diesen wichtigen Zeiten, “Teil des großen Entscheidungsmotors des Landes zu werden“.  „Wenn es notwendig ist, Politik zu machen, dann sollen sie es tun und versuchen, es mit ihren Aktivitäten in Einklang zu bringen: Zuerst muss man leben und dann muss man philosophieren, wenn man sich sein Brot gesichert hat, aber nicht alles auf einmal vorgeben. Sie sollen in die Entwicklung des Landes im beruflichen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereich eingreifen, was auch immer sie mögen“, betonte er.

Wochenblatt / ABC Color / Foto Archiv

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10 Kommentare zu “Mythen und Wahrheiten über die Paraguayer

  1. Heute ist dann doch der 1. April. Noch nie so viel Unsinn gelesen. Der Autor scheint nicht von hier zu sein oder ein anderes Land und andere Menschen zu beschreiben.

    1. Hört auf über dieses Land zu berichten und seit froh das ihr Deutschen/Österreicher/Schweizer dort willkommen seit.
      Der Rassismus der einen von euren Völkern hier erwartet ist unglaublich.
      Ich als Paraguayer kann euch sagen Ihr verdient dieses Land nicht mit eurer beschränktheit und ärmlichen Mentalität.
      Ihr werdet nie die Menschen dort verstehn den diese haben einen anderen Horizont.
      Es wird die Zeit kommen wo der Europäer dort nicht mehr willkommen ist, alles was ihr dort macht ist Inflation mit eurem Euro.
      Entfernt eure kranken Kadaver.
      Und wagt es nicht über ein Land zu urteilen das euch menschlichen Abfall mit offen Armen aufnimmt!!!!

      1. So ist es. Da kann Poppo argumentieren wie er will und meinetwegen auch die Bibel zitieren. Soll man nicht alle Menschen lieben wie „unser Heiland“?

  2. Was schreibst du da für einen Scheiss. Ich persönlich ziehe jeden Paraguayer einem DACHler vor, insbesondere wenn es um die Vergabe von Arbeit geht. Habe genug Erfahrungen gemacht. Geht doch in euer gelobtes Land zurück, wenn die euch noch . nehmen.

    1. Zitat: „Ich persönlich ziehe jeden Paraguayer einem DACHler vor, insbesondere wenn es um die Vergabe von Arbeit geht.“
      Aus welchen Gründen du so entscheidest würde mich interessieren und um welche Art von Arbeit geht es da?

    2. Mich würde es auch interessieren warum Du einen Paraguayer für Arbeiten vorziehst.
      Ich kenne Deutsche die fantastische Arbeit leisten die ein Paraguayer nicht zustande bringen würde.
      Ich bin Oberflächenveredler (Maler u. Lackierer) und wurde von meinen PY Nachbarn gefragt, ob ich bei denen nicht den Putz in Ihren Räumen machen möchte. Nur können sie mich nicht bezahlen. Somit leben sie eben mit Ihren „reicht so“ Wänden.
      Vielleicht bist Du auch so ein „asi no mas“ ??? 😉

      1. überzogene Preise von selbstüberschätzten Deutschen für….naja….. durchschnittliche Leistung gibt es in Paraguay en masse. Dann kannst du auch den Paraguayer drei mal so lange beschäftigen und musst dir keine Deutschen geben. Ist besser für alle. Der Paraguayer freut sich, dass er gut bezahlt wird. Er redet gut über dich und du hast dein Geld im schlimmsten Fall zum besseren Fenster herausgeworfen.

