Asunción: Vertreter von Suppenküchen haben Alarm geschlagen: Die Ernährungslage für Tausende von Familien in verschiedenen Teilen des Landes ist kritisch. Sie weisen darauf hin, dass die aktuellen Bedingungen in den am stärksten gefährdeten Bevölkerungsschichten bereits die Realität von akutem Hunger widerspiegeln.
Cira Novara, Sprecherin des Netzwerks der Volksküchen, erklärte, dass die gesetzlich vorgesehene staatliche Unterstützung nicht regelmäßig umgesetzt wird. Die Lieferung von Lebensmitteln und Grundstoffen erfolgt mit Verzögerungen von vier bis fünf Monaten und ist zudem mengenmäßig völlig unzureichend.
Diese Situation zwingt die Leiterinnen der Küchen dazu, auf verschiedene Alternativen zurückzugreifen, um die tägliche Verpflegung aufrechterhalten zu können. Dazu gehören die Organisation von Spendenaktionen sowie Beiträge aus der Nachbarschaft.
Novara rechnete vor, dass jeder Kochtag für 100 bis 150 Personen Kosten von etwa 200.000 Guaranies verursacht – ein Betrag, der in vielen Fällen von den Verantwortlichen der Volksküchen direkt aus eigener Tasche gezahlt wird. Hinzu kommt die unbezahlte Arbeit, die täglich mehr als acht Stunden für die Zubereitung der Mahlzeiten in Anspruch nimmt.
Zudem stellt der Transport der Lebensmittel eine zusätzliche finanzielle Belastung dar, die pro Lieferung zwischen 100.000 und 200.000 Guaranies kosten kann, was den wirtschaftlichen Druck auf diese Gemeinschaftseinrichtungen weiter erhöht.
Die Sprecherin betonte, dass diese Realität die mangelnde Ernährungssicherheit verschärft, da die Familien nur Zugang zu einfachen und sich ständig wiederholenden Menüs haben, die den Nährstoffbedarf nicht ausreichend decken. Als Beispiel nannte sie ein Frühstück, das lediglich aus Cocido mit Milch und Hartkeksen besteht, sowie ein Mittagessen, das auf einfachen Gerichten wie Tortillas mit Bohnen basiert.
In diesem Kontext verdeutliche die Lage eine strukturelle Krise beim Zugang zu Nahrungsmitteln. Sie stellte klar, dass in Paraguay “bereits gehungert wird“, da es den am stärksten betroffenen Sektoren an einer ausreichenden, abwechslungsreichen und nahrhaften Ernährung fehlt.
Angesichts dieses Panoramas fordern die Verantwortlichen der Volksküchen, dass der Staat die Lieferung von Lebensmitteln wieder regularisiert, die Kontinuität der Ernährungshilfsprogramme garantiert und Dialogräume schafft, um das Funktionieren dieser Gemeindeküchen zu stärken, die derzeit die Versorgung von Tausenden Menschen in prekären Lebenslagen sichern.
Wochenblatt / Megacadena / Beitragsbild Archiv















