Prosumer: Ist es machbar, Solarstrom zu erzeugen und an die ANDE zu verkaufen?

Asunción: Das Gesetz N° 7599/2025 zur Verbesserung der vorherigen Regelung für nicht-konventionelle erneuerbare Energien – der neue Rahmen für die Erzeugung sauberer Energie durch Bürger und Unternehmen in Paraguay – legt die Regeln fest, nach denen Kunden der Nationalen Elektrizitätsverwaltung (ANDE) vom reinen Konsumenten zum Eigenstromerzeuger werden können.

Der Begriff „Prosumer“ (Produzent + Konsument) gewinnt im Kontext der weltweiten Expansion erneuerbarer Energien zunehmend an Bedeutung. In Paraguay installieren immer mehr Bürger Solarmodule auf ihren Dächern, um nicht länger unter den Serviceunterbrechungen der ANDE zu leiden. Die hohen Kosten für Batterien führen jedoch dazu, dass diese Technologie bisher nicht für jeden zugänglich ist.

Experten für erneuerbare Energien zufolge sind Prosumer das fehlende Puzzleteil, um das nationale Stromsystem zu revolutionieren. Prosumer zu werden, könnte in Paraguay zum Trend werden, doch noch fehlt die entsprechende Ausführungsverordnung der Exekutive zum Gesetz für nicht-konventionelle erneuerbare Energien.

Verzögerungen bei der Umsetzung

Ingenieur Eduardo Viedma, Präsident der Paraguayischen Vereinigung für Erneuerbare Energien (APER), erklärte gegenüber Última Hora (ÚH), dass trotz des Optimismus hinsichtlich des „Geistes des Gesetzes“ eine latente Besorgnis bestehe. Das Ministerium für öffentliche Bauarbeiten und Kommunikation (MOPC) ist bereits sechs Monate im Verzug mit der Lieferung der technischen Richtlinien, die für die Anwendung des Gesetzes und dessen Reglementierung durch die Regierung notwendig sind.

Laut dem Experten ist die Installation von Solarmodulen in paraguayischen Haushalten zwar realisierbar, derzeit aber auf Gebiete ohne Netzanschluss beschränkt oder eine mittelfristige Investition für diejenigen, die Planungssicherheit suchen. Sobald das Gesetz jedoch reglementiert ist und die Zollvergünstigungen greifen, wird sich das Szenario ändern. Er erklärte, dass die Kosten für die Ausrüstung als direkter Vorteil des Gesetzes um 25 % sinken werden.

„Solarenergie wird kein Nischenluxus mehr sein, sondern eine Massenalternative zum Sparen in Gebäuden, Industrien und Wohnsitzen“, so der Fachmann. Zudem werde es mehr Menschen geben, die zu Eigenstromerzeugern werden und ihre Überschüsse in das System einspeisen.

Das On-Grid-System: Fokus auf Ersparnis

Das neue Gesetz ermöglicht es ANDE-Kunden, zu Prosumern zu werden. Sie wandeln sich von passiven Kunden zu Erzeugern ihrer eigenen Energie und können Überschüsse in das ANDE-Netz einspeisen.

Viedma erklärte, dass der Schlüssel hierfür im On-Grid-System (Netzeinspeisung) liege. Dieses verzichtet auf die Abhängigkeit von Speicherbatterien, die die teuerste Komponente eines Solarsystems darstellen. Bei diesem System wird der Strom direkt verbraucht oder ins Netz geleitet; am Monatsende wird lediglich die Differenz bezahlt. „Das On-Grid-System funktioniert wie ein bedeutender Rabatt auf der ANDE-Rechnung“, erläuterte er.

Im Vergleich zu einem System mit Batterien (Off-Grid oder Hybrid), das für ein durchschnittliches Haus in Asunción (Grundversorgung ohne Klimaanlage) etwa 10.000 USD kostet, erfordert eine On-Grid-Anlage für ein ähnliches Wohnhaus eine Investition von nur etwa 2.500 USD.

Bidirektionale Zähler

Das aktuelle Gesetz Nr. 7599/2025 zur Modernisierung erneuerbarer Energien (welches das Gesetz 6977 aktualisiert) verankert das Recht auf einen bidirektionalen Zähler. Dieser subtrahiert die eingespeiste Energie vom Verbrauch. Wenn man also mehr produziert als verbraucht, sinkt die Rechnung. Dies eröffnet die Möglichkeit, Eigenstromerzeuger zu sein und an sonnenarmen Tagen nicht zu 100 % von der Stabilität des Netzes abhängig zu sein.

Die kommende Reglementierung wird entscheidend sein, um Anreize für Nutzer zu schaffen. Sie muss die exakten bürokratischen Prozesse bei der ANDE sowie die technischen Vergütungstarife und Sicherheitsstandards für die Geräte festlegen.

Wochenblatt / Última Hora

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