Ehemaliger Anwärter der Marine klagte: Wochen ohne Schlaf, Fieber und Misshandlungen

Asunción: Der junge Mann erzählt, er sei mit dem Traum zur Marine gekommen – habe aber schließlich Verhältnisse erlebt, die ihn zum Austritt zwangen. Alles habe im Mai begonnen, als er bereits an einer Atemwegserkrankung litt; von da an habe die Demütigung angefangen.

Der ehemalige Anwärter beschreibt seine Zeit in der Einrichtung als „Hölle“ und hat sich nun entschieden, die mutmaßlichen Übergriffe öffentlich zu machen, die er in diesen Wochen erlitten haben will.

Seinen Angaben zufolge begann alles im Mai, als er wegen einer Atemwegserkrankung krank war. In diesem Zustand habe ein älteres Kadettenmitglied aus einem höheren Lehrgang angefangen, ihn schikaniert und ständig belästigt. Er habe ihm nicht erlaubt zu schlafen, ihn immer wieder in den frühen Morgenstunden geweckt und ihm unangenehme Fragen zu seinem Privatleben gestellt. Besonders schlimm sei gewesen, dass er ständig über seine Schwester und seine Freundin gesprochen, unangemessene Bemerkungen gemacht und ihn damit unter Druck gesetzt habe.

„Es war eine Qual: Drei Wochen lang habe ich fast nicht geschlafen. In der vierten Maiwoche habe ich dann um meine Entlassung gebeten – ich hatte schon Fieber, die Atemwegserkrankung wurde schlimmer, und ich konnte nicht mehr“, sagte er im Interview mit dem Sender SNT.

Der junge Mann berichtet, dass die Situation danach noch schlimmer geworden sei: Es habe Schläge und körperliche Strafen gegeben. Er sei gezwungen worden, stundenlang auf den Knien im Badezimmer zu verharren. Außerdem habe man ihn nachts mit kaltem Wasser duschen lassen – danach musste er sich nackt ins Bett legen, obwohl er vor Kälte zitterte.

Sie haben mich ständig gequält – ich kam überhaupt nicht zur Ruhe

Man habe ihm kaum erlaubt zu schlafen. Kaum habe er die Augen geschlossen, wurde er wieder geweckt, um weiter schikaniert oder aufgefordert zu werden, die Akademie zu verlassen. Einmal habe er sich sogar unter ein Bett versteckt, um wenigstens ein paar Minuten ausruhen zu können.

„Sie haben mich mindestens anderthalb Stunden lang unter kaltem Wasser stehen lassen. Dabei hatte ich bereits eine schwere Atemwegserkrankung – sie nannten mich einen Schwächling und sagten, ich solle endlich aufhören und gehen“, erinnert er sich.

Währenddessen verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zusehends: Er hatte fast jede Nacht Fieber, starke Körperschmerzen und eine Infektion, die sich immer weiter verschlimmerte. Als er es nicht länger aushielt, entschloss er sich, die Akademie zu verlassen – und gab damit auch seinen Traum auf, bei der Marine zu dienen.

„Ich habe meiner Mutter immer gesagt, dass ich zur Marine möchte. Ich habe mir unglaublich viel Mühe gegeben, um aufgenommen zu werden – aber diese Wochen habe ich einfach nicht ausgehalten“, sagte er mit Bedauern.

Wochenblatt / Extra

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