Encarnación: Eine Initiative, die dem Parlament der Provinz Misiones vorgelegt wurde, schlägt vor, die argentinische Exekutive aufzufordern, eine neue Volksbefragung über den Bau des binationalen Wasserkraftwerks Corpus Christi anzusetzen. Das Projekt würde am Rio Paraná flussaufwärts von Yacyretá liegen und von Paraguay und Argentinien gemeinsam betrieben werden.
Der Vorschlag greift ein Vorhaben wieder auf, das 1996 von den Bürgern von Misiones abgelehnt wurde, als sich über 88 % der Wähler dagegen aussprachen. Nun wird erwogen, das Projekt angesichts der veränderten Rahmenbedingungen auf dem regionalen Strommarkt erneut einer Volksabstimmung zu unterziehen.
Das Kraftwerk hätte eine Kapazität von 2.880 MW
Das Projekt sieht vor, den Staudamm im Gebiet von Pindo’i mit einer geschätzten Leistung von 2.880 Megawatt und Kosten von etwa 4,1 Milliarden USD zu errichten. Die geplante Stromerzeugung hätte direkte Auswirkungen auf das zwischen beiden Ländern geteilte Energiesystem.
Die in dem Vorschlag enthaltenen Berechnungen zeigen, dass das Wasserkraftwerk ein Volumen erzeugen könnte, das 10 % der Energie Argentiniens entspricht, bei einem geschätzten Preis von 31 USD pro Megawattstunde.
Das Bauwerk würde flussaufwärts von Yacyretá liegen
Corpus Christi ist für einen Abschnitt des Rio Paraná geplant, der vor dem Yacyretá-Kraftwerk liegt. Seine Einbindung würde die Wasserkraft-Produktionskapazität zwischen Paraguay und Argentinien erhöhen und dem regionalen System eine weitere gemeinsame Infrastruktur hinzufügen.
In dem Ansatz wird argumentiert, dass die aktuellen Energiebedingungen andere sind als zu dem Zeitpunkt, als die Volksbefragung von 1996 stattfand – insbesondere nach der vollständigen Inbetriebnahme von Yacyretá.
Organisationen weisen auf mögliche Umweltauswirkungen hin
Die Wiederbelebung der Initiative ruft auch bei Umweltorganisationen Besorgnis hervor, die vor den Folgen warnen, die der Bau für das Ökosystem der Region haben könnte.
Der Großteil der territorialen und ökologischen Belastungen würde auf die argentinische Seite entfallen. Der Gesetzgebungsvorschlag muss vorankommen, bevor formell ein neues Plebiszit über den Staudamm einberufen werden kann.
Wochenblatt / El Ratio















