Capiatá: Die Abteilung für organisierte Kriminalität verhaftete Sara Irala Zárate nach einer Warnung der BNF. Die Verwalterin soll einen Heimbewohner um Millionenbeträge geprellt haben.
Einsatzkräfte der Abteilung für organisierte Kriminalität der Nationalpolizei haben Zárate festgenommen. Die Frau war als Verwalterin eines Seniorenheims in Capiatá tätig. Der Einsatz fand in der Residenz “El Balcón de la Luna“ im Gebiet von Yvyraró statt. Dieser polizeilich-staatsanwaltschaftliche Einsatz erfolgte aufgrund einer schwerwiegenden Anzeige wegen des mutmaßlichen Leerens von Bankkonten eines Bewohners.
Das Verfahren wurde von Staatsanwalt Gerardo Chamorro geleitet und führte zur sofortigen Festnahme der Verdächtigen. Zárate sieht sich Anklagen wegen Betrugs und Manipulation von Geldern gegenüber. Die Ermittlungen sind für die paraguayische Justiz von hoher Relevanz, da sie Menschen in einer Situation extremer Schutzbedürftigkeit betreffen. Die Einsatzkräfte handelten schnell, nachdem Berichte über unregelmäßige Finanzbewegungen eingegangen waren. Die Nationale Entwicklungsbank (BNF) war die Institution, die die anfänglichen Anomalien bei den Transaktionen feststellte.
Die strafrechtlichen Ermittlungen begannen, als Mitarbeiter der BNF verdächtiges Verhalten der nun festgenommenen Frau bemerkten. Zárate versuchte, eine Transaktions-PIN zu beantragen, um die Summe von 50 Millionen Guaranies abzuheben. Dieses Konto gehörte einem älteren Herrn, der wenige Tage zuvor in einer medizinischen Einrichtung verstorben war. Die Bankangestellten aktivierten die Sicherheitsprotokolle, nachdem sie den Tod des Kontoinhabers festgestellt hatten. Diese Maßnahme verhinderte, dass die Verwalterin den gesamten angesparten Betrag abheben konnte.
Bei den Vorermittlungen analysierten IT-Experten der Staatsanwaltschaft die früheren Bewegungen auf dem betroffenen Konto. Die Experten stellten fest, dass die Frau bereits zehn systematische Abhebungen vorgenommen hatte. Jede Auszahlung betrug exakt 1.500.000 Guaranies. Diese betrügerischen Operationen summierten sich auf eine anfängliche Veruntreuung von 15 Millionen Guaranies zum Nachteil des Verstorbenen. Die Verwalterin nutzte ihre Vertrauensstellung aus, um ohne rechtliche Befugnis auf die finanziellen Mittel des Bewohners zuzugreifen.
Staatsanwalt Chamorro führte aus, dass die Beschuldigte versuchte, diese Millionenabhebungen gegenüber den Institutionen zu rechtfertigen. Ihrer Version nach waren die Gelder ausschließlich dazu bestimmt, die Unterhaltskosten des alten Mannes zu decken. Zeugenaussagen der Angehörigen des Betroffenen widersprachen dieser Behauptung jedoch kategorisch. Die Verwandten bewiesen mit Belegen, dass sie monatlich alle Heimgebühren bezahlt hatten. Sie kamen zudem unabhängig für alle medizinischen oder persönlichen Kosten des Großvaters auf.
Die Ermittlungen enthüllten zudem ein System der Isolierung gegen den Bewohner, um die Finanzmanöver zu verschleiern. Die Angehörigen zeigten bei der Staatsanwaltschaft an, dass die Verwaltung ständig Hürden für Besuche aufbaute. Die Frau erfand diverse materielle Hindernisse, um zu verhindern, dass die Verwandten direkten Kontakt zum Senior hielten. Es wird vermutet, dass diese Strategie darauf abzielte, zu verhindern, dass das Opfer über den unregelmäßigen Umgang mit seinem Geld Alarm schlägt. Diese Handlungen verschärfen die prozessuale Lage der Festgenommenen aufgrund der impliziten psychischen Misshandlung.
Ein alarmierender Fund während der Durchsuchung war das völlige Fehlen legaler Dokumentation in der Einrichtung. Die Delegation von Staatsanwaltschaft und Polizei stellte fest, dass das Heim über keine einzige offizielle Akte der Bewohner verfügte. Es wurden weder medizinische Krankengeschichten noch Pflegeregister gefunden, die die Betreuung der Senioren belegen könnten. Dieses Fehlen offizieller Aufzeichnungen stellt einen direkten Verstoß gegen die Gesundheitsnormen für den Betrieb dar. Die Einrichtung operierte in einer gefährlichen Informalität, die die Ausführung von Vermögensdelikten erleichterte.
Der Betroffene lebte seit dem Jahr 2023 in dem Heim, tauchte jedoch in keiner Verwaltungsakte auf. Die mangelnde staatliche Kontrolle ermöglichte es Zárate, mehrere Monate lang ohne Aufsicht zu agieren. Derzeit steht die Verdächtige den zuständigen Behörden für ihre Vernehmung zur Verfügung. Die Staatsanwaltschaft sammelt weiter Beweise, um festzustellen, ob es weitere Opfer innerhalb des Heims gibt. Dieser Fall alarmiert die Öffentlichkeit hinsichtlich der Sicherheit in privaten Unterkünften.
Wochenblatt / Mas Encarnación















