Klartext von Luis Christ Jacobs: Unsere Straßen sind gar nicht für mehr als 80 km/h gebaut

Asunción: Der ehemalige Direktor der Nationalen Agentur für Verkehr und Straßenverkehrssicherheit sowie ehemalige Direktor der Straßenpolizei (Caminera), Luis Christ Jacobs, erklärte, dass das kürzlich vom Senat verabschiedete Gesetz zum Straßennotstand nicht notwendig gewesen sei, da die geltende Gesetzgebung bereits technologische Mechanismen vorsehe, um die Kontrollen auf den Straßen zu verstärken.

Der Experte betonte, dass eine Reduzierung von Unfällen eine Kombination aus Investitionen in Technologie, Straßeninfrastruktur und einem größeren Bewusstsein der Bürger erfordert.

In einem Interview erklärte Jacobs, dass Artikel 146 des Nationalen Verkehrsgesetzes bereits den Einsatz technologischer Werkzeuge wie Kameras und Systemen für Blitzer-Bußgelder autorisiert, um die Einhaltung der Verkehrsregeln zu überwachen. Er erinnerte zudem daran, dass während seiner Amtszeit die Modernisierung der Kontrollen durch elektronische Geräte zur Geschwindigkeitsmessung und für andere Verstöße vorangetrieben wurde.

Der ehemalige Leiter der Caminera wies darauf hin, dass eine der größten Herausforderungen des Landes die begrenzte Entwicklung des Straßenbauingenieurwesens ist. Er gab an, dass es in Paraguay an Autobahnen, exklusiven Fahrspuren und einer gegenläufigen Infrastruktur für verschiedene Nutzertypen fehle, was dazu führe, dass sich der gesamte Verkehr auf ein und demselben Straßennetz konzentrieren muss. Die einzige nennenswerte Ausnahme sei laut seinen Angaben die zweispurig ausgebaute Straße, die mit Ciudad del Este verbindet.

Zudem beharrte er darauf, dass das Einhalten von Tempolimits fundamental sei, um die Sicherheit zu verbessern. Jacobs erinnerte daran, dass viele Nationalstraßen nicht für Geschwindigkeiten von über 80 Kilometern pro Stunde ausgelegt sind und dass die Limits in städtischen Gebieten zum Schutz von Fußgängern und Fahrern noch niedriger liegen.

Jacobs kam zu dem Schluss, dass die hohe Zahl von Verkehrsunfällen als Staatsaffäre angegangen werden müsse. Seines Erachtens erfordert der Kampf gegen die Unfallhäufigkeit auf den Straßen koordinierte Aktionen, höhere Investitionen in die Sicherheit und eine starke Sensibilisierungskampagne, um die Zahl der Todesfälle und Verletzungen auf den Straßen des Landes zu senken.

Wochenblatt / Megacadena

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