Caacupé: Valenzuela, 100 km von Asunción entfernt im Departement Cordillera gelegen, sorgt derzeit für Schlagzeilen in der Fachwelt. Was bisher als charmantes Dorf bekannt war, entpuppt sich als archäologische Sensation: Die Entdeckung vorkolonialer Felsmalereien verleiht der “Hauptstadt der Ananas“ eine historische Bedeutung von nationalem Rang.
Eine archäologische Sensation: Die Sonne von “Itá Rueda“
In der Gegend von Potrero Yacarey, auf dem Privatbesitz der Familie Vázquez, haben Experten der Nationalen Kulturbehörde (SNC) einen Fund gesichert, den sie als “außergewöhnlich wichtig“ einstufen. Es handelt sich um rote Felsmalereien – die ersten ihrer Art, die in Paraguay offiziell registriert wurden. Während das Land reich an Felsgravuren ist, fehlten bisher Belege für diese spezielle Maltechnik.
Dank moderner Analysesoftware konnten drei zentrale Motive identifiziert werden, die mit bloßem Auge kaum noch erkennbar sind:
-Eine strahlende Kreisfigur, die als Sonne interpretiert wird.
-Ein Vogel mit auffällig langen Beinen und Hals.
-Eine längliche Figur, die eine Schlange oder ein abstraktes Symbol darstellt.
Internationale Experten aus Brasilien und Argentinien bestätigen die Authentizität. Die Malereien ähneln Stilen aus Bolivien und Brasilien und stammen zweifelsfrei aus der Zeit vor der Ankunft der Europäer. Die Behörden arbeiten nun mit Hochdruck daran, den Ort zum geschützten Kulturgut zu erklären.
Ein Dorf zwischen Tradition und Aufbruch
Valenzuela lebt traditionell von der Landwirtschaft und Viehzucht, doch der Ort wandelt sich. Engagierte Bürger wie Virgilio Cantero, Nelly Vázquez und die Lehrerin Benita Salinas setzen alles daran, das kulturelle Erbe für den Tourismus zu erschließen. Ihr Ziel ist es, wirtschaftliche Entwicklung mit dem Schutz des Ökosystems und der Geschichte in Einklang zu bringen.
Barockes Juwel im Herzen der Stadt
Neben der Steinzeitkunst beherbergt Valenzuela einen der wertvollsten Schätze der Kolonialzeit: Das Altarretabel der örtlichen Kirche. „Es ist im Barock-Rokoko-Stil gefertigt und landesweit einzigartig“, erklärt die pensionierte Lehrerin Salinas. Der Altar besteht aus über 1.300 handgefertigten Teilen aus Zedernholz, ist prachtvoll vergoldet und polychromiert. Faszinierenderweise schließt auch dieses barocke Meisterwerk in seiner Mitte mit der Figur einer Sonne ab – eine ästhetische Brücke zu den jahrtausendealten Malereien von Itá Rueda.
Ein Ausflugsziel für Kenner
Wer Valenzuela besucht, kann an geführten Touren teilnehmen, die das Beste der Region vereinen:
-Kultur: Der Besuch des Museums und des barocken Altars.
-Geschichte: Die Wanderung zu den neuen Felsmalereien bei Itá Rueda.
-Natur: Entspannung am kristallklaren Bach Yhaka, inklusive Freiluft-Bibliotheken und Wanderwegen zur guaranitischen Mythologie.
Wochenblatt / La Nación















