Wegen einer halben Stunde mehr Unterricht: Elternverbände gehen auf die Barrikaden

Asunción: Nach der Bekanntgabe der Vereinbarung zwischen dem Ministerium für Bildung und Wissenschaft (MEC) und den Lehrergewerkschaften, den Unterricht um eine halbe Stunde zu verlängern, als Ausgleich für die verlorene Zeit durch den Streik der Pädagogen, kritisierten die Elternverbände diese Entscheidung.

Sie betonen, dass es nicht das erste Mal sei, dass das MEC Entscheidung treffe, ohne sie zu befragen, um Partizipation bei Konflikten oder bei Projekten wie dem der Bildungstransformation zu fördern.

Als anfänglicher Plan können Lehrer jeden Tag der Woche eine halbe Stunde mehr zum Unterricht hinzufügen, um Inhalte zurückzugewinnen, die während der 11-tägigen Demonstrationen nicht vermittelt werden konnten, als die Pädagogen eine Gehaltsanpassung von 16 % forderten. Die Regierung gab nicht nach und beschloss, ab diesem Monat eine Erhöhung von 11% vorzunehmen.

Die Vertreter der Föderation der Eltern öffentlicher Schulen (Fedapy) haben beschlossen, die Vereinbarung mit den Lehrern und des Bildungsministeriums nicht zu unterzeichnen.

„Wir haben uns entschieden, die Vereinbarung nicht zu unterzeichnen, da wir von Anfang an nicht an dieser Maßnahme beteiligt waren. Wir sind verantwortungsbewusste Eltern, die das Recht haben, an den Treffen teilzunehmen, was für sie (die Schüler) und für die gesamte Bildungsgemeinschaft entschieden wird“, sagte Francisca Monges, Vorsitzende von Fedapy. Die Elternvereinigungen wurden erst am Montag angerufen und nur um das Ergebnis des Vorhabens zu erfahren, dass der Unterricht um eine halbe Stunde verlängert wird.

Die Eltern der öffentlichen Schulen sind dagegen, den Unterricht in diesem letzten Zyklus des Schuljahres um eine halbe Stunde zu verlängern, aber sie sprachen sich für die Forderung der Lehrer für eine Gehaltserhöhung um 16 % aus.

Der Vorsitzende des Lehrerverbandes FEP, Silvio Piris, zog sich von der Sitzung zurück, nachdem er die Meinungsverschiedenheiten der Elternverbände gehört hatte. Die Lehrer erklärten, dass sie notfalls wieder auf die Straße gehen werden, wenn sich der Kongress mit dem Bildungsbudget für 2022 befasst, aber mit dem Vorhaben, was mit dem MEC unterzeichnet wurde, garantieren sie den Unterricht bis zum 30. November.

Wochenblatt / Ultima Hora

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9 Kommentare zu “Wegen einer halben Stunde mehr Unterricht: Elternverbände gehen auf die Barrikaden

  1. Die Lehrer bekämen 2,9 Mio. Gs. monatlich für arbeitstäglich 7 bis 11 oder 13 bis 17 Uhr Schul geben. Jetzt bekommens 11% mehr Gehalt. Das macht dann über 3,2 Mio. Gs. monatlich. Damit können sie sehr zufrieden sein, für das, dass sie im Uhhh-Viru-Zeitalter alle paar Tage ein paar Aufgaben per Watsupp senden müssen, die Eltern ihre Arbeit machen können und ihre Kinder in der ähm Freizeit der Lehrer zu ihnen in den Privatunterricht schicken müssen. Dann verdienens zu den 3,2 Mio. Gs. monatlich noch ein rechtes Stück dazu.

