Zwischen Ruhestörung und bischöflicher Amtseinführung

Caacupé: Die religiöse Hauptstadt des Landes bekommt heute einen neuen Bischof. Um diesen Wechsel problemlos zu gestalten, erließ der Bürgermeister eine Sperrstunde für Feierwütige.

Für Pilger Jahr für Jahr ein Anzugspunkt ist Caacupé beleibt und bekannt. Wegen des zugestimmten Rücktrittsgesuchs von Bischof Claudio Gimenez wird heute Ricardo Valenzuela als neuer Bischof von Caacupé eingesetzt.

Obwohl es allgemeine Richtlinien zur Ruhestörung gibt, entschied Bürgermeister Diego Riveros, dass Feiern, die ungewollt Lautstärke produzieren, nur bis 03:00 Uhr gehen dürfen. Da drängt sich einem die Frage automatisch auf, wie von 22:00 bis 02:59 Uhr Schlaf gefunden werden soll, wenn notwendig?

Da höchstwahrscheinlich keine Menschenansammlungen mehr ab 03:00 Uhr zu erwarten sind, könnte man auch nur von einer Vorsichtsmaßnahme auszugehen sein. Ebenso auszuschließen ist, dass die Nachtschwärmer genügend Schlaf bekommen sollen, um heute an der Messe teilnehmen zu können.

Bischof Claudio Gimenez bat schon vor zwei Jahren um seine Freistellung vom Dienst. Erst vor wenigen Wochen bekam er vom Papst persönlich die Erlaubnis erteilt, womit das Amt vom Kollege Valenzuela weitergeführt wird.

Wochenblatt / Abc Color

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6 Kommentare zu “Zwischen Ruhestörung und bischöflicher Amtseinführung

  1. Wohne seid ca: 7 Jahren in Caacupe. Vor 7 jahren war die Welt noch halbwegs in Ordnung. Heute ist Caacupe die Hauptstadt der Krawallmacher. Jeden Abend wird lustig der Hausmuell verbrannt zusaetzlich brennt seid ca:3 Wochen die Muellkippe und man wenn sich beschwert heisst es aus liberalen Kreisen, wenns dir nicht gefaellt geh doch zurueck in dein Land. Wuerden wir ja sofort machen, bloss wer gibt uns unsere Investition wieder. Im uebrigen hat Manni recht mit seiner Einschaetzung der Lage.

    1. Na ja, vor 15 und 20 Jahren war Caacupe wesentlich lauter, und hatte aber sehr wenig Autos. Da ich mittendrin wohne, kenne ich den Unterschied zu damals sehr gut, und bin heilfroh, dass es zwar immer noch laut ist, jedoch viel, wirklich viel weniger wie vor 20-25 Jahren.

  2. Die Resolution wurde erst am Donnerstag unterschrieben und am Samstag nachmittag veröffentlicht – also wenige Stunden vorher – ganz auf paraguayischer Art. Was ist nun mit Leuten, die in Caacupe gestern geheiratet haben? Oder der eminent wichtige Dia de la Amistad? Da geht die Party doch erst um 0 Uhr los!

    Aber mal im Ernst, 3 Uhr, das ist schon mehr als genug. Eigentlich sollte am Wochenende 0 Uhr schon absolute Ruhe sein.

  3. Vor fast 40 Jahren wurde in Caacupe immer am Sonntag die Boxen vors Haus gestellt und die ganze Stadt mit Paraguayer – Musik berieselt. Am Anfang sagte ich immer „hätte ich ein Flinte würde ich diese Boxen zerschiessen“ später in anderen Länder haben wir uns gerne an diese Zeit in Caacupe erinnert. Auch heute noch, höhre ich gerne diese Musik. Ja damals gab es diese tam tam und pum pum Lärm halt noch nicht und in Paraguay herrschte noch Ortnung, dank Don Alfredo

  4. Komisch, mich erinnert Caacupe an die Geschichte der Händlerverteibung aus dem Tempel in Jerusalem durch Jesus. Wenn ich den ganzen Kommerz im „religiösen Zentrum“ von Paraguay erlebe dann kommt mir schon die Galle hoch. Ob sich daran etwas ändert unter dem alten „neuen Bischof“ Valenzuela? Ist dieser Bischof Valenzuela eigentlich identisch mit dem gleichnamigen Bischof aus ASU der schon des öfteren für Schlagzeilen sorgte?

  5. Hans
    das kommt wahrscheinlich daher, daß sich inzwischen auch die Paraguayos nicht mehr alles gefallen lassen.
    Als Ausländer hält man sich da am Besten raus und zeigt keinesfalls den ruhestörenden Nachbarn an.
    Besser ist, man redet mit den anderen Nachbarn und läßt so ganz nebenbei die eine oder andere Bemerkung über den Krawallmacher fallen.
    Irgendwann greifen dann die paraguayischen Nachbarn zum Celular oder zur Selbsthilfe.

    Mandy
    vor 20, 25 Jahren war es in Paraguay wirklich um einiges lauter als jetzt.
    Auch das Verbrennen von Müll war weiter verbreitet, ebenso das Abfackeln von Straßenrändern und Feldern.
    Da fuhren zwar kaum private Autos, aber die waren in einem entsprechenden Zustand. Da blies ein Fahrzeug mehr Schadstoffe aus, als heute 50.

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