Asunción: Die Nationale Elektrizitätsverwaltung (ANDE) hat den Antrag des Unternehmens Atome Paraguay unter der Leitung von James Spalding auf eine Änderung der im Vertrag festgelegten Stromtarife offiziell abgelehnt. Diese Entscheidung lässt die Umsetzung des Projekts des britischen Unternehmens in der Schwebe. Ursprünglich war eine Investition von 665 Millionen US-Dollar vorgesehen, um in der Stadt Villeta eine Anlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff und Düngemitteln zu bauen.
Mit dem Schreiben N° 2380/2026, das am vergangenen Freitag von dem Leiter der staatlichen Behörde, Félix Sosa, unterzeichnet wurde, antwortete die ANDE förmlich auf den Antrag, den Atome bereits am 12. November 2025 eingereicht hatte. Nach Prüfung der technischen, betrieblichen, wirtschaftlichen und finanziellen Aspekte kam Sosa zu dem Schluss, dass „es nicht möglich ist, dem Anliegen des Unternehmens stattzugeben“.
Atome wollte sich einen Grundpreis von 30 US-Dollar pro Megawattstunde für die Stromversorgung der Anlage über einen Zeitraum von 15 Jahren sichern – mit der Begründung, dass es sich um ein energieintensives und strategisch wichtiges Projekt im Bereich sauberer Energien handele.
Fachleute aus dem Energiesektor sowie Berufsverbände warnten jedoch davor, dass der gewünschte Vorzugstarif unter den tatsächlichen Kosten der ANDE läge. Den geprüften Analysen zufolge sind im Strompreis aus dem Wasserkraftwerk Itaipú bereits die festen Kosten für Übertragung, Betrieb, Wartung und Investitionen in die Infrastruktur enthalten – also alle Aufwendungen, die erforderlich sind, um den Strom bis zu den Verbrauchszentren zu transportieren.
Sowohl die Gewerkschaft der ANDE-Mitarbeiter (SITRANDE) als auch Gruppen, die sich kritisch mit staatlichen Stromzuschüssen auseinandersetzen, weisen darauf hin: Würde ein Sondertarif unterhalb der Selbstkosten gewährt, entstünde ein finanzielles Defizit. Dieses müsste entweder vom Staat ausgeglichen werden oder – falls nicht – durch künftige Preiserhöhungen auf alle anderen Stromkunden im Land umgelegt werden.
Zudem würde die langfristige Bindung an einen solchen nicht kostendeckenden Preis die Mittel einschränken, über die die ANDE für den Ausbau des Stromnetzes im gesamten Land verfügt.
Die geplante Anlage in Villeta würde sehr große Strommengen verbrauchen, sodass der Preis von Anfang an der entscheidende Faktor für die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts war. Sosa hatte für Freitagnachmittag eine Pressekonferenz angekündigt, die jedoch kurzfristig und ohne nähere Erklärung abgesagt wurde.
Da die ANDE nun an den ursprünglich vereinbarten Vertragsbedingungen festhält, verändern sich die Betriebskosten für das Vorhaben erheblich. Es bleibt nun abzuwarten, ob die Investoren ihre Finanzplanung anpassen oder die weitere Bereitstellung von Kapital für das Projekt in Paraguay überdenken.
Wochenblatt / LPO














