Was wollt ihr eigentlich hier?

Kolonie Sudetia: Maria Vilhalve ist Indigene von der Ethnie Guarani. Sie lebt mit ihrem Mann und den Kindern in der Kolonie Sudetia, Guairá. „Unser Land wird ausgebeutet. Durch Kolonisten. Durch Einwanderer. Was wollen sie hier auf unserem Grund und Boden?“

Vilhalve ist wütend, weil ihr Heimatland, das der Indigenen, immer mehr ausgebeutet wird. „Wir leben auf Grund von einem deutschen Kolonisten. Unser Land wurde weggenommen. Von Kolonisten und Ausländern, die nach Gold suchen, das Land immer weiter ausbeuten und die Fremden verseuchen es. Was wollt ihr eigentlich hier?“, klagte Vilhalve.

Die Indigenen dienen mittlerweile als billige Arbeitskraft. Viele von ihnen fahren nach Asunción und betteln. Ihr Zustand ist prekär, denn die angestammte Heimat gibt es in dem Sinn nicht mehr. Skrupellose Ausländer aber auch viele Einheimische haben sie mit billigen Abfindungen von ihren Ländereien vertrieben. Nun wohnen sie auf Grundstücken, die ihnen nicht mehr gehören. Sie werden “geduldet und zum Schweigen gebracht“.

„Wir haben keine Lobby. Deswegen kann man mit uns machen was man will“, klagte Vilhalve.

Die Indigenen werden weiterhin betteln gehen und im Tagelohn arbeiten. Ihr ursprüngliches Heimatland ist verloren. Die Besitzer werden durch das Gold reich und verseuchen Flüsse und den Boden, das der Ureinwohner.

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24 Kommentare zu “Was wollt ihr eigentlich hier?

  1. Was heißt hier „unser Land wird ausgebeutet von Kolonisten und Einwanderern“? So gesehen sind alle Nicht-Indigene Kolonisten bzw. deren Nachfahren. Paraguayer sind nichts anderes als die Nachfahren von spanischen Kolonisten, die sich mit Indigenen im Laufe der Zeit mehr oder weniger vermischt hatten. Im Gegensatz zu den ursprünglichen Kolonisten sind die heutigen Einwanderer keine Kolonisten die den Einheimischen einfach das Land weg nehmen. Genau das Gegenteil ist der Fall. Die heutigen Einwanderer werden i.d.R. von den Einheimischen über den Tisch gezogen, zahlen die höchsten Grundstückspreise und Löhne und werden oftmals dafür mit Überfällen und Landnahme entlohnt. Wer also mit so einem dummen Geschwätz daher kommt, daß Ausländer Kolonisten wären, wird vermutlich von interessierten Kreisen in böswilliger Absicht aufgehetzt. Das alles paßt doch gut in das „Muster“ der EPP gegen die Mennoniten.

        1. Hier sehe ich wirklich nicht, was Manni falsch geschrieben hat. Die Spanier haben zig-Millionen Indios ermordert, in ganz Südamerika. Leider kann man die Uhr nicht zurückdrehen. Ohne die Spanier, die sich mit den Indios vermischt hatten, gäbe es nicht so viele hübsche junge Damen. Ohne die Einwanderer und „Kolonisten“ säßen die Indios noch heute in den Bäumen. Das trifft auch auf andere Teile der Welt zu, etwa in Schwarzafrika.

          1. Es gab in Amerika Hochkulturen, Azteken, Inka, Maya, Olmeken, die Caralkultur. Wärend der Blütezeit der letzten drei sassen die Europäer noch in den Bäumen.

          2. Vielleicht wollen Sie ja auf den Bäumen sitzen.
            Ich kann diese Überheblichkeit nicht mehr hören.
            Den Indigenen wurde das land von den Spaniern und allen die danach kamen genommen, und das will diese Frau damit zum Ausdruck bringen . Ihr geht es nicht darum das ein Ausländer von einem Paraguayer übers Ohr gehauen wurde, dafür müste er ja selbst intelligent genug sein. Ihr geht es alleine darum, dass Ihr Land von Ausländern (egal ob nachfahren der Spanier, oder anderer nationalität) geraubt wurde.

