Asunción: Im Zuge des technologischen Wachstums des Finanzsektors betont Rechtsanwalt und Branchenspezialist Stephan Vysokolan, dass das neue Datenschutzgesetz auf eine branchenübergreifende Wirkung in der gesamten paraguayischen Wirtschaft abzielt. „Der private und der öffentliche Sektor müssen eine Kultur des Datenschutzes etablieren. Das ist heute die große Herausforderung für das Land“, erklärte Vysokolan, einer der Initiatoren der Regelung, gegenüber Paraguay TV.
Das neue Gesetz Nr. 7.593/25 schafft einen Regulierungsrahmen für den Umgang mit personenbezogenen Daten von Verbrauchern und Bürgern durch Privatunternehmen und staatliche Stellen. Gleichzeitig bringt die Norm jedoch auch große Herausforderungen mit sich.
„Das neue Gesetz schafft ein neues Paradigma, da wir in Paraguay nicht an den Umgang mit personenbezogenen Daten unter dem Blickwinkel von Bürgerrechten gewöhnt sind. Vor allem haben wir noch kein Bewusstsein für die Bedeutung einer Datenschutzkultur entwickelt“, erläuterte er.
Zwar gibt es im Land mit dem Gesetz zum Schutz von Kreditinformationen aus dem Jahr 2020 einen Präzedenzfall, dieser betraf jedoch ausschließlich den Finanzsektor. Mit dem neuen Datenschutzgesetz ist die Herausforderung nun wesentlich größer und betrifft sämtliche Branchen: Finanzwesen, Industrie, Handel, Dienstleistungen, Presse und weitere.
„Wir hören häufig Nachrichten über Cyberangriffe und glauben, dass die Lösung darin besteht, einen Spezialisten zu engagieren und den Angriff eines Hackers rückgängig zu machen. In Wirklichkeit liegt die Lösung jedoch in der Prävention. Und wie beugen wir vor? Indem wir auf Grundlage des neuen Gesetzes die rechtliche und notwendige Struktur schaffen, damit öffentliche und private Unternehmen eine Datenschutzkultur entwickeln und etablieren können. Das ist die große Aufgabe für die Behörden und die heimische Wirtschaft“, erklärt Vysokolan abschließend.
Wochenblatt / Medios del Estado