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    1. Tja, und viele arbeiten auch nachmittags, machen zwei “Schichten”, also knapp soviel wie ein normaler Berufstätiger und haben dann über 6 Mio. Und nach 27 “ARbeitsjahren”, bei Frauen mit Kindern ja pro Kind eines weniger, gibt es eine Pension von über 90%. Sowas hat nicht mal der real nicht existrierende Kommunismus fertig gebracht. Aber der ist bekanntlich zusammengebrochen. Warten wir mal ab, wann hier Schicht im Schacht ist, wenn die ganzen Kredite zurückgezahlt werden müssen und man für die Umschuldung immer schlechtere Kondidtionen bekommen, bzw. bald anfangen muss, Teile des Landes zu verpfänden. So lange wird das nicht mehr dauern….

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  2. Nur mal so als Tipp für Einwanderer:
    Wer in Py seinen Kindern eine gute Schulbildung angedeihen lassen will, der muss richtig tief in die Tasche greifen oder die Zeit haben den Schulstoff durch Homeschooling zu ergänzen. Ich hatte meine Tochter auf ein deutsches Internat in Asu geschickt. Es war kein richtiges Internat wie man sich das vorstellt, sondern eine reguläre internationale Schule mit ein paar wenigen Internatsplätzen in Form von betreuten Wohngruppen, die parallel dazu angeboten wurden. Dementsprechend teuer war es auch, denn du mußtest die Privatschule bezahlen und zusätzlich dazu nochmal die betreute Unterkunft. Ich hätte meine Tochter natürlich viel lieber bei mir gehabt, aber in der Pampa gibt es KEINE Schule, die dem Namen Schule auch nur Ansatzweise gerecht wird und als berufstätiger Alleinerziehender fehlte mir für ein angemessenes Homeschooling die Zeit. Abgesehen davon, dass du keine Lehrer in der Pampa findest, denen man eine gehobene Lehrtätigkeit als Hauslehrer zutrauen könnte.
    Das sollten DACHler, die in Erwägung ziehen mit Kindern nach Paraguay zu kommen, einkalkulieren. Entweder du bist in der Lage, zeitlich und von deinem eigenen Bildungsstand her, deine Kinder selber zu unterrichten, wobei deine Kinder verpflichtet sind 4 Stunden täglich in der öffentlichen Schule zu verschwenden und glaubt mir, das ist wirklich verschwendete Zeit, denn wenn du dein Kind zusätzlich unterrichtest, dann wird es sich in der Schule nur noch langweilen oder du musst ein dickes finanzielles Polster haben und dein Kind nach Asu schicken. Ich weiß nicht ob es inzwischen gute schulische Möglichkeiten in Encarnacion oder CDE gibt, aber ich vermute mal noch nicht.
    Auf jeden Fall empfehle ich dein Kind auf eine internationale Schule zu schicken, deren Abschlüsse international anerkannt sind, damit deine Kinder im Ausland studieren können,
    Nach meinem veralteten (ca. 15 Jahre) Kenntnisstand gab es in Asu 2 solcher Schulen, die dafür in Frage kamen.
    Wer genauere, aktuelle Infos sucht, sollte sich an die deutsche Botschaft oder noch besser an das Götheinstitut in Asu wenden. Die können einem da sicher weiterhelfen.

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    1. Stimmt vollkommen.
      Hier gab es einmal einen guten Artikel vom Wochenblatt mit Preisangaben.
      Wobei halt auch diese immer noch Schulen des Paragauys sind.
      Die 10 prestigereichsten Schulen des Landes
      https://wochenblatt.cc/die-zehn-prestigereichsten-schulen-landes/

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    2. Äh, eine Kleinigkeit möchte ich hier hinzufügren, warum ihr Eure Kinder auf eine solche Schule schicken solltet.
      Ich weiß manche Leser werden mich dafür hassen und verpassen mir einen Daumen runter.
      Der Arbeitsweg meiner Tochter war im Grunde schon vorbestimmt, als wir sie noch 8 Jahre alt war. Ai, ich bin jetzt kein Unmensch und wenn sie den Weg den ich ihr geebnet habe nicht gehen will, kann sie den natürlich verlassen.
      Aber nicht jedes Kind hat einen sicheren vorbestimmten Arbeitsplatz.
      Ganz besonders dann ist so eine Schule hilfreich, denn die Kinder bekommen dort noch etwas ganz anderes, nicht schulisches, mit auf den Weg: Networking!
      Sie erlernen die Fähigkeit wichtige Kontakte herzustellen und werden dort zwangsweise bereits in ein bestehendes Netzwerk eingebunden. Man kennt sich, man vertraut sich.
      Das wird euren Kindern ungemein behilflich sein, wenn sie einst auf der Suche nach gut bezahlten Jobs sind. Das ist ein großer Vorteil, den ihr euren Kindern mit Homeschooling nicht geben könnt.

