Asunción: Während die Regierung noch über Dekrete brütet, spielt sich auf Paraguays Straßen jeden Morgen ein gefährliches Drama ab. Es ist 06:30 Uhr morgens, doch das Land liegt unter einer Decke aus pechschwarzer Finsternis.
Ohne die gewohnte Zeitumstellung schicken wir unsere Kinder und Arbeiter in ein morgendliches Risiko-Szenario, das nur eine Frage der Zeit ist, bis es Opfer fordert.
Die “Vergessene“ Zeitumstellung
Eigentlich wäre es Zeit für den Wechsel zum Wintermodus, doch die politische Trägheit hält das Land in einer künstlichen Sommerzeit gefangen. Die Folge: Die Sonne lässt sich erst blicken, wenn der Berufsverkehr bereits seinen blutigen Höhepunkt erreicht hat. In einem Land, in dem Motorradfahrer oft ohne Licht und Fußgänger ohne Reflektoren unterwegs sind, ist diese “Dunkel-Politik“ grob fahrlässig.
Sicherheit vs. Stromsparen
Das Argument, durch die dauerhafte Sommerzeit Energie zu sparen, zieht bei den Bürgern nicht mehr. Wer morgens im Stockfinstern auf den Bus wartet – oft an unbeleuchteten Haltestellen –, fühlt sich schutzlos ausgeliefert. Die Kriminalitätsrate nutzt den Schutz der verlängerten Nacht schamlos aus. Während die Elite in bewachten Vierteln noch schläft, wird der Weg zur Arbeit für den Rest des Volkes zum täglichen Spießrutenlauf.
Biologischer Stress für die Kleinsten
Besonders hart trifft es die Schüler. In den frühen Morgenstunden sitzen tausende Kinder in Klassenzimmern, während ihr Körper biologisch noch auf “Nacht“ programmiert ist. Die Konzentrationsfähigkeit sinkt, das Unfallrisiko auf dem Schulweg steigt. Paraguay spielt hier ein riskantes Experiment mit der Gesundheit und Sicherheit seiner nächsten Generation.
Wochenblatt / Beitragsbild Archiv














