Ciudad del Este: Die Operation „Hawala“, geleitet von der Staatsanwaltschaft und der Zivilpolizei von Rio de Janeiro, hat mutmaßliche Verbindungen zwischen den größten kriminellen Gruppen Brasiliens und der Terrororganisation Al-Kaida aufgedeckt. Die Ermittler gehen davon aus, dass durch diese Allianz Millionen Dollar aus Drogenhandel und Terrorismusfinanzierung – ausgehend von der Dreiländergrenze und weiteren Orten in Brasilien – gewaschen wurden.
Laut Ermittlungen unterhielt das Netzwerk ein ausgeklügeltes Finanzsystem, das Geldwäschedienste für das Primeiro Comando da Capital (PCC) – die größte kriminelle Gruppierung Brasiliens –, das Comando Vermelho (CV) und das Terceiro Comando Puro (TCP) anbot, eine Bande mit Schwerpunkt in Rio de Janeiro.
Die brasilianischen Behörden vermuten, dass die Vereinigung aus brasilianischen Kriminellen und islamistischen Terroristen große Geldsummen über Scheinfirmen verschoben hat. Im Zuge der Ermittlungen wurde festgestellt, dass eines der beteiligten Unternehmen Geschäftsbeziehungen zu einer Person unterhielt, die vom US-Finanzministerium wegen mutmaßlicher Beteiligung an der Finanzierung von Al-Kaida sanktioniert wurde.
Das Netzwerk baute demnach ein ausgefeiltes Finanzgeflecht auf, das dem PCC, dem CV und dem TCP Geldwäschedienste anbot.
Schätzungsweise wurden zwischen 2021 und 2024 rund 20 Millionen US-Dollar über Briefkastenfirmen verschoben. Die Operation erforderte einen großangelegten Einsatz in den Bundesstaaten Rio de Janeiro, São Paulo, Minas Gerais und dem an Paraguay angrenzenden Paraná.
Die gegründeten Scheingesellschaften sollten Gelder aus Drogenhandel sowie dem Handel mit gefälschten und gestohlenen Waren den Anschein legaler Herkunft verleihen – die brasilianischen Behörden ließen sich davon jedoch nicht lange täuschen.
Bislang wurden im Rahmen der Operation zehn Personen festgenommen. Die Ermittlungen begannen, als die Beamten der Spur einer Gruppe libanesischer Geschäftsleute folgten, die mutmaßlich an illegalen Aktivitäten in der Dreiländergrenze beteiligt sind.
Zu den in Foz do Iguaçu (Bundesstaat Paraná) Festgenommenen gehört Reda Zayoun, Schwiegersohn von Gassan Nassar. Dieser gehört zu einer libanesischen Familie mit starken Geschäftsinteressen in Ciudad del Este und ist Eigentümer des Shopping del Este, das strategisch günstig in unmittelbarer Nähe der Freundschaftsbranche liegt.
Die Bekanntgabe der Operation fiel zusammen mit einem Treffen von Brasiliens Verteidigungsminister José Múcio mit dem paraguayischen Präsidenten Santiago Peña und Sicherheitsminister Óscar González in Asunción. Bei dem Gespräch wurde vereinbart, die Sicherheitszusammenarbeit zu vertiefen: Die Streitkräfte sollen enger koordiniert und Informationen ausgetauscht werden, um transnationaler organisierter Kriminalität und Terrorismus entgegenzuwirken.
Wochenblatt / LPO















