Widersprüchliche Aussagen der Polizisten aus Areguá

Areguá: Die Versionen der zwei Polizisten, die Dienstagabend zwei mutmaßliche Viehdiebe in Notwehr erschossen, stimmen nicht überein, gibt der untersuchende Staatsanwalt Nicasio Galeano zu verstehen. Das doppelte Verbrechen geschah an besagten Dienstagabend gegen 22.30 Uhr im Ortsteil Valle Pucú von Areguá.

Wegen der zwei total verschiedenen Aussagen der Unteroffiziere der Nationalpolizei hofft der Staatsanwalt nun mit dem Zeugen sprechen zu können, der sich schon gegenüber diversen Medien geäußert hat, um festzustellen welche Aussage der Wahrheit am nächsten kommt.

Bis zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Zweifel daran, dass die Uniformierten das Bruderpaar erst traktiert und dann mit mehreren Schüssen hingerichtet haben.

Die Polizisten fanden die Gebrüder Riveros Famoso während der Schlachtung einer Kuh. Diese erklärten den Polizisten, dass ihnen die Kuh gehört. Die Uniformierten glaubten diese Aussage nicht und wollten den beiden Männern Handschellen anlegen. Währenddessen zog einer der Brüder eine Schusswaffe und versuchte zu schießen.

Dieser Moment endete mit dem Tod der zwei Brüder von 22 und 30 Jahren. Nach der Tat wurden die beiden Polizisten wegen Todschlag angeklagt.

(Wochenblatt / Abc)

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8 Kommentare zu “Widersprüchliche Aussagen der Polizisten aus Areguá

  1. Denke man sollte sich nicht wehren, wenn einem Polizisten verhaften – Handschellen anlegen – auch wenn man unschuldig ist. Wer eine Waffe gegen Polizisten richtet muss wissen was er tut.
    Wird man von Polizisten misshandelt muss man sich im Nachhinein gegen diese auf dem Rechtsweg wehren. (Was aus Beweisgründen meist in einem Freispruch für die Polizisten endet.)
    Die Zentrale Frage für mich ist natürlich, war das DIE GEKAUFTE KUH oder doch eine gestohlenen? Im ersten möglichen Sachverhalt hätten die Polizisten, wie so oft, überreagiert, im zweiten wären die Brüder Viehdiebe. Früher hat man Viehdiebe in Teer und Federn getränkt, heute ist erschiessen wohl günstiger.
    Schade, dass Viehdiebe keine anderen Ziele im Leben haben. Wohl mangels Perspektive, finanziellen Mitteln, Erziehung und Ausbildung…

  2. Hm so wie das hier steht, erscheint die Lage eindeutig Notwehr gewesen zu sein. Wenn der eine Waffe zieht, um sich der Verhaftung zu widersetzen, was will man da noch?

    1. Hallo 9mm,
      jetzt haben Sie eine tolle Diskussionsgrundlage geschaffen.
      Wie ich aus Ihren Kommentaren zu Überfällen auf Europäer weiß, sind gerade Sie ein Verfechter der Selbstverteidigung.
      Wie man jedoch genau an diesem Fall sehen kann, wird Gewalt(bereitschaft) immer Gegengewalt(bereitschaft) erzeugen.
      Allein der Anblick einer Waffe läßt Menschen, in diesem Fall sogar Polizisten, überreagieren.
      Ich gehe zum Beispiel davon aus, dass Einbrecher generell in irgendeiner Form bewaffnet sind. Schließlich wollen sie ja nicht im Knast landen. So sind sie also darauf vorbereitet, notfalls jede Form von Gewalt anzuwenden.
      Deshalb sind wir unbewaffnet und geben lieber unseren letzten Guarani und den Laptop obendrein, falls wir einmal überfallen werden sollten. Unser Leben ist uns einfach mehr wert, als materielle Güter.
      Aber das muss Jeder für sich selbst entscheiden.

      1. Hallo Hans E,

        „das muß jeder selbst entscheiden“
        Ja für sich, entscheidet jeder selbst. Sollten Sie jedoch auch die Verantwortung für andere (Frau, Kinder, Senioren etc) tragen, dann entscheiden Sie für diese Menschen mit.

        Wenn sich mir persönlich eine Situation stellt, Laptop + Geld oder ein Kampf mit Fäusten, Messer oder Schußwaffe, dann gebe ich die Sachen gerne her und verzichte auf den Kampf.

