Wollte man mit Stroessner’s Sturz Paraguay demokratisieren?

Asunción: Als vom 3. zum 4. Februar 1989 General Alfredo Stroessner als Diktator von Andrés Rodriguez gestürzt wurde, war nicht klar in welche Richtung das Land nach 35 Jahren Totalitarismus geht. Freie Wahlen und eine Demokratie hat wohl niemand erwartet.

Ende der Neunzigerjahre, nach einem Umsturz, wurden in Paraguay Wahlen abgehalten. Seither ist das Land demokratisch regiert, wenngleich die Korruption sich ebenso durchsetzte.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Demokratie nicht unbedingt wegen des Putsches entstand. Der Putsch ist oft nur Teil eines größeren Prozesses, etwa einer Massenmobilisierung gegen eine Diktatur. Es kann auch passieren, dass die Putschisten ein Land gar nicht demokratisieren wollten, sie hatten nur das Ziel, den Anführer loszuwerden. Aber dann halten sie aufgrund des Drucks durch die Bevölkerung oder aus dem Ausland doch Wahlen ab. So oder so ähnlich hat es sich auch in Paraguay zugespielt, wo nach außen eine Demokratie herrscht aber intern nur einer das Sagen hat. Was meinen Sie dazu?

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5 Kommentare zu “Wollte man mit Stroessner’s Sturz Paraguay demokratisieren?

  1. Ein staat muss souverän sein um überhaupt als staat zu gelten. Es gibt einige, die sich weit hinauslehnen und ihren weg gehen, aber oft hängen sie trotzdem an westlichem oder chinesischem geld oder an internationalen abkommen. Das ist heute der status quo und südamerika hing immer schon an washington. Wenn weitreichendes passiert, dann geht es von dort aus und zu wessen nutzen ist schon klar.

  2. Meine Erkenntnis aus dem Studium der allgemeinen Geschichte:
    1. Ein Volk, das die Demokratie nicht kennt, verlangt selten nach Demokratie. Sie schreien zwar nach “Demokratie”, haben aber keine Ahnung davon .Wenn die Demokratie dann da ist, kann niemand richtig damit umgehen. Ein Jeder versteht etwas anderes darunter.
    2. Der überwiegende Teil eines Volkes ist politisch und geschichtlich ungebildet bis einfältig. Daher ist es ein Leichtes ein Volk zu manipulieren.
    3. Das Volk schreit stets nach mehr Freiheit, wobei auch hier jeder etwas anderes darunter versteht. Das Volk ist doch schon zufrieden, wenn es ihm “gut geht” und möglichst viele Arbeit, Brot und Lohn bekommen.
    4. Wenige sind´s die die Hammelherde anführen, verführen und dirigieren wollen und können. Diese “Führer” gleichen eher “Verführern” und wollen in Wirklichkeit nur Macht, Ansehen und Reichtum auf Kosten des Volkes.
    5. Viele dienen sich an als Mitläufer und Opportunisten, als miese Verräter am Volk an, sind talentiert im Lügen und Sprüche klopfen, können aber selten auf berufliche Erfolge in ihrem Leben verweisen. Siehe die GRÜNEN und sonstige bunte Neu-Faschisten. Wer sich ihnen entgegen stellt wird schnell diffamiert, drangsaliert, bedroht, körperlich angegangen bis hin zur Verfolgung, Inhaftierung und in letzter Phase Folter, Mord & Totschlag.
    So wird aus dem Versuch eine Demokratie aufzubauen und zu pflegen, am Ende wieder eine Diktatur von Wenigen über die Mehrheit. Das Spiel kann somit wieder vor vorne beginnen.

  3. | “Was meinen Sie dazu?”
    Genau das gleiche, was die Redaktion im vorletzten Satz schrieb: Intern hat nur einer das Sagen.
    Die Korruption im Land ist ein großes Problem, doch auch ohne die Korruption würde Paraguay nicht für sich allein entscheiden dürfen. Wie zardoz schon schrieb, hängt Südamerika allgemein an Washington, und Paraguay ebenso. Und wie DerEulenspiegel schrieb, wissen viele doch gar nicht, was eine Demokratie wirklich ist. Sie funktioniert ja auch nur, wenn sich jeder einbringt, aber nicht jeder interessiert sich dafür; nicht jeder ist dafür.

  4. Also meine Meinung dazu ist, dass in der Diktatur früher und dem Gemisch aus Cosa Nostra und Sozialismus der Coloradopartei heute – übrigens noch die gleiche Partei der auch der 7Große General und paraguaysche Staatsbürger Strößner angehörte – sich die Wohlhabenden dieses Landes immer noch ihren Status absichern. Dieses Land wird heute von den Nachfahren der Vasallen vom Strössi-Baby korrumpiert und das ist auch gut so, denn sonst könnten wir mit dem Ochsen über Nautrstraßen wackeln. So können wir immerhin auf 10.000 Kilometer löchrigem Asphalt wackeln. Unter dem Strich ergeht es dem Land und Bevölkerung besser, wenn die etwas bessere im Korrumpieren gebildeten Leutchen das Sagen haben, die auch etwas davon verstehen von den öffentlichen Geldern abzwacken, als wenn das Land von denen regiert wird, die es nicht einmal verstehen, offensichtlich und schamlos von den Geldern abzuzwacken, wozu auch, das Nötigste im Leben wie einfach mit Nichtstun glücklich zu sein, das kostet nicht viel.

  5. “Wollte man mit Stroessners Sturz Paraguay demokratisieren?” Natürlich. Und wer bringt den Ländern seit über 100 Jahren die Demokratie mit den verschiedensten Mitteln? In Paraguay ist der “Putsch”, als Theater fürs Volk, glimpflich abgelaufen, was nur mit Zustimmung des Diktators geht, welche erzwungen wird bzw. werden kann, wenn man die nötigen Argumente hat. Der “Diktator” bleibt dafür danach unbehelligt und kann in Rente gehen…oft genug geschehen. Der Putscher, hier General Andrés Rodriguez, muß von der Diktatur in seinem Regen geduldet werden und von den Interessierten gefördert. So ein Putsch ist schließlich nicht billig. Vorerst wird der geeignete Kandidat von den Interessierten und Förderern ermittelt wie hier: https://www.abc.com.py/edicion-impresa/politica/rodriguez-o-argana-pronosticaba-la-cia-1557511.html
    Dann ist der Drops auch schon gelutscht. Das Volk freut sich dank Propaganda und Theater mit Feuerwerk…wobei ein paar Tote den Realitätscharakter unterstreichen.
    Demokratie, das korrupteste System was nur noch in der Zukunft übertroffen werden kann.

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