85,4% der Schüler beklagen sich über den schlechten digitalen Unterricht

Asunción: Eine virtuelle Ausbildung, der nicht funktioniert, verurteilen sie von der National Union für Schüler (Unepy). Bei einer Umfrage unter mehr als 5.000 jungen Menschen aus verschiedenen Bildungseinrichtungen aus dem ganzen Land beklagten sich 85,4% über den schlechten digitalen Unterricht.

In der Umfrage sind die Ergebnisse überhaupt nicht ermutigend und stimmen mit anderen Mitgliedern der Schulgemeinschaft wie Lehrern oder Eltern überein. Nur 14,6% bewerten die Pandemieklassen als gut oder sehr gut, ein “lächerlicher“ Anstieg, wie von der Unepy angegeben, wenn man die 10% berücksichtigt, die dies zu Beginn dieser Methodik für erfolgreich hielten.

48,1% halten den digitalen Unterricht für schlecht oder sehr schlecht, während weitere 37,3% der Schüler angeben, dass es “mehr oder weniger“ ist; das heißt, die Hälfte. Zusammen mit diesen Zahlen kommt man zu dem Schluss, dass 85,4% der jungen Menschen mit dem Fernunterricht unzufrieden sind.

Ist es akzeptabel, dass in fünf Monaten nur 12% der Schüler, die heute nichts verstanden haben, mehr oder weniger verstehen, während signifikante 48% weiterhin keine Ahnung haben, was sie angeblich lernen?

María Gloria Amarilla, Sprecherin der Organisation und Schülerin im Departement San Pedro, sagt, dass “Schüler nicht mit virtuellen Klassen lernen“.
Zu Beginn der Pandemie war der Diskurs von Behörden wie dem Bildungsminister Eduardo Petta und dem stellvertretenden Minister für Grundbildung, Robert Cano, gegenüber jungen Menschen, dass sie Geduld haben müssen, sich anzupassen.

„Wir haben gewartet und aufrichtig auf Verbesserungen gehofft, aber sieben Monate später bleibt alles beim Alten, nichts hat sich geändert“, fügte Amarilla hinzu.

Ein weiterer Punkt der Umfrage ist auch die Verzweiflung der Schüler, bei der fast jeder Dritte aufgrund dieser Schwierigkeiten wieder in die Gegenwart zurückkehren möchte, so Unepy.

Die landesweit gut verteilte Umfrage zeigt auch die Situation von Schülern in der Region Occidental auf. Mariela Felhauer aus Filadelfia berichtet, dass sie in ihrer privat geführten Schule sogar Psychologen haben, die sich wegen des Stresses der Pandemie und des nicht persönlichen Unterrichts um sie kümmern. „Aber in öffentlichen Schulen haben sie diese Möglichkeiten nicht. Die Situation indigener Studenten ist auch für uns besorgniserregend, da sie in ihrer Ausbildung sehr vernachlässigt werden“, beklagte sie sich.

Wochenblatt / Ultima Hora

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3 Kommentare zu “85,4% der Schüler beklagen sich über den schlechten digitalen Unterricht

  1. Das ist innerhalb von wenigen Wochen zu loesen. Einfach anfangen im Bildungdsektor Entlassungen wegen schlechter Leistung durchzufuehren. Jeden Monat die schlechtesten 5 Prozent der Lehrer entlassen und wenn man nicht weiss wer das ist einfach jeweils die 5 Prozent mit dem höchsten Gehalt entlassen.
    Alle anderen werden dann ihren Hintern aus der Haengematte bewegen um nicht die nächsten zu sein.