        1. Ich habe keine deutschen Angestellten in Paraguay. Vergleiche kann ich nur anstellen mit osteuropäischen Angestellten und deutschen Angestellten, die ich damals in D hatte.
          Vergleich Paraguayer (hier in der Pampa) und Ukrainern:
          Die Paraguayer haben kein Zugehörigkeitsgefühl zur Firma und fühlen sich deshalb auch nicht verantwortlich. Ukrainer sind deutlich fleißiger, erledigen erkannte Arbeiten und Probleme selbständig. Paraguayer verschweigen erkannte Arbeiten, weil es eben Arbeit bedeutet. Dass das Problem dadurch schlimmer werden könnte ist ihnen egal. Sie denken auch nicht sow eit, dass sie ja doch irgendwann ran müssen, weil sie schon damit zufrieden sind, heute und morgen keine extra arbeit zu haben. Sie planen nicht voraus. Deshalb muss man Paraguayer ständig kontrollieren und ihnen genau sagen, was zu tun ist. Selbständig tun die nichts.
          Jedenfalls die meisten nicht.
          Zudem wird sehr viel geklaut. Egal ob Material oder Werkzeug, bis hin zu Handmaschinen. Alles was man wegtragen kann und sich verkaufen lässt ist nicht sicher.
          Weibliche Haushaltshilfen klauen weniger, aber auch da verschwinden z.B. Lebensmittel. Wertsachen müssen immer sicher verschlossen sein. Geldbörsen darf man nicht rumliegen lassen.
          Paraguayer liefern eine deutlich schlechtere Qualität der geleisteten Arbeit ab. Wo immer sie pfuschen können um Zeit und Arbeit zu sparen, wird gepfuscht. Paraguayer sind im Allgemeinen nicht wie Deutsche mit einer Garantiementalität aufgewachsen, dass sie für ihren geleisteten Pfusch einzustehen haben.
          Im Vergleich zu deutschen Angestellten, die ich früher mal in D hatte:
          Paraguayer sind deutlich ungebildeter. Das geht so weit, dass manche nicht Links und Rechts unterscheiden können.
          Von paraguayischen Elektrikern installierte Anlagen auf dem Bau erreichen oft nicht einmal die nötigsten Sicherheitsanforderungen. Es werden gerne zu geringe Kabelquerschnitte verwendet, um Kosten zu sparen und weil der Bauherr die Unterputzverkabelung nicht sehen kann. Daraus folgt, dass die Kabel die Wand beheizen, der Stromverbrauch stark gestiegen ist und es im Extremfall zu gefährlichen Kabelbränden führen kann. Fundamente werden zu dünn mit mangelhaften Mischungen gegossen, sodass sie schnell Risse bilden oder gar brechen. Zudem wird meist nicht oder mangelhaft gegen aufsteigende Nässe isoliert. Somit zieht in Neubauten schon nach wenige Jahren, oft sogar schon im ersten Jahr, Feuchtigkeit die Wände hoch. Es bildet sich Schimmel und Salpeter.
          Ich verwende gerne das Weihnachtskrippenbeispiel. Man vergleiche die Weihnachtskrippen die Deutsche haben, mit denen die die Paraguayer haben. Genau das was man da sieht, findet sich in der ganzen Mentalität. Deutsche bauen damit es unter Garantie mindestens 2 Jahre hält. Paraguayische Krippen werden nach Weihnachten weggeschmissen.
          Ich habe keinen direkten Vergleich, wie ich sagte. Es ist möglich, dass sich Deutsche, wenn sie zu lange in Py leben, der Arbeitsmoral und gelieferten Qualität der Paraguayer anpassen. Vielleicht sind sie auch dazu gezwungen, um günstigere Preise machen zu können.
          Das gleiche Problem hat man mit gekauften Waren. Auch in Deutschland hat die Qualität von in Läden gekauften Waren, z.B. Haushaltsgeräte, deutlich nachgelassen. Ich führe das auf den Konkurrenzdruck aus China zurück.
          In Paraguay bekommt man aber größtenteils nur Ein-Euro-Shop-Qualität. Wer wirklich Qualität sucht, muss hier auch mehr bezahlen als in Deutschland.
          Auch dazu mköchte ich Beispiele nennen:
          Handelsübliche Werkzeuge bestehen hier meistens aus minderwertigen Stählen und rosten ruck zuck. Willst du was haltbares haben, musst du echt suchen und es kostet mehr als in D.
          Schraubenzieherspitzen brechen ab, Akkuschrauber werden heiß, Bits nudeln durch usw.
          Alles China-Kacke in Ein-Euro-Shop-Qualität. Dagegen sind Werkzeuge, die ich früher bei Aldi kaufte Gold.

