„Keiner will Steuern zahlen“

San Juan Bautista: Der Finanzminister Dionisio Borda sagte in dieser Stadt, dass in Paraguay keiner Steuern zahlen will und die Leute wollen daran auch nichts ändern. „Wir bleiben weiterhin das einzige Land, welches keine Lohnsteuer erhebt“, sagt der Staatssekretär.

Dionisio Borda weihte am vergangenen Freitag in San Juan ein Regionalbüro des Ministeriums in der Provinzhauptstadt von Misiones ein.

Der Umbau des antiken Gebäudes, welches 1950 konstruiert wurde, kostete 1,2 Milliarden Guaranies, etwas mehr als 200.000 Euro.

Bei dieser Gelegenheit sagte der Finanzminister auch, dass Paraguay die geringste Steuerbelastung in der Umgebung hat.

„Im Fall Paraguay sind es nur 13%! Also von 100 Guaranies werden nur 13 Guaranies als Steuern gezahlt. Verglichen mit den benachbarten Ländern, ist das weniger als die Hälfte von Uruguay mit 27%, Argentinien mit 34% und Brasilien mit 37%. In den hochentwickelten Ländern sind 40 – 50% ganz normaler Durchschnitt“, erklärte er.

Er erinnerte an Eligio Ayala, welcher schon 1921 sagte, dass Paraguay zwei große Probleme hat. Zum einen eine zu geringe Steuer und zum anderen wenig staatliche Präsenz. In den letzten 90 Jahren hat sich daran also nichts geändert, wie man sieht.

„Stellen Sie sich vor, bis heute haben wir diese Probleme“, sagt der Staatssekretär. Solch ein Staat mit wenigen Steuereinnahmen kann nicht gut gehen bzw. existieren. Er bat darum, dass die Leute lernen und ein Gewissen dafür entwickeln sollten. „Für mich ist es eine Zufriedenstellung hier in San Juan ein modernes Büro einzuweihen“, sagte Borda bei seiner Festrede.

Er sagte auch noch, dass die Einweihung dieses Regionalbüros ein Teil der Dezentralisierung der staatlichen Organe ist und somit Teil des versprochenen Wechsels.

(Wochenblatt / Última Hora)

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6 Kommentare zu “„Keiner will Steuern zahlen“

  1. Trotz der „nur“ 13 Prozent Steuern, schaffen es Politiker und staatliche Angestellte immer noch sich die Taschen illegal voll zustopfen. Für diejenigen die nur den Mindestlohn verdienen oder noch weniger, sind bereits die MwSt., bei den steigenden Preisen, zu viel.

    Und wollen wir doch mal ganz ehrlich sein, je mehr Steuergeld Politiker in die Hände bekommen, desto mehr geben sie aus. Das „beste“ Beispiel dafür ist doch Deutschland. Trotz steigender Steuereinnahmen der vergangenen Jahrzehnte, ist die Staatsverschuldung gigantisch gestiegen. Heute verlassen immer mehr, sehr gut ausgebildete junge Menschen Deutschland und versuchen ihr Glück im Ausland, während die deutsche Industrie angeblich händeringend nach Fachpersonal sucht! Allerdings hat diese Industrie in den letzten 3 Jahrzehnten selbst nicht genügend ausgebildet und einen vernünftigen Lohn wollen sie auch nicht zahlen!

    Um aber auf Paraguay zurück zu kommen, müsste sich hier politisch und in der Infrastruktur so einiges ändern, bevor die Bevölkerung bereit sein wird, freiwillig Steuererhöhungen und neue Steuereinführungen zu akzeptieren.

  2. Ich hätte gerne etwas dazu geschrieben – aber Christiane hat schon alles gesagt ! Exakt auch meine Meinung
    Einzig die Korruption in EURO – Land wiegt für mich als Straftat schwerer als hier in PY.

  3. ganz richtig, so lange die Korruption so ist wie sie ist, wird der „Kleine Mann“ neuen Steuern nicht zustimmen. Allerdings kann das Volk das nicht bestimmen.
    Wenn die ev. neu erhobenen Steuern sinnvoll eingesetzt würden, dann wären mehr oder höhere Steuern sinnvoll. Aber, hier sind ja nicht einmal die Rentenkassen sicher, immer wieder werden Gelder veruntreut, die Menschen arbeiten und dann müssen sie tatenlos zusehen wie sich das Geld in Luft auflöst. Es muss sich noch ganz viel ändern in Paraguay, aber man sollte nicht dem Beispiel Deutschlands folgen. Die „Armen schröpfen und die Reichen beschenken.“

    1. Hallo Rebecca,

      in Deutschland sind weder die Rentenkassen noch die Sozial- oder Krankenkassen vor den zugriffen der politischen Elite abgesichert. Die Rentenkassen werden mit fremden Leistungen geplündert wie z. B. Kuren oder krankheitsbedingten Umschulungen. Bei den Krankenkassen und Sozialkassen sieht es auch nicht anders aus, Stichwort Türkei, Polen etc. Bei denen sind nämlich auch gleich noch die Eltern und minderjährige Geschwister mit versichert, egal ob sie in DE leben oder nicht. Da das Rentensystem der BRD ein Schneeballsystem ist und den langsam aber sicher neue Beitragszahler fehlen, werden immer mehr Ausländer nach DE gelockt die in die maroden Kassen einzahlen sollen. Dass das ganze eine Milchmädchenrechnung ist, haben die meisten der Bürger begriffen, nur die politische Elite noch nicht.

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