Wenn der Lohn nicht reicht: Wie die Krise der Informalität den Mindestlohn aushebelt

Asunción: In Paraguay erreichen rund 470.000 Arbeitnehmer nicht den gesetzlichen Mindestlohn. Dies liegt laut dem Arbeitsmarktexperten Enrique López Arce vor allem an Beschäftigungsformen wie Tages- und Stundenlohn sowie Teilzeitarbeit.

Er wies darauf hin, dass Branchen wie das Baugewerbe einen Großteil dieser Fälle konzentrieren, da die Arbeiter dort auf Tagesbasis bezahlt werden. „Sie arbeiten für einen Tageslohn und erreichen am Ende des Monats nicht immer den Mindestlohn“, erklärte er.

Zudem nannte er den Kundenservice-Sektor, in dem viele Angestellte nur wenige Stunden am Tag arbeiten, was ihr monatliches Einkommen drückt.

Gleichzeitig warnte er vor einem starken Anstieg der registrierten Teilzeitbeschäftigung im System der Sozialversicherungsanstalt (IPS): Diese Zahl stieg von 7.000 Arbeitnehmern im Jahr 2022 auf über 25.000 im Jahr 2025.

„Viele dieser Arbeiter erreichen das Existenzminimum nicht, obwohl es in manchen Fällen immer noch besser ist, als überhaupt kein Einkommen zu haben“, sagte Arce.

Der Experte betonte, dass diese Realität mit der Zunahme flexibler Arbeitsmodelle zusammenhängt, aber auch auf die grassierende Arbeitsinformalität zurückzuführen ist.

Wochenblatt / Megacadena / Beitragsbild Archiv

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