  2. Wer hätte DAS kommen sehen können?
    Sicherlich nicht die hochgelehrten Verantwortlichen für die Bildung!
    Sie konnten ja nicht wissen, daß von den Schülern etwa 80% gar keine Möglichkeit haben, an den „virtuellen Klassen“ teilzunehmen.
    Und von den 20%, die über die es könn(t)en, sind wiederum mindesten 80% nicht in der Lage, die Aufgaben alleine zu lösen.
    Wie viele Eltern ( nicht nur hier in Paraguay ) sind nicht in der Lage, die Arbeit der Lehrer zu machen?
    Aber egal, Hauptsache die können bei vollem Gehalt daheim in der Hamaca bleiben, weigern sich, das nächste Jahr in die Schulen zurückzukehren und wollen dafür noch 16% mehr Gehalt.
    Es ist schon seltsam, daß ausgerechnet die Lehrer und die Justizangestellten so viel schlimmer vom Virus bedroht werden als der Rest der Bevölkerung.
    Alle anderen „dürfen“ trotzdem arbeiten.
    Setzt die Lehrer und die Justizangestellten an die Supermarktkassen!
    Das sind die Arbeitsplätze, an denen sie am wenigsten von Ansteckung bedroht sind.
    Oder hat schon jemand von einem Supermarkt gehört, der wegen erkrankter Mitarbeiter schließen musste?

  3. Bin vor ein paar Wochen auf https://bolsadetrabajoparaguay.blogspot.com/ auf ein Stelleninserat gestoßen. Suchten jemanden, der Moodle aufsetzen kann (mehr über Moodle siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Moodle). Habe dann mal geschaut, wer hinter der .gov-E-Mehl-Adresse stand. Das war dann so ne tolle, einseitige .gov-Homepageli. Konnte noch nix, einfach mal ne tolle statische Seite.
    Obwohl es jetzt nichts besonders Schwieriges ist so ein Moodle aufzusetzen, habe ich mich nicht gemeldet. Ne, für 2,2 Mio. GS. pro Monat mache ich denen das ganz sicher nicht. Für 22 Mio. könnten wir mal darüber anfangen zu diskutieren.
    Ich meine, es ist ja schon schwierig so eine Opensoftware via ftp auf einen Server zu transferieren, dann ein paar Berechtigungen zu setzen und die Schüler zu erfassen. Sehe schon, das wird hier nicht klappen, denn die Schüler kommen nächstes Jahr in ein anderes Schuljahr. Wer wird das dann ändern wollen. Geschweige von wollen.
    Es geht mir einzig um Folgendes: Aufgrund dem Uhhh-Viru-V2.0 sind die paraguayanischen Schüler im Jahre 2020 ganze 9 Tage zur Schule. Vom 1 bis 9 März. In Österreich, Deutschland etc. haben die Fachhochschulen und andere Lernstätten schon im März/April 2020 auf Fernunterricht umgestellt. Vermutlich mit Moodle oder ähnlichen Opensource-Anwendungen.
    Und nun haben wir Oktober 2020. Das Schuljahr geht ja hierzulande von Ende Februar bis Mitte November, jeweils 7 bis 11 Uhr ODER 13 bis 17 Uhr, je nach Turnus der Schüler, ob sie Morgen- oder Nachmittagsunterricht haben. Ja, man kann dem auch Halbtagesschule sagen.
    Nun haben wir also Oktober 2020. Ok, im Paragauy 1620 Lokalzeit. Und was haben die vom Mysterium für Leere-Bierbücksentürmchen-bauen und Streichhölzli (Mysterium für Educaccion y Cultura MEC) bis heute auf die Beine gestellt?
    Ja. Mager. WhatsWurstelUpp Aufgabenverteilung. Fünf Minuten Arbeit und ne halbe Stunde Vorbereitung für hiesig Lehrer. Ok, noch fünf Minuten dazu, müssens ja auch noch korrigieren. Die Eltern müssen den Gurk abschreiben ins Cuaderno. Dann gibt es teilweise noch ein paar Videos zu den Aufgaben.
    Also die vier Stündchen pro Tag haben die Schüler dieses Jahr nicht täglich abgesessen. Die Lehrerschaft auch nicht. Auch wenn es ab und zu noch eine Reunion über WhatsWurstelUpp gibt.
    Alles in allem:
    – Diese Leute vom MEC haben wirklich eine magere Ahnung von Pädagogik. Ja, auch ich. Aber es ist auch nicht mein Job.
    – Die meiste Arbeit haben die Eltern geleistet.
    – Die Leidtragenden sind wie immer die Kinder. Nicht, dass ich die bisherig vom MEC geleistete Arbeit in Frage stellen will, immerhin können Erwachsene schon eine Calcapp bedienen, um 4×3.900 selbständig kalkulieren zu können. Aber für die diesjährig „Schülergeneration“ sehe ich da schon etwas schwarz.

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