San Patricio: Der Bischof der Diözese Misiones und Ñeembucú, Osmar López Benítez, wies darauf hin, dass Paraguay zwar ein zutiefst christliches Land sei, gleichzeitig aber ein Land, in dem die Korruption ein beeindruckendes Ausmaß erreiche. Die Kirche rufe dazu auf, das Gemeinwohl zu praktizieren, um die Korruption zu bekämpfen.
López leitete die zentrale Messe zu Ehren des Heiligen Patrons San Patricio. Während seiner Homilie betonte er, dass es ein Widerspruch sei: In einem Land, das laut dem letzten Zensus von 2022 zu 83 % katholisch ist, herrsche gleichzeitig eine allgegenwärtige Korruption.
„Eigentlich müssten wir das ehrlichste Land der Welt sein“, fügte er hinzu. Er ergänzte, dass man sich zwangsläufig fragen müsse, woher diese Korruption stamme. „Korruption entsteht, wenn ich nur an mich selbst denke, ohne mich um die Probleme der anderen zu scheren. Deshalb sagen wir, dass die Korruption im Kopf und im Herzen sitzt. Es ist nicht mit dem Dienst an Jesus vereinbar, gleichzeitig so zu denken“, sagte der Bischof.
Ein falsches Verständnis von Fortschritt
An einem anderen Punkt betonte er, dass ein Umdenken nötig sei: Man dürfe nicht nur an den eigenen Vorteil denken, sondern an das Gemeinwohl der gesamten Gemeinschaft. Als Beispiel nannte er das Gesundheitswesen: „Wäre die Gesundheit ein Gemeinwohl? Sie wäre es, wenn sie korrekt funktionieren würde und Medikamente vorhanden wären. Doch unter deren Mangel leidet das Volk.“
Ebenso bezog er sich auf den Umweltschutz. Die Ökologie werde zerstört, weil oft nur an die wirtschaftliche Situation des Einzelnen gedacht werde, ohne Rücksicht auf den Preis. Man sei nicht gegen den Fortschritt, aber man müsse fragen: Zu welchem Preis und wer sind die Leidtragenden? „Diejenigen, die profitieren, ziehen einfach woanders hin. Aber was passiert mit denen, die keine Mittel haben, um wegzuziehen?“, fragte er.
Politik als Akt der Nächstenliebe
Auch die Politik bezeichnete er als ein Gemeinwohl. Er zitierte Papst Franziskus, der sagte, dass Politik die höchste Form der Nächstenliebe sei, da sie das Leben aller organisiere, damit niemand ausgeschlossen werde. Sie sei ein Dienst am sozialen Glück.
Gerechtigkeit sei dann ein Gemeinwohl, wenn sie funktioniere und für alle von Nutzen sei; ebenso Gesundheit und Bildung, wenn sie wirklich dem Volk zugutekämen.
Aufruf an die Bürger: Mischt euch ein!
Der Bischof erklärte, dass die Kirche auf die Laien vertraue und sie dazu aufrufe, einzugreifen, um die Korruption zu bekämpfen. Dies geschehe durch Teilhabe, das Einfordern von Bilanzen und die Frage, was mit den Ressourcen geschehen sei.
„Wenn die Gemeinschaft sich einbringt, sinkt die Korruption. Die organisierte Beteiligung der Bürger fördert das Gemeinwohl: Wenn das Volk sich informiert, sich engagiert, bei Wahlen nach seinem Gewissen entscheidet und Rechenschaft einfordert, dient das dem Wohl aller,“ so López abschließend.
Wochenblatt / ABC Color















