Asunción: Das Frauenministerium setzt seine Kampagne “Noviazgo sin violencia“ (Beziehung ohne Gewalt) fort, um Gewalt in Partnerschaften unter Jugendlichen zu verhindern. Die Aktivitäten finden in Bildungseinrichtungen in ganz Paraguay statt und zeigen bereits sehr positive Ergebnisse.
Die Kampagne ist eine zentrale Strategie, um die verschiedenen Formen von Gewalt in jungen Beziehungen sichtbar zu machen und anzusprechen. Die Vorträge werden vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft (MEC) im Rahmen des nationalen Plans “Sumar“ gegen Drogenmissbrauch unterstützt. Das Ministerium betont: „Gewalt gegen Frauen in Jugendbeziehungen äußert sich ähnlich wie in Erwachsenenbeziehungen, weist jedoch spezifische Merkmale der Pubertät auf.“
Die Falle der Idealisierung
Mangelnde Erfahrung und eine oft unrealistische Idealisierung der Liebe in jungen Jahren können dazu führen, dass Warnsignale übersehen werden, die den Grundstein für eine gewalttätige Beziehung legen. „Ziel ist es, dass junge Menschen in der Lage sind, Missbrauch durch das Erkennen bestimmter Verhaltensweisen des Partners zu verhindern“, so die Verantwortlichen. Die Workshops fördern respektvolle, gleichberechtigte und gewaltfreie Verhaltensmuster und rufen dazu auf, Misshandlungen konsequent anzuzeigen.
Warnsignale erkennen – auch im Netz
In der Adoleszenz sind Anzeichen von Gewalt oft fast unsichtbar, da kontrollierendes Verhalten häufig als “normal“ wahrgenommen wird. Die Kampagne legt einen besonderen Schwerpunkt auf die digitale Gewalt:
-Identifizierung von missbräuchlichen Nachrichten.
-Sensibilisierung dafür, dass “virtuelle Gewalt reale Gewalt ist“.
Analyse des Einflusses sozialer Netzwerke, über die Beziehungen heute oft beginnen und enden.
Einbeziehung der Lehrkräfte
Das Frauenministerium schult auch das Lehrpersonal, um sie für Warnsignale zu sensibilisieren. Lehrer werden mit Instrumenten ausgestattet, die es ihnen ermöglichen, Gewaltsituationen zu erkennen, anzusprechen und betroffene Schüler richtig zu leiten.
Alltagscheck: Von WhatsApp bis TikTok
In den Workshops analysieren Experten gemeinsam mit den Schülern Inhalte aus WhatsApp, Facebook, Instagram und TikTok. Dabei werden auch Songtexte, Memes und populäre Redewendungen kritisch hinterfragt, die Gewalt in Paarbeziehungen oft verharmlosen oder romantisieren.
Wochenblatt / La Nación