  2. „Wir haben keine Lobby“ … die korrektur davon heisst eher „Wir haben kein Geld“ um uns zu wehren, weil gerade in diesem Bereich – um nicht zu sagen in ganz Guaira – regiert einfach das Geld, das heute die Armen von Spekulaten und Investoren über den Tisch gezogen werden – im Gegensatz zu dem was Simplicus sagt – ist aber hinlänglich bekannt, das EInheimische die Ausländer abzocken stimmt teilweise, nur die Ausländern zocken sich gegenseitig mehr ab als alles andere. Aber fakt ist, hast Du kein Geld, hast Du hier in der Zone auch nichts zu sagen und das betrifft nunmal leider hauptsächlich die Indigen. Ich kenne viel Armut und auch wie Indigene wohnen weil einfach nichts da ist, hier ist der Staat einfach nicht in der Lage hier demensprechend den Arm darüber zu legen und gewisse Vorteile zu schaffen um das Recht zu stärken, nur nachdem einer der größten Narkos an der Macht ist ist das mit dem Recht auch nicht mehr so ganz im Reinen, siehe u.a. den Goberneursposten in Guaira 🙂

  3. @Dieter: ja, steht alles in dem von mir genannen Buch. Hochkulturen waren das mit enormen Einschränkungen. So grausam wie die Spanier allerdings in Südamerika benahmen sich bestenfalls noch die Briten in den heutigen USA und Kanada sowie Indien.

  4. @Simplicus und Caligula,
    Da in Paraguay gab es früher nur Indigen, und keine anderen Menschen, also hatte doch jeder Einwanderer zur Verdrängens der Indigen beigetragen. Ob damals die Spanier und jetzt WIR, haben ihre Lebensgewohnheiten durcheinander oder sogar IHRE KULTUR TEILS stark kaputt gemacht.

    1. Ist richtig, aber wo auf der Welt war es anders? Die Ägypter hatten eine Hochkulktur, Babylon ebenso, die Ashanti m.E., ebenso die Zimbabwer. Wie sähe die Welt aus, wenn die Europäer in Europa geblieben wären?

  5. Es gibt genug Drecksäcke unter den Kolonisten und Einwanderer!Falsch ist die Aussage der der Indianer nicht.Das Prlem beginnt bei der Verallgemeinerung .Hier im Dorf werden die Indianer von manchen Paraguayer oder Kolonisten geschlagen und wie Dreck behandelt.Für jeden Zwischenfall werden die Indianer verdächtigt.Auf der anderen Hand sind einige Kolonisten die ihnen ihr Land zur verfügung stellen und mit Lebensmittel,Kleidung etc.aushelfen.
    Um ehrlich zu sein wurde und wird ihr Land von uns „zivillisiertem“Dreck zerstört,egal welcher Nationalität!Es gibt immer mehr Zäune,Felder,Häuser und immer weniger unberührten Wald.Hier in Paraguay ist der Wald ein Schlaraffenkand das jeden satt kriegt und jeden gesund hält.Nur der moderne Mensch ist so blöd und zerstört alles für nutzlose Monokulturen.Mich hat noch nie ein Indianer genervt oder dumm angemacht,nicht gelinkt und nicht schräg angekukt,im Gegensatz zu Paraguayer,Mennoniten ,Kolonisten aller Art oder Ausländer!

    1. Wie wäre die Welt ohne den zivilisierten Dreck? Die Indios in Paraguay hätten nichtg einmal eine Plastikschüssel, wie auf dem Foto zu sehen ist. Die Indios hätten keinen Zugang zu Medikamenten, Ärzten und Krankenhäusern sondern müßten sich mit Schamanen zufrieden geben. Anscheinend hatten die Indios in Paraguay keine Hochkultur wie die Azteken, Mayas und Inkas. Sie säßen heute ohne die Einwanderer und Kolonisten immer noch in den Bäumen. Es macht keinen Sinn, von einer Hochkultur zu reden, die sich tausende Kilometer weit weg befand. Die Europäer haben im Vergleich keinen Anspruch auf irgend einen Bezug auf die Hochkultur Ägyptens oder Babylons.

      1. „Die Europäer haben im Vergleich keinen Anspruch auf irgend einen Bezug auf die Hochkultur Ägyptens oder Babylons.“
        Da würde ich nicht drauf wetten @Caligula. Erst einmal waren Ägypten, Babylon und auch die Mayas laut Def. eher Zivilisationen. Das Wort „Kultur“ wurde in den letzten 100 Jahren umgedeutet, da sollte man lieber bei Kant nachlesen. Kultur ist der Zivilisation gegensätzlich, heißt je mehr Zivilisation desto weniger Kultur.
        Zur Geschichte und den Einfluss der Europäer lesen Sie mal das zum Einstieg:

        http://www.sinossevis.de/upload1/_Brief_an_Gunnar_Heinsohn_1992.pdf

  6. @Oberpfälzer

    Gähn! Die Welt läuft weiter. Wenn wir alles zurückdrehen wollen, sitzen wir alle wieder in den Höhlen und auf den Bäumen.

  7. Die Einheimischen (Indigenen) lebten vor der Invasion der Eroberer usw., zufriedener und GESÜNDER. Sie brauchten keine Medikamente, Ärzte und Krankenhäuser. Die Krankheiten haben wir importiert! Und noch eins: man sollte die Weisheit der Indigenen nicht unterschätzen!

