Asunción: Nachdem Paraguay jahrelang als kritischer Knotenpunkt für den globalen Drogenschmuggel galt, ist dem Land eine historische Wende in seiner Sicherheitsverpackung gelungen.
Die jüngsten Daten der von InSight Crime erstellten Jahresbilanz der Kokainbeschlagnahmungen, zusammen mit den Erklärungen der höchsten Behördenvertretern, bestätigen, dass Paraguay nicht mehr die bevorzugte Route für internationale Mafias ist.
Zahlen, die für Kontrolle sprechen
Noch vor knapp drei Jahren wurde unser Land als der zentrale Korridor für den Schmuggel in den Alten Kontinent eingestuft – mit Aufzeichnungen von bis zu 66.000 Kilo Kokain, die in europäischen Häfen sichergestellt wurden und aus paraguayischem Boden stammten. Das aktuelle Panorama sieht jedoch radikal anders aus.
Im Jahr 2025 sanken die Beschlagnahmungen auf nationalem Territorium auf ein Minimum (nahezu 1 Tonne), was einem Rückgang von 82,6 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Weit davon entfernt, eine negative Nachricht zu sein, ist dieser Rückgang das Ergebnis eines strategischen Erfolgs: Die Drogenbanden wählen Paraguay nicht mehr als Ausgangsweg. Durch die Stärkung der internen Kontrollen und der staatlichen Präsenz gehört das Land nicht mehr zur Gruppe der Hauptrouten Südamerikas und liegt im Hinblick auf das festgestellte Transitvolumen weit hinter Nachbarländern wie Brasilien oder Argentinien.
Institutionalität und Souveränität im Antidrogenkampf
Dieser Paradigmenwechsel ist kein Zufall. Er ist das Ergebnis einer Null-Toleranz-Politik und einer koordinierten Arbeit zwischen dem Innenministerium, der SENAD (Nationale Antidrogenbehörde), der Nationalpolizei und der Staatsanwaltschaft.
Eines der Fundamente dieser neuen Phase war die Neudefinition der internationalen Zusammenarbeit. Nach einer Phase der Anpassung in den Beziehungen zur DEA bekräftigte die paraguayische Regierung ihre operative Kapazität, Ermittlungen mit eigener, souveräner Intelligenz zu leiten, um später die strategische Zusammenarbeit unter neuen Effizienzstandards wieder aufzunehmen. Der aktuelle Fokus liegt darauf, die kriminelle Logistik von innen heraus zu zerschlagen, den politischen Schutz zu eliminieren, der in der Vergangenheit existiert haben mag, und hochrangige Akteure vor Gericht zu bringen – was das klare Signal sendet, dass es für niemanden Straffreiheit gibt.
Der Abschreckungseffekt
Auf die Frage, ob die regionale Produktion gesunken ist, lautet die Antwort: Nein. Tatsächlich bleibt das Angebot in Erzeugerländern wie Kolumbien und Bolivien auf Rekordniveau. Warum führt der Weg also nicht mehr durch Paraguay?
Abschirmung von Häfen und Grenzen: Der Einsatz von Kontrolltechnologie und Scannern hat eine abschreckende Wirkung erzielt. Da die Schmuggler sehen, dass das Risiko, in Paraguay erwischt zu werden, nun weitaus höher ist, sind sie gezwungen, den „Verdrängungseffekt“ (Efecto Globo) zu nutzen und ihre Operationen in andere Häfen der Region (wie die in Brasilien) oder auf Seewege im Pazifik zu verlagern.
Zerschlagung der internen Logistik: Die SENAD wies darauf hin, dass der erhöhte Druck in den Vorjahren dazu beigetragen hat, die Transportstruktur zu brechen, die Paraguay als Plattform nutzte.
Modernisierung der Abfangmaßnahmen: Nach erfolgreichen regionalen Vorbildern, wie dem Einsatz von Drohnen und Radaren, hat Paraguay seine Überwachung technisiert. Dadurch wurden die alten Luft- und Landwege zu „heißen Zonen“, die für das organisierte Verbrechen unpassierbar geworden sind.
Ein sicheres Land für Entwicklung
Die aktuellen Beschlagnahmungen spiegeln wider, dass Paraguay kein einfacher Ausgangshafen mehr ist. Indem das Land der kriminellen Logistik den Hahn abdreht, verbessert es nicht nur sein internationales Image, sondern festigt sich auch als regionaler Zufluchtsort für Investitionen und Wirtschaftswachstum – frei vom Schatten des Drogenhandels, der zuvor unsere Institutionen erstickte. Heute ist die Stille auf den Drogenrouten das Geräusch der Kontrolle, die sich endlich durchsetzt.
Wochenblatt / Hoy