    3. Genau. International wie regenbogen, klima, gender, refugees welcome und pandemie. Denn ohne ein 100 % ja zu diesen punkten gibt es ja keine karriere mehr dank international und global. Der vorteil aber: wer bedingungslos an diese dinge glaubt, bräuchte auch überhaupt keine schule und würde trotzdem … jaja

      1. Du magst es mir glauben oder nicht, aber ich verstehe Dich.
        Lebten wir in einer perfekten gerechten Welt, in der alleine der Fleiß und die Fähigkeiten der Kinder über deren Erfolg und Karriere entscheiden, würde ich dir vollkommen zustimmen. Aber diese perfekte Welt gibt es nicht und ich bezweifle, dass es diese Welt jemals geben wird.
        Deshalb ist meine Meinung, man sollte als Eltern, die ihr Kind lieben, denen das best mögliche Startpaket mit auf den Weg geben.
        Vor Jahren gab es mal eine Story, dass Amazon, um Diskriminierung bei Bewerbungen zu vermeiden und um die bestmöglichen Bewerber zu finden, die Entscheidung einem Computer mit künstlicher Intelligenz überlassen. Diese künstliche Intelligenz wurde gefüttert mit den Lebensläufen hunderttausender Menschen und ihrer Karrieren. Diese Intelligenz lernte, welche Eigenschaften die Bewerber hatten, die am Ende erfolgreich waren und suchte Bewerber nach diesem Chema aus.
        Und so wunderte man sich, dass plötzlich so gut wie keine Frauen mehr eingestellt wurden. Nanu, war die künstliche Intelligenz frauenfeindlich? Ja!
        Denn sie hat gelernt, dass Männer in der Vergangenheit erfolgreicher waren. Vielleicht weil wir in einer frauenfeindlichen Gesellschaft leben, aber vielleicht auch, weil Männer durchsetzungsfähiger sind. Genau weiß das niemand.
        Wie dem auch sei, die Software wurde wieder abgeschafft, denn eine Benachteiligung der Frauen darf es nicht geben, ob gerechterweise oder nicht wäre nun diskussionswürdig.
        Was ich damit sagen will: eine gerechte Welt wird es nie geben. Nicht einmal wenn Computer die Entscheidung treffen. Jeder ist sich selbst der nächste und dann kommen die Kinder als nächstes. Und Deine Kinder, ich weiß nicht ob Du welche hast, haben nur DICH! Du bist der einzige, der denen einen guten Start verschaffen kann oder auch nicht.
        Die Entscheidung liegt bei Dir.

    4. Wer nach Paraguay auswandert mit schulpflichtigen Kindern, handelt absolut verantwortungslos gegenüber seinen Kindern. Es sei denn, er hätte genug Geld, so wie offensichtlich “Onkel Nick” und wäre in der Lage seinen Kindern eine gute Schulausbildung auf einer Privatschule in ASU angedeihen zu lassen. Dann besteht aber noch immer das Problem, daß man seine Kinder die ganze Woche über allein in ASU zurück lassen muß, z.B. in einem Internat o.ä. Nach der Schulausbildung wäre dann die ebenfalls teure Uni-Ausbildung und eine Mietwohnung zu finanzieren, oder aber in Kauf zu nehmen, daß die Kinder keine ordentliche Ausbildung erhalten und man ihnen damit ihre spätere Zukunft ziemlich zerstört. Wer aber wollte das schon als Vater und Mutter?

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