  8. Mich wundert immer wieder die Präpotenz mit der „Zivilisierte“ sich über die Lebensqualität der Indios auslassen. Whow, jetzt haben sie das Glück, dass sie aus Plastiktellern essen können…..und Aspirin können sie auch kaufen. Diejenigen die an den Strassen betteln sehen für mich nicht gerade glücklich aus.
    Dass jetzt kein Wald mehr da ist wo sie leben und jagen können ist ja nicht weiter schlimm, da die Ressourcen aus dem Urwald jetzt sinnvoll für die zivilisierten Weissen aus Übersee benutzt werden.

    Mein Hund hat ein besseres Leben als die Indios hier…..

    Bücherlesen bildet zwar normalerweise, aber zumindest in diesem Fall kann mann auch ein Buch anstatt eines Bretts vorm Kopf haben, die Wirkung ist die gleiche : mann sieht die Realität nicht.

    1. Es ist das Bestreben der meisten Völker und Menschen dieser Welt dafür zu sorgen, dass es ihnen und ihren Kindern besser geht. Ein Bauer, der noch nie eine Machete oder einen Traktor gesehen hat, will logischerweise auch keinen haben – können. Normalerweise arbeitet er dafür. Wer einen Traktor geschenkt bekommt, wie das oft genug geschieht, schätzt dessen Wert nicht, läßt ihn verkommen und verlangt nach spätestens drei Jahren einen Neuen. Nun ja, wer mit terere, Noni und traki traki zufrieden ist, sollte in Ruhe gelassen werden. Man soll ihm aber die Möglichkeit geben, dies zu ändern. Er soll aber dann auch nicht um Hilfe schreien, wenn es ihm nicht so gut ergeht. Wie arm war Südkorea noch vor 50 Jahren, wo steht Südkorea heute? Es ist alles eine Frage der Mentalität, des Willens nach Bildung und Ausbildung. Hier ein kleines Beispiel, wohin Gutmenschentum führt: Eine Bekannte, Einwanderin, hatte Mitleid mit einer Indio-Familie, kaufte ein kleines Grundstück und ließ für die Indo-Familie ein Haus darauf bauen, unter der Bedingung, dass sie, die Indios, ihre Hunde besser behandeln würden. Ergebnis: die Hunde waren und wurden weiterhin schlecht behandelt, weil sie es nicht anders kennen, Haus und Grundstück dagegen sind nunmehr vedreckt und zugekackt. Ein Wunder, dass sie noch nicht nach einem anderen haus gefragt habe. Verwerflich hingegen ist dass noch immer in vielen Erdteilen anzutreffende Sklaventum und die Kinderarbeit. In der heutigen internationalen Presse ist zu entnehmen, dass weltweit immer noch ca 40 Mio. Menschen versklavt sind, davon 2,6 Mio. in Lateinamerika. Ob und wie viele davon in Paraguay anzutreffen sind, wurde nicht gesagt.

      1. Glückwunsch, da haben wenigstens dieses Mal die Pfaffen und die Verfechter der Überlegenheit der weissen Rasse die gleiche Meinung.

        1. Danke. Ja nun, welche Beiträge haben diese Länder zur Wissenschaft und Technologie geleistet? Mir fällt nichts dazu ein. Rein gar nichts .Ein wenig Kultur, ein paar gute Bücher und viel Gebimmele, was gar nicht mal so schlecht sein muss. Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien sind und bleiben die Wiegen der Wissenchaften, der Technologie und der Kultur. Ostasien holt rasant auf. Und Lateinamerika? Bislang auf der Strecke geblieben. Daran wird sich auch nichts ändern, zumindest für etliche Jahrzehnte.

      1. Gutmenschen sollten ihre Vorbildfunktion wahrnehmen und ihnen, den armen Indios, ihre Häuser und Grundstücke schenken. Oder zumindest bei ihnen wohnen lassen, natürlich kostenlos. Ich selbst halte mich an Prof. Grzymek, den ehemaligen Direktor des Frankfurter Zoos, der die Meinung vertrat, man sollte der Natur ihren Lauf lassen und nicht eingreifen. Von den Gutmenschen wurde er dafür natürlich verdammt und verteufelt. Was aber bringt das Gutmenschentum? Es bringt die Welt nicht weiter sondern reißt sie tiefer in den Abgrund.

        1. Das hat jetzt rein gar nichts mit Gutmenschentum zu tun.
          Herr Grzymek hat Recht damit, dass man der Natur ihren freien Lauf lassen soll…..und gerade weil das nicht der Fall war und die Natur durch Bulldozer, Traktoren und Monokulturen zerstört wurde, entstanden doch erst die hier erwähnten Probleme der Indios.

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