644 Tage Albtraum im Knast: Unschuldiger Friseur wird nach gigantischem Justiz-Skandal entschädigt

Asunción: Die Zivil- und Handelsrichterin Rossana Frutos hat entschieden, dass die Justiz eine Entschädigung in Höhe von 221.807.288 Guaranies zuzüglich Zinsen an Marcelo Manuel Romero zahlen muss. Der Friseur saß 22 Monate lang wegen eines Strafverfahrens in Haft, von dem er später vollständig freigesprochen wurde.

Den Akten zufolge wurde Romero angeklagt, beschuldigt und vor einম Mündliches Gericht gestellt, obwohl die untersuchte Straftat zu einem Zeitpunkt stattfand, als er sich außerhalb des Landes befand. Später zog die Staatsanwaltschaft die Anklage zu Beginn der mündlichen Verhandlung zurück, und der Mann wurde endgültig freigesprochen.

Die Richterin kam zu dem Schluss, dass die Untersuchungshaft zwar im Rahmen eines formal regulären Verfahrens angeordnet wurde, das Endergebnis des Falles jedoch das Vorliegen eines Justizirrtums bewies, der entschädigungspflichtige Schäden verursachte. Das Urteil sah es als erwiesen an, dass Romero 644 Tage lang seiner Freiheit beraubt war – ein Umstand, der als Hauptschadensereignis gewertet wurde.

In Bezug auf den Verdienstausfall legte das Gericht eine Entschädigung von 71.807.288 Guaranies fest. Obwohl der Betroffene seine Einkünfte nicht lückenlos nachweisen konnte, wandte die Richterin rechtliche Kriterien an, um den Betrag für den erlittenen Vermögensschaden zu bestimmen.

Hinsichtlich des immateriellen Schadens (Schmerzensgeld) sah das Urteil den seelischen Schaden aufgrund der Umstände des Falles und eines psychiatrischen Berichts, der eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) diagnostizierte, als erwiesen an. Hierfür wurde eine zusätzliche Entschädigung von 150.000.000 Guaranies festgesetzt.

Das Urteil sieht vor, dass die Zahlung innerhalb von zehn Tagen nach Rechtskraft der Entscheidung erfolgen muss. Zudem wurde die Zahlung von Zinsen ab der Zustellung der Klage angeordnet, berechnet nach dem aktuellen Durchschnittszinssatz zuzüglich 2,5 % monatlich, was den Endbetrag der Entschädigung noch erheblich in die Höhe treiben könnte.

Wochenblatt / La Nación / Beitragsbild Archiv

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