        * Diese Frage stellt sich aber praktisch nie *

        Sie nehmen an, dem Räuber geht es nur um ihr Geld.
        Vielleicht stimmt das auch, aber woher können sie das wissen?

        Wußten Sie, daß weit mehr als 50% aller Täter unter Drogen (Alkohol und stärkeres) ihre Taten begehen?
        Vielleicht wollen sie auch etwas Spaß mit ihrer Familie haben, bevor sie wieder gehen? Oder vielleicht ein wenig Foltern – sie haben ja sicher irgendwo einen Schatz vergraben, oder?

        Sehen Sie worauf ich hinaus will?
        Hier geht es nicht um den Wert eines Laptops, gegenüber einem Leben. Hier geht es um Sicherheit gegenüber Vertrauen in das vernünftige Handeln eines Kriminellen unter Drogeneinfluß.

        Würden Sie so jemandem unter normalen Umständen ihr Kind oder ihre Frau anvertrauen? Nein? Wieso machen Sie das dann, wenn diese Person sie bedroht? Aus Feigheit?

        1. @ 9mm

          meine Frau und ich wurden vor Jahren in Amsterdam in unserem Wohnmobil von Junkies „überfallen“. Allerdings
          waren wir beide dermaßen k.o., dass wir das Ganze komplett verschlafen haben. Die haben das Ausstellfenster auf der Beifahrerseite aufgehebelt, so dass sie die Tür öffnen konnten. Sie sind rein ins Wohnmobil, haben sich alles geschnappt, was greifbar war(Lederjacke, Uhr, Handys) und haben uns erfreulicherweise völlig ignoriert.
          Wir wurden erst wach, als die Polzei uns weckte, weil die die Junkies zufällig direkt zu fassen bekam. Wie die Polzei uns sagte, hätten wir Gück gehabt, dass wir so fest geschlafen haben, denn auch diese Junkies waren bewaffnet.
          Im Übrigen denken wir, dass auch Junkies noch so viel
          begreifen, dass sie schnellstmöglich mit der Beute verschwinden sollten. Die sind ja durch die Beschaffungskriminalität bestens in Übung.

  3. Halt! Normalerweise wählt das Volk das Parlament und diese entscheiden über die Gesetze und die Exekutive kontrolliert, dass diese Gesetze auch eingehalten werden (allgemein gesagt, gilt jetzt nicht speziell für Paraguay). Also ist folglich die Staats- und Polizeigewalt auch Wille des Volkes.
    Ich habe dies geschrieben, weil 9mm für Selbstverteidigung gegen Kriminelle und zum Schutze von Hab und Gut ist. Dies ist lobenswert, aber im Wesentlichen aber verboten, da nur die Polizei und das Militär die Waffengewalt hat. Man muss sich quasi ausrauben und umbringen lassen und darf dabei nur zusehen.
    Genau deswegen darf man sich gegen die Polizei niemals auflehnen, auch wenn man im Recht ist! Man wird immer den Kürzeren ziehen. Die Polizei ist befugt Personen zu kontrollieren und evtl. zu verhaften, solange dies verhältnismässig ist. Komisch ist aber in der Angelegenheit, dass die beiden Polizisten nicht deckungsgleiche Aussagen machen…

    1. Man erkennt, sie sind ein sehr staatsgläubiger Mensch.

      Das Gewaltmonopol des Staates hat außerhalb des Papieres niemals existiert. In Staaten wie zB Großbritannien, mit fast lückenloser Überwachung der Bevölkerung kommt man dieser Wahnidee, ja noch recht nahe.

      Aber in Paraguay? Hier würde ich es eher als „wilder Westen“ mit einigen Zonen relativer Ordnung beschreiben.
      Wenn wir schon vom „Westen“ sprechen dann ist die USA nicht weit und dort ist das Recht auf eine Waffe in der Verfassung (lobenswerter Weise) verankert, damit der Bürger im Falle der Fälle SICH GEGEN EINEN UNRECHTSSTAAT WEHREN KANN.

      Lesen sie sich diesen letzten Satz ganz genau durch, und überlegen sie mal was damit gemeint ist, wenn sie das nächste Mal das sog. „Gewaltmonopol des Staates“ einfordern.

  4. Lieber Hans E.
    ich halte das für eine sehr weise Entscheidung, denn der auf den Überfall vorbereitete Angreifer ist sicher
    in jedem Fall gewaltbereiter und auch schneller.

    Leider sind die sehr verbreiteten vielen Schusswaffen immen von Übel. Die letzten Ereignisse in den USA beweisen das mal wieder.

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