Asunción: Die zunehmende Verschuldung und der Anstieg der Säumnisquoten bei Kreditkarten verdeutlichen offenbar einen wachsenden Druck auf die Finanzen paraguayischer Haushalte.
Für den Finanz- und Wirtschaftsanalysten Amílcar Ferreira steht hinter diesem Trend ein Verlust an Kaufkraft, der durch den Preisanstieg bei Lebensmitteln und Kraftstoffen verursacht wurde. Dies habe viele Familien dazu gezwungen, auf Kredite zurückzugreifen, um ihre alltäglichen Ausgaben zu bestreiten.
Im Gespräch mit dem Radiosender Monumental 1080 AM erklärte Ferreira, dass das Wachstum von Konsumkrediten, und insbesondere die Finanzierung über Kreditkarten, das Expansionstempo der Gesamtwirtschaft weit übertrifft. Seiner Ansicht nach ist diese Differenz ein Warnsignal, das Aufmerksamkeit verdient, da es widerspiegelt, dass ein Teil der Bevölkerung seinen Verschuldungsgrad erhöht, um das Konsumniveau aufrechterhalten zu können.
„Konsumkredite wachsen viel stärker als die Wirtschaft. Das bedeutet sehr wahrscheinlich, dass sich die Bevölkerung verschuldet, um ihre alltäglichen Ausgaben zu bestreiten“, stellte er fest.
Der Ökonom betonte, dass einer der Hauptfaktoren für dieses Verhalten der starke Anstieg der Lebensmittelpreise in den letzten Monaten war – eine Sparte, die mehrfach Zuwächse verzeichnete, die über der allgemeinen Inflation lagen. Hinzu kam die Verteuerung von Kraftstoffen, angetrieben durch den internationalen Kontext und geopolitische Konflikte, was die Mobilitätskosten sowie zahlreiche Wirtschaftszweige verteuerte.
„Die Lebensmittelinflation lag mehrfach über dem allgemeinen Index, und die Kraftstoffe stiegen aufgrund von kriegerischen Konflikten. Da die Einkommen weniger stark wuchsen, griffen die Menschen auf Kredite zurück, um ihren Konsum zu sichern“, erklärte er.
Wie er ausführte, wuchsen die Einkommen vieler Familien nicht im gleichen Maße wie die Preise, wodurch ein Ungleichgewicht entstand, das letztlich durch Kredite – insbesondere über Kreditkarten – ausgeglichen wurde. Auf diese Weise wurden Instrumente, die ursprünglich dafür gedacht waren, Zahlungen zu erleichtern oder gezielte Einkäufe zu finanzieren, dazu genutzt, alltägliche Ausgaben wie Lebensmittel, Kraftstoff und andere lebensnotwendige Güter zu decken.
Ferreira erinnerte daran, dass diese Situation bereits vom Internationalen Währungsfonds (IWF) bei seiner jüngsten Bewertung der paraguayischen Wirtschaft angemahnt wurde. Die Organisation stellte fest, dass die Bankkredite weit über der Wirtschaftsaktivität wachsen, und wies insbesondere auf die Dynamik der Konsumkredite als einen Aspekt hin, der von den Finanzbehörden genau überwacht werden muss.
In diesem Sinne hob er hervor, dass der IWF diesen Trend als “gelbes Licht“ (Warnsignal) eingestuft und die Zentralbank von Paraguay (BCP) sowie die Bankenaufsicht aufgefordert hat, die Überwachung der Haushaltsverschuldung zu verstärken, um Risiken für die Finanzstabilität zu vermeiden.
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