  3. Jede Nation hat ihre Besonderheiten, diese sind oft klimabedingt. Nordlaender haben lange Winter zu überstehen und denken deshalb mehr an Morgen und Zukunft. Der Südländer hat oft keinen Winter und kann in den Tag leben, man muss nicht heizen hat schönes Wetter und es gibt zu jeder Jahreszeit was zu essen. Der Nordeuropaer ist viel mehr Obrigkeitshörig was ihm wohl schon von Jugend auf eingebläut wurde was man bei den vielen Verboten nicht machen darf. Der Südländer hat mehr Abstand gegenüber seinen Autoritäten, bei geringer Bevölkerung kannte ja jeden und seine zweifelhafte Vergangenheit.
    Früher waren die Eliten der Länder bereit einen Sohn bei der Regierungspartei und einen bei der Opposition zu haben und vielleicht den Dritten Priester werden zu lassen. Dann war man abgesichert denn die Familie zählte immer mehr als eine Ideologie. Die herrschenden Ideologien ändert sich wie das Wetter und deren Anhänger verstecken sich dahinter um endlich an die Macht und die Kasse zu kommen.

  4. Poppo Graf von Hahn-Kuchelmisz

    Antworten

    @Aguila
    Kein Horizont ist ja schliesslich auch ein Horizont. Wenn jemand Rassist ist, dann ist es der paraguayer des Landes (hast nicht Guarani-Blut in dir so bist du nicht paraguayer und dies ist nicht dein Land).
    Der Horizont der DACh’ler war schon mal groesser – der Atheismus hat den Europaeern das Hirn weggepustet. Das sollte eine Warnung sein an alle andere Voelker – aber der paraguayer versucht nur die Guaranikultur aufzuleben um dem alten Schamanismus und Heidentum nachzulaufen. Besser ist der „aborigen“ Paraguays ueberhaupt nicht.
    Ansonsten: sind natuerlich die Spanier an allem Schuld wenn nicht dann eben Stroessner. Das Problem ist eigentlich der Ureinwohner des Landes der relativ gut funktioniert wenn „Herrchen“ da ist in Form vom kolonialen Spanier oder Stroessner als Migranten. Der Lateiner funktioniert relativ akzeptabel unter der amerikanischen Leitkultur in den USA, scheitert aber in Suedamerika wenn er selber die Leitkultur stellen soll. Eben das was Gustave Le Bon schon sah.
    Es ist schon wahr dass das Geld, das die Nordamerikaner und Europaeer ins Land bringen zur Inflation merklich beitraegt indem diese die Landpreise z.B. im Chaco exponentiell in die Hoehe treiben – das stimmt. Wenn der Yuan in China bleiben soll und der Teuro in Teuroland dann sind wir wieder beim Merkantilismus angelangt. Auch in Kanada treiben die Massen von Migranten von Russlanddeutsche aus Deutschland die Preise bedeutend in die Hoehe – ditto die Chinesen.
    Es stimmt das der Deutsche von 2020 nicht mehr derselbe ist von 1900, ditto fuer den Mennoniten. Die Qualitaet hat merklich nachgelassen wie man den Trollkommentaren entnimmt vom „Transgenderschulenartikel“. Das ist eben die Folge dass Europa nunmehr schon 50+ Jahre sich von Gott abgewandt hat – dasselbe Schicksal erleiden die Mennoniten wenns keine wahre Umkehr gibt (was es nicht geben wird).
    Das doppelte Pferderennen haben die Mennoniten mittlerweile auch schon gelernt wie @Ramon schreibt.

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