“Weder Reiche noch Arme zahlen Steuern, nur die Idioten der Mittelschicht“

Asunción: Das neue Steuerpaket stößt auf harsche Kritik bei einigen Experten, vor allem, weil nur einige tiefer in die Tasche greifen müssen, während die Arbeiterklasse ausgebeutet wird.

Nach Ansicht des Ökonomen Sebastián Acha ist die Anhebung der Steuern ohne Verbesserung der Kostenqualität ein Unsinn. Dies liege daran, dass nur ein sozialer Sektor seinen Verpflichtungen nachkäme.

„Robert Reich (Arbeitsminister des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton) sagte in einem Buch: ‘ Meine Herren, was passiert im Kapitalismus, ist, dass sehr Reiche und sehr Arme keine Steuern zahlen, wer macht das also? Die Mittelklasse. Das heißt, derjenige, der Millionen von Dollar hat, wird sich ins Fäustchen lachen und nichts bezahlen“, sagte Acha im Programm Al Pie de la Letra.

Er fügte an, er sei es leid, hohe Steuern zu zahlen und am nächsten Tag zu sehen, wie eine unausgebildete Sekretärin ein lukratives Gehalt verdiene, was als Thema die Titelseiten der Zeitungen ausfülle.

„Die Person, die einen Mindestlohn verdient, leistet mehr Mehrwertsteuer als der, der 30 Millionen USD pro Jahr erhält und überlebt nur mit Fahrradfahren“, verteidigte Senatorin Desirée Masi die Arbeiterklasse.

Wochenblatt / Paraguay.com

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7 Kommentare zu ““Weder Reiche noch Arme zahlen Steuern, nur die Idioten der Mittelschicht“

  1. „Gefahr im Reichtum. – Nur wer Geist hat, sollte Besitz haben: sonst ist der Besitz gemeingefährlich. Der Besitzende nämlich, der von der freien Zeit, welche der Besitz ihm gewähren könnte, keinen Gebrauch zu machen versteht, wird immer fortfahren, nach Besitz zu streben: dieses Streben wird seine Unterhaltung, seine Kriegslist im Kampf mit der Langeweile sein. So entsteht zuletzt, aus mäßigem Besitz, welcher dem Geistigen genügen würde, der eigentliche Reichtum: und zwar als das gleißende Ergebnis geistiger Unselbständigkeit und Armut. Nur erscheint er eben ganz anders, als seine armselige Abkunft erwarten läßt, weil er sich mit Bildung und Kunst maskieren kann: er kann eben die Maske kaufen. Dadurch erweckt er Neid bei den Ärmeren und Ungebildeten – welche im Grunde immer die Bildung beneiden und in der Maske nicht die Maske sehen – und bereitet allmählich eine soziale Umwälzung vor: denn vergoldete Roheit und schauspielerisches Sich-Blähen im angeblichen »Genusse der Kultur« gibt jenen den Gedanken ein »es liegt nur am Gelde«, – während allerdings etwas am Gelde liegt, aber viel mehr am Geiste.“
    Friedrich Nietzsche

  2. Das Problem besteht doch eher darin, daß jeder nur sieht, was ich habe, es aber keinen interessiert, wie ich dazu gekommen bin.
    Jeder, der auch nur ein wenig mehr sein eigen nennt als die Armen, wird voller Neid betrachtet und mit Hass überzogen.
    Diejenigen, die es zu nichts bringen, weil sie entweder zu faul oder zu dumm sind, jubeln, wenn dann der Gesetzgeber diejenigen mit hohen Steuern überzieht oder gar enteignet, die durch ihrer Hände und Köpfe Arbeit sich einen gewisssen Wohlstand geschaffen haben.
    Bemerken aber gar nicht, daß gerade diese Politiker diejenigen sind, die weder etwas leisten, noch von ihrem Reichtum abgeben.
    Divide et impera!

  3. Dennoch sind aber die Menschen tausend Mal mehr bemüht, sich Reichthum, als Geistesbildung zu erwerben; während doch ganz gewiß was man ist, viel mehr zu unserm Glücke beiträgt, als was man hat.

    Arthur Schopenhauer

  4. Ja, die arme Mittelschicht, man könnte meinen sie können nicht 18.900 + 1.100 Gs. summieren und müssen das mit der Calcapp berechnen, dabei ist die Rechnung diejenige, keine Registierkasse anschaffen zu müssen und eine legale, vom Gesetz vorgeschriebenen Quittung auszuhändigen. Der Europäer versteht das natürlich nicht und würde dies sogar als lügen und betrügen bezeichnen, hierzulande fragt man sich für was denn Steuern gut sein sollten, etwa um Hof und Garten der korrupten Mafia zu verschönern oder was.

  5. genau wie in Deutschland. Wer ehrliche Arbeit leistet wird bestraft. von meinen diesjährigen Steuern kaufen sich andere einen Hilux. und genau das passiert leider auch. Die Gelder werden weder sinnvoll nach nachhaltig eingesetzt. Das ist das eigentlich traurige daran. Naja, ich wünschen dem Staatsangestellten trotztdem viel Spaß mit seinem neuen Vehikel. Hoffentlich steht dem mal die Natur, in Form eines Baums ( oder in Paraguay in Form eines Schlaglochs) im Wege.

    1. Die Wirtschaft freut sich wobei hier Vorstände und Aktionäre der Konzerne gemeint sind. Demnach von den Gehältern, die sie zahlen quasi niemand leben kann und sie selbst auch keine wirklichen Steuern zahlen, muss es ja Beamte und den Steuerzahler geben.

  6. Kuno Gansz von Otzberg

    Reply

    Ja diese Entwicklung ist gut ersichtlich bei den Mennoniten. Neuester Modesport ist es zu dikutieren wie man einen „geeigneten“ Buchfuehrer findet „der einem die Steuern spart“. Lieblingsthema der Viehzuechter die 1000+ Kopf Vieh haben. So als ob es differenzierte Steuergesetze gaebe je nach Buchfuehrer. Bis dato gibt es nur 3 Steuerkategorien: regimen contable (1000+ Millionen PYG Umsatz pro Jahr), dazwischen irgendwo die Mittelschicht und dann nocht die armen der Entrepneure. Wenn es jetzt einen „regen Handel“ der Buchfuehrerservice gibt so gibt es sicherlich „Sonderregelungen“ die der „Einfluss“ jedes Buchfuehrers bewirkt – will heissen Schmiergelder die der Buchfuehrer an den Fiskus zahlt um Steuererlasse fuer seine Kunden zu erwirken. Anders kann das gar nicht sein.
    Wenn ein Buchfuehrer nun die Autofaktura seinen 1000+ Millionen Gs Umsatz Kunden vorenthaelt, so ist das eher Betrug am Kunden. Allerdings wird mit diesem Autofakturabuch so manches Schindluder getrieben da der Buchfuehrer hinter dem Ruecken des reichen Kunden dieses heimlich ausfuellen kann, ihm aber die Steuerverguenstigungen nicht weitergibt sondern als „privater Obolus“ sich selber zuschanzt. Durch verschiedene Postenverschiebungen lassen sich durchaus „Steuerverguenstigungen“ erlangen – mit dem Resultat dass mit der Zeit die Buchfuehrung weder hinten noch vorne stimmt (eigene Erfahrung mit privaten mennonitischen Buchfuehrern).
    Die hiesige Mentalitaet ist bezugs der Steuerzahlung durchaus dieselbe wie die der Griechen, besonders griechischer Grossreeder – man zahlte auch nicht Steuern weil man seine Volksgenossen im Staatsdienst nur zu gut kannte.
    Eines der Hilfspackete des EU Rettungsschirms fuer Griechenland ging 33% zur Schuldentilgung, 33% zur sofortigen Gehaltserhoehung (Fressalien & Co., Verpuffert) und die restlichen 33% gingen zu den Bankkonten der Reichen die damit Immobilien in Deutschland und der restlichen EU kauften. Die Mentalitaet eines Volkes bestimmt eben (fast) alles.

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